Politik

Erdgas-Streit mit der Türkei: Frankreich entsendet Flugzeugträger nach Zypern

Im Streit zwischen der Türkei einerseits und Zypern und der EU andererseits um Erdgasvorkommen vor der Mittelmeerinsel spitzt sich die Lage zu. Frankreich hat seinen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" nach Limassol entsandt.
21.02.2020 09:37
Aktualisiert: 21.02.2020 09:37
Lesezeit: 1 min
Erdgas-Streit mit der Türkei: Frankreich entsendet Flugzeugträger nach Zypern
Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle. (Foto: dpa) Foto: Marine Nationale/ho

Vor dem Hintergrund andauernder Spannungen um die Ausbeutung unterseeischer Erdgasvorkommen vor Zypern zeigt Frankreich Flagge in der Region. Am Freitag lief der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle im zyprischen Hafen von Limassol ein. Zuvor habe das Flaggschiff der französischen Kriegsmarine Manöver zusammen mit zyprischen Einheiten durchgeführt, berichtete das zyprische Staatsfernsehen (RIK).

Als Grund für die spektakuläre französische Militärpräsenz in Zypern gilt die Entdeckung von unterseeischen Erdgasvorkommen südlich von Zypern. Das französische Energieunternehmen Total ist an den Erkundungen beteiligt.

Diese Erdgasvorkommen haben zu schweren Spannungen zwischen der Türkei und Nikosia geführt. Die Türkei erkennt Zypern nicht an und lehnt die Suche nach Erdgas vor einer Lösung der Zypern-Frage und ohne die Zustimmung der türkischen Zyprer ab. Türkische Schiffe befinden sich als Reaktion ohne die Genehmigung der Regierung in Nikosia in der Region südlich und westlich der Mittelmeerinsel und erkunden dort Rohstoff-Lagerstätten.

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly hatte vergangene Woche die Inselrepublik besucht und der Regierung unter Präsident Nikos Anastasiades die Solidarität Frankreichs im Streit mit der Türkei um die Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) ausgesprochen. Auch die EU hat wiederholt die türkischen Aktionen verurteilt und droht der Türkei mit Sanktionen.

Die türkische Regierung hatte vor einiger Zeit mit der libyschen Regierung in Tripolis einseitig Wirtschaftszonen im östlichen Mittelmeer festgelegt. Demnach erhebt die Türkei Anspruch auf die Ausbeutung von Rohstoffen in Gebieten, die noch westlicher als die griechischen Inseln liegen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spannungen im Persischen Golf: Wie der Iran-Krieg die Energiemärkte belastet
10.03.2026

Der Iran-Krieg erhöht den Druck auf Energiepreise, Finanzmärkte und globale Kapitalströme. Welche Märkte, Branchen und Regionen sind...

DWN
Finanzen
Finanzen Biontech-Aktie: Gründer Sahin und Türeci verlassen Konzern, Aktie stürzt ab
10.03.2026

Die Gründer von Biontech treten ab und starten ein neues Biotech-Unternehmen. Für die Biontech-Aktie beginnt eine neue Phase, geprägt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kreditvergabe: Banken werden strenger – wie Unternehmen dennoch an Geld kommen
10.03.2026

Banken verschärfen derzeit die Kreditvergabe – und ausgerechnet innovative Unternehmen geraten dabei nicht selten ungewollt ins...

DWN
Panorama
Panorama Evakuierungsflüge: Vollkasko oder staatliche Pflicht?
10.03.2026

Nach dem US-israelischen Angriff auf Iran sitzen tausende Urlauber in der Krisenregion Nahost fest. Nicht wenige hoffen auf staatliche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aldi schließt Filialen: Diese Aldi-Standorte sind von den Schließungen betroffen
10.03.2026

Bundesweit sorgen neue Aldi-Schließungen für Irritationen bei vielen Kunden. Immer mehr Aldi-Filialen verschwinden, während gleichzeitig...

DWN
Finanzen
Finanzen Porsche-Aktie: Modellfusion Taycan und Panamera als Antwort auf Verluste
10.03.2026

Die Porsche-Aktie kämpft mit einem massiven Gewinneinbruch und schrumpfenden Marktanteilen in China. Anleger beobachten nun gespannt, wie...

DWN
Politik
Politik DWN-Interview: Putins Strategie und der aggressive Globalismus des Kremls
10.03.2026

Russlands Krieg in der Ukraine, seine Aktivitäten in Afrika und hybride Operationen weltweit werfen eine grundlegende Frage auf: Welche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Exporte im Januar rückläufig: China-Geschäft bricht ein
10.03.2026

Deutschlands Exportwirtschaft sendet zum Jahresbeginn gemischte Signale. Während wichtige Märkte einbrechen, wächst der Handel mit den...