Deutschland

Kunden-Betrug wird für deutsche Unternehmen immer mehr zur Belastung

Kundenbetrug ist zwar kein neues Problem, doch wird es immer mehr zu einer Belastung für die Firmen. Das geht aus einer aktuellen Studie der internationalen Beratungsgesellschaft PWC hervor.
29.03.2020 14:51
Lesezeit: 1 min
Kunden-Betrug wird für deutsche Unternehmen immer mehr zur Belastung
Kundenbetrug stellt für Deutschlands Unternehmen ein zunehmendes Problem dar. (Foto: dpa) Foto: Uwe Anspach

Kundenbetrug ist mittlerweile das größte Problem für die Unternehmen, wenn es um Wirtschaftskriminalität geht. Das geht aus der aktuellen Studie „Global Economic Crime and Fraud Survey 2020“ der internationalen Beratungsgesellschaft PWC hervor. Den Angaben zufolge waren weltweit davon 35 Prozent der befragten Firmen betroffen, also sechs Prozentpunkte mehr als noch 2018. Auf dem zweiten Platz der Straftaten lagen die Cyber-Kriminalität, deren Bedeutung sich um zwei Prozentpunkte auf 34 Prozentpunkte erhöht hat. Auf dem dritten Rang landeten die Vermögensdelikte, die mit 31 Prozent auf demselben Niveau geblieben sind. Die Experten haben die Unternehmensvertreter befragt, mit welchen Delikten sie in den vergangenen zwölf Monaten am meisten konfrontiert worden sind. Darunter befanden sich auch 100 Firmen aus Deutschland.

PWC spricht von einem Schaden von 37 Milliarden Euro, der den Firmen dadurch weltweit entstanden sei. In Deutschland dürften die Verluste im einstelligen Milliarden-Euro-Bereich liegen, so frühere Schätzungen der Wirtschafts-Auskunft Schufa. Davon sind auch die kleinen und mittleren Unternehmen betroffen – und zwar oft dann, wenn es um den Onlineverkauf von Waren geht. Ein Problem, über das Händler klagen, ist Fehlverhalten, wenn die Kunden von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Manchmal mahnen die Kunden, sie hätten die Ware nicht bekommen, obwohl dies nicht stimmt. Dann wollen sie sich Kosten vom Unternehmen erstatten lassen, ohne dass dies berechtigt wäre, wie Händler auf ihren Foren im Netz beklagen.

„Gegen Kundenbetrug lassen sich relativ einfach Vorkehrungen treffen. Robuste Prozesse und Technologien leisten hier einen wichtigen Beitrag zur Prävention“, so die Einschätzung von PwC-Expertin Claudia Nestler. Das sehen die Händler ähnlich. So haben sie sich schon lange mit der Problematik beschäftigt, weil das Thema seit Jahren bekannt ist: „Wir haben auch Runde Tische, wo die Betroffenen darüber diskutieren. Gegen Betrug im Widerrufsrecht gibt es bereits einige Mittel. Die Unternehmen können sich beispielsweise die Ware Vorkasse bezahlen lassen“, sagte Susan Saß, Sprecherin des Verbandes für E-Commerce BEVH, den Deutschen Wirtschaftsnachrichten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik AfD-Parteitag in Erfurt: SPD, Grüne und Linke rufen zu Protesten auf
02.07.2026

In Erfurt hält die AfD am kommenden Wochenende ihren Bundesparteitag ab. Laut Kopelke geht die Polizei in Thüringen von bis zu 50.000...

DWN
Technologie
Technologie Robotaxi: Zagreb fährt vor, Deutschland sucht noch den Anschluss
02.07.2026

In Zagreb fahren bereits Robotaxis, Waymo meldet Millionen autonome Meilen, China rollt ganze Flotten aus. Deutschland dagegen besitzt zwar...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Politik: Bundesregierung kündigt härteren Kurs an
02.07.2026

Deutschland will gegenüber China robuster auftreten und in strategisch wichtigen Bereichen stärker auf europäische Produktion setzen....

DWN
Politik
Politik Grenzkontrollen: Gericht erklärt Kontrollen für rechtswidrig – sie finden dennoch weiterhin statt
02.07.2026

Das Verwaltungsgericht München hat deutsche Grenzkontrollen in drei Fällen nachträglich beanstandet. Trotz des Urteils müssen...

DWN
Panorama
Panorama Informationsfreiheit: Bundesregierung will Anfragen deutlich einschränken
02.07.2026

Die Bundesregierung plant strengere Regeln für den Zugang zu amtlichen Informationen. Künftig sollen offenbar nur noch Privatpersonen...

DWN
Politik
Politik Staatliche Wohnungen: Koalition stoppt Enteignungspläne bei Mietwohnungen
02.07.2026

Die Bundesregierung will den Wohnungsbau ankurbeln und zugleich private Eigentümer vor Verstaatlichung schützen. Statt großer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bauern in Sorge: Hitze und Kosten belasten Weizenernte
02.07.2026

Deutschlands Bauern blicken mit Sorge auf die laufende Ernte. Nach der extremen Hitze im Juni drohen vor allem beim Weizen Einbußen bei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Niederlage vor EuGH: Google muss EU-Rekordstrafe zahlen
02.07.2026

Warum sind bestimmte Google-Apps auf Android-Handys Standard? Der Tech-Gigant muss eine milliardenschwere Wettbewerbsstrafe der...