Deutschland

Bauindustrie geht mit vollen Auftragsbüchern ins Jahr 2020

Die deutsche Bauindustrie erwartet für das aktuelle Jahr steigende Umsätze. Die Auftragsbücher der Betriebe sind nach wie vor prall gefüllt.
27.02.2020 09:23
Lesezeit: 1 min

Die Bauindustrie in Deutschland erwartet nach einem starken Jahr auch 2020 steigende Umsätze. "Für dieses Jahr gehen wir nach wie vor von einem nominalen Umsatzwachstum von 5,5 Prozent aus", sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, am Dienstag. Bereinigt um Preissteigerungen (real) rechnet die Branche mit 1,4 Prozent Plus.

Die Auftragsbücher der Betriebe sind nach wie vor prall gefüllt - trotz eines Dämpfers im Dezember. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lagen die Bestellungen im Gesamtjahr 2019 mit 86,1 Milliarden Euro nominal um 8,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Das war nach Angaben der Wiesbadener Statistiker vom Dienstag der höchste jemals gemessene Jahreswert. Real betrug das Plus 3,2 Prozent.

Um die Aufträge zeitnah abarbeiten zu können, wollen viele Firmen nach Angaben der Bauindustrie in den nächsten zwölf Monaten zusätzliches Personal einstellen. Bereits im vergangenen Jahr war der Personalbestand im Zuge des Baubooms um 33.000 auf 870.000 Beschäftigte im Jahresschnitt gestiegen. Im laufenden Jahr erwartet der Verband einen weiteren Personalaufbau auf 885.000 Beschäftigte.

Große Nachfrage nach Häusern und Wohnungen sowie staatliche Investitionen etwa im Straßenbau sorgen seit längerem für gute Geschäfte der Baubranche. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die Betriebe des Bauhauptgewerbes nach Branchenangaben 135 Milliarden Euro Umsatz und damit 6,7 Prozent mehr als 2018. Das Bauhauptgewerbe umfasst die Errichtung von Gebäuden (Hochbau) ebenso wie von Straßen, Bahnstrecken und Leitungen (Tiefbau). Die Statistik des Bundesamtes berücksichtigt Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten.

"Trotz der noch guten Lage mehren sich die Anzeichen für ein schwächeres Wachstum in der Zukunft", warnte Babiel. "Die Meldungen der Baubetriebe über Stornierungen und Auftragsmangel haben zugenommen, insbesondere im Straßenbau." Die Öffentliche Hand halte sich in diesem Bereich mit Aufträgen sehr zurück - womöglich, um sinkende Preise zu erzielen.

Im Dezember lag das gesamte eingehende Auftragsvolumen im Bauhauptgewerbe nach Angaben des Bundesamtes preisbereinigt um 5,0 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Auch im Vergleich November 2019 gingen die Bestellungen zurück: um real 4,8 Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Wall Street schließt im Minus, während sich der Anleiheausverkauf fortsetzt
28.09.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Erfahren Sie, welche entscheidenden Faktoren die Wall Street heute in Atem hielten.

DWN
Politik
Politik Geran-5: Wie die Ukraine auf Russlands schnelle Drohne reagiert
28.09.2026

Russlands schnelle Angriffsdrohnen stellen die ukrainische Luftverteidigung vor ein neues Problem. Während ältere Geran-5-Modelle...

DWN
Politik
Politik Europa schließt Fabriken und träumt von strategischer Autonomie
28.09.2026

Da es keine Antwort auf die heute und jetzt hohen Energiepreise gibt, zu denen auch die Politik der EU beigetragen hat, verkauft Ursula von...

DWN
Politik
Politik Verteidigungsfähigkeit: Bericht zu Verteidigungsbereitschaft der EU offenbart Lücken
28.09.2026

Signifikante Lücken bei der Luftverteidigung, bei Drohnen und bei Munitionsbeständen: Vor dem Treffen der europäischen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Milliardeninvestition richtet Hunderte Satelliten auf Putin
28.09.2026

Die finnische Satellitenfirma Iceye spielt bereits eine wichtige Rolle für die Ukraine und ihre Angriffe auf russische Ziele. Nun will das...

DWN
Politik
Politik Erneuerbare Energien: Solarstromproduktion übertrifft Vorjahreswert
28.09.2026

Bereits Ende September hat die Solarstromproduktion in Deutschland den Vorjahreswert übertroffen. Welche Faktoren zu diesem Rekord...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltweite Schulden mit Gold tilgen? Dann müsste es 400.000 Dollar kosten
28.09.2026

Die Goldpreise erreichen 2026 Rekordstände. Doch was wäre, wenn Staaten ihre Schulden theoretisch mit ihren Goldreserven decken wollten?...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-China-Handelskonflikt: Expertin warnt vor 50 verlorenen Jahren
28.09.2026

Chinas Exportmaschine setzt Europas Industrie zunehmend unter Druck, und ausgerechnet Deutschland trifft der neue Wettbewerb besonders...