Technologie

TÜV und Fraunhofer entwickeln Gütesiegel für Künstliche Intelligenz

Die TÜV Informationstechnik (TÜViT) und das Fraunhofer-Institut entwickeln derzeit ein Verfahren, um Anwendungen von Künstlicher Intelligenz zu zertifizieren.
12.03.2020 11:00
Lesezeit: 1 min
TÜV und Fraunhofer entwickeln Gütesiegel für Künstliche Intelligenz
Auch künstliche Intelligenz gibt es bald eine Art TÜV-Plakette. (Foto: dpa)

Die TÜV Informationstechnik (TÜViT) und das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) entwickeln derzeit ein Verfahren, dass die Vertrauenswürdigkeit der Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) mess- und überprüfbar machen soll. Wie die TÜViT mitteilt, geht es insbesondere darum, die KI-Algorithmen zu zertifizieren. Maschinelle Lernverfahren und Systeme der KI werden bereits heute in zahlreichen IT-Infrastrukturen und vernetzten Endgeräten als zentraler Baustein zur Analyse, Prognose und Steuerung eingesetzt.

Darüber hinaus wird in Deutschland zunehmend die Forderung laut, den Einsatz von KI zu kontrollieren. Das zeigt eine repräsentative Umfrage. Aus der Erhebung geht hervor, dass sich 78 Prozent der Bevölkerung Gesetze und Vorschriften zur Regulierung von KI wünschen. 85 Prozent sind sogar der Meinung, dass KI-Produkte erst auf den Markt gebracht werden sollten, wenn ihre Sicherheit von unabhängigen Stellen überprüft wurde.

„Da KI für Firmen viel Potential mit sich bringt und zunehmend auch in sicherheitskritischen Bereichen eingesetzt wird, möchten wir Unternehmen bei der Entwicklung von KI-Lösungen unterstützen. Daher befindet sich TÜViT gemeinsam mit dem Fraunhofer AISEC aktuell in einem Forschungsprojekt zur Prüfung der KI", so Dirk Kretzschmar, der Geschäftsführer der TÜV Informationstechnik GmbH. „Ziel ist es, einen umfangreichen Rahmen zu entwickeln, der die Robustheit von KI-Anwendungen gegen mögliche Angriffe mittels speziell entwickelter Tests messbar macht“, erklärte Kretzschmar.

Hintergrund: Im gemeinsamen Projekt mit dem Fraunhofer AISEC entstehen Prüfverfahren, die eine quantitative Bewertung der Robustheit und Stabilität des KI-Algorithmus erlauben. Ob eine KI-Anwendung verlässlich ist, wird zukünftig transparent durch eine KI-Zertifizierung sichtbar sein. Wie wichtig die KI für das Wachstum der deutschen Wirtschaft ist, wird auch an aktuellen Prognosen deutlich. Diesen Schätzungen zufolge wird das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands (BIP) bis 2025 um 13 Prozent wachsen, wenn die KI flächendeckend eingeführt wird.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien steigen kräftig, während die Ölpreise sinken
21.09.2026

Ein ereignisreicher Handelstag bringt überraschende Bewegungen in die globalen Finanzmärkte.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes GLC im Test: Elektrisch ist er endlich so, wie er sein muss
21.09.2026

Der elektrische Mercedes GLC 400 4Matic bringt fast 500 PS, viel Komfort, hohe Ladeleistung und einen überraschend moderaten Verbrauch. Im...

DWN
Politik
Politik Blackrock-Vize: Europa braucht vier Schlüssel gegen die USA-Abhängigkeit
21.09.2026

Philipp Hildebrand, Vizechef von Blackrock und früherer Schweizer Notenbankchef, sieht in der KI-Entwicklung eine historische Chance. Der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nestlé Russland: Kreml übernimmt Kontrolle über deutsche Beteiligungen
21.09.2026

Putin greift erneut auf das Vermögen eines westlichen Großkonzerns zu. Diesmal trifft es Nestlé und auch Beteiligungen der Nestlé...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ruhestand vorbereiten: Warum Männer nach der Karriere in die Krise geraten
21.09.2026

34 Jahre lang bestimmte der Terminkalender sein Leben. Dann war Anders Kretzschmar plötzlich Rentner und musste erst lernen, selbst über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Holyvolt: Was das Batterie-Startup von Elon Musk gelernt hat
21.09.2026

Holyvolt will schaffen, woran andere Batterieprojekte gescheitert sind: Produktion skalieren, Kosten beherrschen und zugleich eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Umfrage: Bürokratie ist Standortproblem Nummer eins in Deutschland
21.09.2026

Bürokratie gilt für deutsche Unternehmen als größtes Standortproblem und übertrifft Energie- sowie Arbeitskosten deutlich. Eine...

DWN
Politik
Politik AfD vorn, CDU draußen: Wie es jetzt in Mecklenburg-Vorpommern weitergeht
21.09.2026

Ein dramatischer Wahlabend stellt Mecklenburg-Vorpommern politisch neu auf. Während AfD und SPD das Rennen bestimmen, entscheiden...