Hoffnung auf staatliche Hilfe: Weltweite Aktienmärkte setzen zu vorsichtiger Erholung an

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
10.03.2020 09:44
In Erwartung staatlicher und geldpolitischer Unterstützungsmaßnahmen sind die weltweiten Aktienmärkte am Dienstag mit Gewinnen in den Handelstag gestartet. In Russland kommt es allerdings zu schweren Abverkäufen.
Hoffnung auf staatliche Hilfe: Weltweite Aktienmärkte setzen zu vorsichtiger Erholung an
Ein Händler an der New Yorker Börse. (Foto: dpa)
Foto: Michael Nagle

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Ein von den USA in Aussicht gestelltes Hilfspaket gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hat am Dienstag auch dem deutschen Aktienmarkt zu einer kleinen Erholung verholfen. Nach dem Schwarzen Montag ging es für den Dax kurz nach Handelsstart um 1,14 Prozent auf 10 746,38 Punkte nach oben. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel rückte um 1,03 Prozent auf 23 330,37 Punkte vor. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, gewann 1,23 Prozent auf 2995,33 Zähler.

Die Börsen in Asien haben ihre dramatische Talfahrt am Dienstag in der Hoffnung auf Maßnahmen zur Konjunkturankurbelung gestoppt. Nachdem die Kurse an der Leitbörse in Tokio zunächst in Folge der massiven Vortagesverluste in New York weiter heftig an Boden verloren hatten, ging es mit dem Markt im späteren Handelsverlauf wieder aufwärts. Hoffnung bereitete den Investoren die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, mit einem Maßnahmenpaket den wirtschaftlichen Auswirkungen des neuartigen Coronavirus entgegensteuern zu wollen. Das verlieh auch anderen vom globalen Börsencrash der vergangenen Tage gebeutelten Märkten etwas Aufwind.

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte in Tokio ging am Ende mit einem Aufschlag von 168,36 Punkten oder 0,85 Prozent beim Stand von 19 867,12 Zählern aus dem Markt. Anfangs hatte das Börsenbarometer seine dramatische Talfahrt der letzten Tage fortgesetzt und war um mehr als 800 Punkte unter 19 000 Zähler gefallen, nachdem der Dow Jones in New York am Montag mit über 2000 Punkten den höchsten Punktverlust aller Zeiten verbucht hatte. Doch dann ging es wieder aufwärts in Tokio. Vor allem die Nachricht, dass die US-Regierung mit dem Kongress unter anderem über Lohnsteuererleichterungen reden wolle, ermutigte die Anleger.

Der breit gefasste Topix erholte sich bis zum Handelsschluss um 17,71 Punkte oder 1,28 Prozent und beendete das Geschäft beim Stand von 1406,68 Punkten. Ähnlich sah es an der Börse in Seoul aus. Auch dort war der Markt zunächst mit Verlusten in den Tag gestartet, doch am Ende schlossen die Aktienkurse im Plus. Der Leitindex Kospi rückte um 8,16 Punkte oder 0,4 Prozent auf 1962,93 vor. Auch mit den chinesischen Aktien ging es am Dienstag nach oben. Der Shanghai Composite Index erhohlte sich um 1,82 Prozent auf 2996,76 Punkte. Der Shenzhen Component Index konnte sogar um 2,65 Prozent zulegen und ging am Ende beim Stand von 11 403,47 Punkten aus dem Geschäft.

Am russischen Aktienmarkt sah es dagegen im frühen Handel zunächst düster aus. Weil der Handel in Moskau am Vortag feiertagsbedingt geschlossen war, konnte er die massiven globalen Kursverluste wegen der Viruskrise und des hinzu gekommenen Crashs an den Ölmärkten nun erst nachvollziehen. Zum Auftakt verlor der Leitindex RTSI 9,5 Prozent, zuletzt rutschte er weiter ab und büßte 12,7 Prozent ein. Massive Verluste bei Öl- und Gaswerten gaben die Richtung vor: Die Rosneft-Papiere sackten um 14,3 Prozent ab, jene von Lukoil um fast 13 Prozent und Gazprom um etwas mehr als 10 Prozent.


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der "Great Reset" wird von Blackrock gesteuert: Die Staaten dürfen nur assistieren

Der große Reset befindet sich derzeit in der Planungs-und Vorbereitungsphase - Blackrock spielt dabei die führende Rolle.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rosneft: Wie die russische Ölmacht klammheimlich in Deutschland weiter aufrüstet

Deutschland ist stark vom russischen Gas abhängig - nicht unbedingt eine ganz neue Einsicht. Doch dass die Russen auch schon weite Teile...

DWN
Deutschland
Deutschland Opposition kritisiert Finanzminister Scholz für Staatsfinanzierung auf Pump

Die Corona-Krise hat massive Löcher in den Bundeshaushalt gerissen. Doch ob und wie er sie stopfen will, lässt Bundesfinanzminister Olaf...

DWN
Deutschland
Deutschland Staatsanwaltschaft klagt noch mehr VW-Mitarbeiter in Abgasaffäre an

Ex-Konzernchef Winterkorn und vier weitere Führungskräfte von Volkswagen müssen sich schon auf einen Strafprozess einstellen. Nun hat...

DWN
Politik
Politik EU-Kommission setzt bei neuer Asylreform auf rigorose Abschiebungen

Seit Jahren streiten die EU-Staaten über eine Reform der europäischen Asyl- und Migrationspolitik. Die Risse wurden dabei immer tiefer....

DWN
Deutschland
Deutschland Drosten warnt: „Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen - auch bei uns“

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet....

DWN
Politik
Politik Lukaschenko überraschend schnell für sechste Amtszeit vereidigt

Die Bundesregierung sieht in der überraschenden Zeremonie keine Legitimation für Präsident Lukaschenko und dringt auf weitere Sanktionen.

DWN
Deutschland
Deutschland Nach Razzia: Kritik an Fleischbranche wegen gefälschter Papiere

Leiharbeit in der Fleischindustrie steht spätestens seit der Corona-Pandemie im Fokus der Öffentlichkeit. Am Mittwoch hat die...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung beschließt höheren Zusatzbeitrag der Krankenkassen

Nicht nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen künftig rund 3 Milliarden Euro mehr zur Gesetzlichen Krankenversicherung zahlen. Auch der...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Krise: Der Mittelstand lobt die Bundesregierung - und rügt sie gleichzeitig

Der Mittelstand ist grundsätzlich zufrieden mit der Corona-Politik der Bundesregierung. Doch es gibt auch Kritik. Es wird unter anderem...

DWN
Politik
Politik FBI-Ermittler wurde gezwungen, Clinton-E-Mails an Laptop von Sexualverbrecher zu vertuschen

Neuen Enthüllungen zufolge wurde ein FBI-Agent dazu gezwungen, Kontakt-E-Mails von Hillary Clinton zu einem Sexualverbrecher zu vertuschen.

DWN
Deutschland
Deutschland Entwicklungsminister: An Lockdown-Folgen sterben mehr Menschen als am Virus

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnt vor den Kollateralschäden im Kampf gegen Corona.

DWN
Finanzen
Finanzen Börsenboom vergrößert die Kluft zwischen Arm und reich

Bereits im vergangenen Jahr hat der Börsenboom die globalen Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte um 9,7 Prozent nach oben getrieben....

DWN
Politik
Politik Vergifteter Kremlkritiker Nawalny aus Charité entlassen

Künstliches Koma, Beatmung und Sorge um Langzeitschäden: Nach einer schweren Vergiftung lag Alexej Nawalny wochenlang in der Charité....

celtra_fin_Interscroller