Politik

Erster russischer Soldat in Libyen getötet

Der erste reguläre russische Soldat ist in Libyen getötet worden. Zuvor war lediglich der Einsatz von russischen Söldnern der Wagner Group bekannt. Die Bestattung des Scharfschützen fand im kasachischen Dorf Akbulak statt.
19.02.2020 15:00
Lesezeit: 1 min
Erster russischer Soldat in Libyen getötet
Tripolis: Ein Soldat in Tripolis geht vor Scharfschützen der Libyschen Nationalen Armee (LNA) in Deckung. (Foto: dpa) Foto: Amru Salahuddien

Die BBC News Russian meldet die Tötung des ersten russischen Soldaten - eines Scharfschützen - in Libyen. Er hieß Gleb Mostovoy und soll ein 27-jähriger Unteroffizier der russischen Armee und kein Söldner der Wagner Group gewesen sein, berichtet The Libya Observer. Mostovoy stammt aus dem Steppendorf Akbulak nahe der Grenze zu Kasachstan.

Die BBC dokumentierte die Aussage einer Verwandten von Mostovoy, die an der Trauerfeier teilnahm, mit den Worten: “Zuerst Afghanistan, dann Tschetschenien, die Ukraine, jetzt Syrien und Libyen. Warum wundert ihr euch?”

Der erste stellvertretende Leiter der Region Akbulak, Alexander Osipovich, wusste am Vorabend der Beerdigung noch nichts über die Umstände des Todes von Mostovoy. “Er ist kein Söldner, das ist sicher. Er ist ein Karriere-Soldat, wir begraben ihn. Einige sagen, er sei in Libyen gestorben, andere in Syrien. Aber wir wissen nicht viel”, so Osipovich. Er sagte, dass junge Soldaten und Söldner sich für Kampfeinsätze in diversen Kampfgebieten im Ausland melden würden, weil sie ein gutes Gehalt bekommen würden.

Der Vater des getöteten Soldaten, Andrei Mostovoy wollte nicht mit den BBC-Reportern über den Tod seines Sohnes sprechen: “Tut mir leid, ich habe persönlichen Kummer und möchte darüber nicht diskutieren.”

Ein anonymer Einwohner Akbulaks sagte der BBC: “Er war ein guter Kerl und, soweit ich gehört habe, hat er kürzlich geheiratet. Aber seine Frau ist definitiv nicht vor Ort und wo er in letzter Zeit gelebt hat, weiß ich nicht, aber sicher nicht in unserem Dorf.”

Das Dorf Akbulak, in dem Gleb Mostovoy geboren wurde, ist ein Bezirk, das sich 50 Kilometer von der Grenze zu Kasachstan befindet und 127 Kilometer südöstlich von Orenburg liegt.

Als Schüler der zehnten Klasse gewann Mostovoy den regionalen Wettbewerb für Forschungsarbeiten, ein Jahr später wurde er Preisträger des allrussischen militärpatriotischen Wettbewerbs “Vaterland”. Ein Geldpreis von 30.000 Rubel von Präsident Wladimir Putin wurde dem Studenten vom ehemaligen Gouverneur Juri Berg verliehen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Sparpläne Krankenkassen: Warnungen vor zusätzlichen Belastungen der Beitragszahler
15.04.2026

Die Koalition will die steigenden Ausgaben der Krankenkassen unter Kontrolle bringen, um neue Beitragserhöhungen zu vermeiden - mit einer...

DWN
Politik
Politik Migration in Deutschland: Jeder Vierte hat eine Einwanderungsgeschichte
15.04.2026

In den vergangenen 20 Jahren ist der Anteil der Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund um zwei Drittel in Deutschland gewachsen....

DWN
Politik
Politik Touristenattraktion: Berlin-Besucher werden künftig fürs Müllsammeln belohnt
15.04.2026

Mit "BerlinPay" will die Hauptstadt Touristen für nachhaltiges Verhalten belohnen. Noch werden Partner für die Aktion gesucht.

DWN
Politik
Politik Pipeline-Debatte im Energiemarkt: Warum die Straße von Hormus entscheidend bleibt
15.04.2026

Die Straße von Hormus bleibt trotz wiederkehrender Konflikte der zentrale Engpass im globalen Ölhandel, während Alternativen bislang...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street im Aufwind durch nachlassende Iran-Spannungen und schwächere Inflationsdaten
14.04.2026

Überraschende Entwicklungen abseits des Handelsparketts sorgen für neuen Schwung an den Finanzmärkten. Erfahren Sie, welche Faktoren die...

DWN
Politik
Politik Tabaksteuer-Erhöhung finanziert Entlastungsprämie 2026: Doch nicht nur Raucher gehen bei der Ausgleichprämie leer aus
14.04.2026

Günstigeres Tanken und eine 1.000-Euro-Prämie: Doch die Entlastungen kommen noch längst nicht bei den Bürgern an. Auch werden viele...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienmarkt: Bau-Reform mit einem erweitertem Vorkaufsrecht der Kommunen für Grundstücke geplant
14.04.2026

Die Bundesregierung plant eine Reform des Baurechts, das den Kommunen deutlich mehr Eingriffsmöglichkeiten als bisher auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Anthropic-Manager Guillaume Princen über den Wettbewerb mit OpenAI und den Konflikt mit Trump
14.04.2026

Der Wettbewerb im KI-Markt spitzt sich zu: Anthropic, das Unternehmen hinter dem populären KI-Assistenten Claude, fordert den...