Technologie

Intelligente Stromzähler sollen deutschen Unternehmen Milliarden einsparen

Einer Studie zufolge geben deutsche Unternehmen pro Jahr mehr als vier Milliarden Euro zu viel für Strom aus. Intelligente Stromzähler können helfen, Kosten zu sparen.
15.03.2020 13:34
Lesezeit: 1 min
Intelligente Stromzähler sollen deutschen Unternehmen Milliarden einsparen
Stromkosten muss man immer unter Kontrolle haben. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Verbraucher und Unternehmen müssen im laufenden Jahr ihre Stromzähler mit intelligenten Mess-Systemen ausstatten – sogenannten Smart Metern. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine Markterklärung für diese Technologie vorgelegt. Damit stellt die Behörde fest, dass die technische Möglichkeit für den „Rollout“ der Systeme gegeben ist – also deren Umsetzung.

Die Bundesregierung verpflichtet Verbraucher und Unternehmen, die einen Jahresstromverbrauch zwischen 6.000 und 100.000 Kilowattstunden aufweisen, die neue Technologie einzubauen. Dazu gehören die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die oft einen übermäßig hohen Energieverbrauch aufweisen.

Eine Studie, die unter anderem das Marktforschungsinstitut Splendid Research herausgegeben hat, kommt zu dem Ergebnis, dass die Unternehmen pro Jahr mehr als vier Milliarden Euro zu viel für Strom ausgeben. Die Fachleute sehen das Einsparpotential von Firmen, die einen Energieverbrauch zwischen 10.000 und sechs Millionen Kilowattstunden aufweisen, bei über 10.000 Euro im Jahr.

Das neue intelligente Mess-System kann nun die Firmen dabei unterstützen, verstärkt die Energiekosten einzusparen. Die neuen Geräte bestehen aus einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul. Der Smart Meter zeigt den aktuellen Zählerstand an und speichert die Werte auch. Damit lesen die Manager an dem Display ab, wie viel Strom sie beispielsweise im vergangenen Quartal verbraucht haben.

Das Kommunikationsmodul wird Gateway genannt und übermittelt die Verbrauchsdaten automatisch verschlüsselt an Stromlieferanten und Netzbetreiber. Damit entfällt also der Hausbesuch von Ablesern. Darüber hinaus kann ein Smart Meter dafür sorgen, dass der Strom dann verbraucht wird, wenn der Preis niedrig ist.

Die Kontrolle der Energiekosten ist deswegen so wichtig, weil der Strom in Deutschland immer teurer wird. So haben nach Angaben des Vergleichsportals Verivox über 500 der mehr als 800 lokalen Stromversorger die Preise zum Jahreswechsel durchschnittlich um sechs Prozent erhöht. Und das wird noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein: „Wir gehen davon aus, dass es auch im Jahresverlauf weitere Preiserhöhungen geben wird“, erklärte ein Sprecher von Verivox.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Rauchmelder oder Hitzewarnmelder? Welche Lösung eignet sich für die Küche?

Die Küche gehört zu den Bereichen eines Hauses, in denen im Alltag besonders viele Wärmequellen zusammenkommen. Herd, Backofen, Toaster,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik 65 Jahre Mauerbau: Warum die deutsche Teilung bis heute nachwirkt
08.08.2026

Die Berliner Mauer ist Geschichte, ihre Spuren sind es nicht. Jahrzehnte nach ihrem Fall zeigen sich zwischen Ost und West weiterhin...

DWN
Politik
Politik Europa ist führend bei kommerziellen Klimakonzepten: Warum gelingt es nicht, diese umzusetzen?
08.08.2026

Europa hat Spitzenforscher, starke Unternehmen und viele der Technologien, die die Industrie klimafreundlicher machen könnten. Doch...

DWN
Technologie
Technologie KI-Unternehmen setzen auf Philosophen – ethische Fragen rücken in den Fokus
08.08.2026

Je leistungsfähiger Künstliche Intelligenz wird, desto drängender werden Fragen nach Verantwortung, Wahrheit und Moral. Ausgerechnet...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Warum schlechte Nachrichten gute Nachrichten für US-Anlegertitle
07.08.2026

Unerwartete Entwicklungen an der Wall Street: Warum enttäuschende Konjunkturdaten plötzlich für Jubel unter Investoren sorgen.

DWN
Politik
Politik EU-Haushalt 2028–2034: Deutschland soll Europas Rechnung bezahlen
07.08.2026

Zwei Billionen Euro, neue Schulden und ein Machtkampf zwischen Berlin und Paris: Die Verhandlungen über den EU-Haushalt 2028–2034 drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell kräftig im Plus: Schwache US-Arbeitsmarktdaten treiben Goldpreis-Entwicklung an
07.08.2026

Der Goldpreis hat am Freitag kräftig zugelegt. Schwache US-Arbeitsmarktdaten lassen die Renditen amerikanischer Staatsanleihen sinken und...

DWN
Panorama
Panorama Vier Buchempfehlungen für die Liege: Was Entscheider diesen Sommer unbedingt lesen sollten
07.08.2026

Das Tablet ist geladen, der Sonnenschirm steht, die E-Mails dürfen warten. Wir haben vier Wirtschaftsbuch-Empfehlungen für Sie, die den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BYD Sealion 5 im Test: Viel Auto für vergleichsweise wenig Geld
07.08.2026

Der BYD Sealion 5 verbindet viel Platz, hohen Komfort und einen erstaunlich großen Aktionsradius. Als Plug-in-Hybrid schafft er im Test 80...