Weik & Friedrich: Billionen an Helikopter-Dollar - das Vertrauen in die Geldwert-Stabilität ist endgültig dahin

 

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20.03.2020 06:33  Aktualisiert: 20.03.2020 06:33
Die USA planen, gewaltige Summen an Helikopter-Geld an ihre Bürger auszuschütten. Das würde den Glauben an die Geldwert-Stabilität endgültig zerstören, schreiben Matthias Weik und Marc Friedrich - das System "Geld" wäre damit am Ende.
Weik & Friedrich: Billionen an Helikopter-Dollar - das Vertrauen in die Geldwert-Stabilität ist endgültig dahin
Dieser Helikopter löscht einen Waldbrand - die USA wollen mit der Ausgabe von unglaublichen Summen Helikopter-Geldes ein Konsum-Feuer anfachen. (Foto: dpa)
Foto: Jens B

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Vor elf Jahren befand sich die Welt, nachdem die Immobilienblase geplatzt und zahlreiche Banken pleite gegangen waren, in einer drastischen Wirtschaftskrise. Diese entstand durch zu niedrige Zinsen und zu viel billigem Geld. Gelernt haben die Notenbanker aus dieser Krise jedoch offensichtlich äußert wenig. Trotz einer zehnjährigen Boomphase, insbesondere in Deutschland, sind die Zinsen historisch niedrig und werden weiter gesenkt. Die Welt wird stetig mit immer mehr Geld geflutet. Das Resultat: Weltweit haben sich zahllose gigantische Blasen an Aktien- und Immobilienmärkten gebildet. Mittlerweile ist es jedoch offenkundig, dass man sich nicht mit ultra-viel billigem Geld aus der Krise nachhaltig drucken kann. Eins steht fest: Die Probleme der letzten Finanzkrise wurden keinesfalls gelöst, sondern lediglich „in die Zukunft gedruckt“.

Schwarzer Schwan Coronavirus

Jetzt ist die Krise auf Grund des „Schwarzen Schwans“ Coronavirus deutlich schneller und heftiger da, als von vielen erwartet. Die dank des billigen Geldes vollkommen überbewerteten Aktienmärkte werden gegenwärtig gnadenlos auf den Boden der Realität zurückgeprügelt. Wann die Talsohle erreicht wird, kann derzeit niemand sagen.

Corona: Auslöser und nicht Ursache der Krise

Wichtig zu wissen ist, dass das Virus der Auslöser, aber nicht die Ursache der gigantischen globalen Wirtschaftskrise ist. Jetzt stehen die Zeichen nicht nur in Europa, sondern überall auf der Welt auf Rezession. Nicht nur in Südeuropa, welches sich seit 2008 nicht mehr richtig erholt hat, sondern auch bei dem schwer vom Export abhängigen Deutschland sieht es zappenduster aus. Ebenso verschlechtert sich kontinuierlich die wirtschaftliche Lage in den größten Volkswirtschaften Asiens wie China, Japan, Südkorea, genau wie in den USA, in Südamerika und im stark vom Rohstoff-Export abhängigen Australien… Fakt ist: Corona hat uns alle fest im Griff – und zwar überall auf der Welt. Eine Verbesserung der Lage: Sie ist momentan nicht in Sicht.

Desaströse Zahlen im Automobilsektor

Fakt ist: Die Konjunktur in Deutschland schmiert ab. Ein drastisches Beispiel ist Deutschlands Schlüsselindustrie, der Automobil-Bau. Dort sieht es mittlerweile verheerend aus.

In den ersten beiden Monaten des neuen Jahres sank die PKW-Produktion um 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereits 2019 sank die PKW-Produktion um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, auf nur 4,66 Millionen Einheiten. Das ist der niedrigste Stand seit 23 Jahren!! Bereits im Jahr 2018 brach die Produktion um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein! Der Chart zeigt deutlich, dass die gegenwärtigen Produktionszahlen sogar unter denen zur Hochzeit der Finanzkrise 2009 liegen. Jetzt ist das Coronavirus mitten in Europa, und ein Hersteller nach dem anderen stoppt die Produktion. Die Konsequenzen dessen sind bis dato noch nicht einmal ansatzweise zu bewerten. Mit Sicherheit werden die Konzerne ihre Beschäftigungsgarantien zukünftig nicht mehr halten können, und die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sowie die Arbeitslosenzahlen werden rund um den Globus rapide steigen.

Haben die Notenbanken ihr Pulver verschossen?

Jetzt stellt sich die Frage, was die Geldmagier der Notenbanken aushecken werden, um das System noch länger am Laufen zu halten. Die Zinsen sind im Keller, in der Eurozone sogar schon im negativen Bereich, und auch in den USA ist nach der letzten radikalen Zinssenkung nicht mehr viel Luft nach unten.

Fakt ist, die Notenbanken haben ihr Pulver größtenteils verschossen

Man könnte zweifellos die Zinsen noch weiter in den Negativbereich senken. Dann müsste man jedoch ran ans Bargeld. Drastische Negativzinsen sind nur mit rigorosen Bargeldabhebungs-Beschränkungen möglich. Dabei ist jedoch davon auszugehen, dass der Aufschrei der Wähler erheblich wäre und somit schlecht für die Parteien, welche sich für eine solche Aktion aussprechen würden. Mit anderen Worten: Die Senkung wird kaum kommen. Jetzt ist guter Rat teuer.

Helikoptergeld – Geld ohne Gegenleistung für jedermann

Das heißt, es muss noch mehr Geld her, viel mehr Geld. Woher es kommt? Die Zentralbank kann das Geld einfach drucken, oder besser gesagt: elektronisch per Knopfdruck aus dem Nichts erschaffen. Dieses sogenannte „Helikoptergeld“ könnte dann unters Volk gebracht und auf diese Weise der Konsum angeregt werden.

Ob dieses Ziel jedoch erreicht wird, ist mehr als fraglich. Denn der Staat kann die Bürger kaum zum Konsum zwingen. Warum sollen die Bürger in Zeiten großer wirtschaftlicher Unsicherheit ausgerechnet konsumieren und nicht sparen, insbesondere wenn sie in immer mehr Ländern lediglich ihre Häuser zum Lebensmittelerwerb und zum Arztbesuch verlassen dürfen? Sparen die Bürger das geschenkte Geld aber, dann verliert das Helikoptergeld jegliche Wirkung – außer, dass es die Inflation anheizt.

USA Vorreiter eines irrsinnigen Experiments?

Die USA beabsichtigten dennoch, diesen Wahnsinn zu implementieren. Die Amerikaner sollen laut Medienberichten in Kürze einen Scheck über mindestens 1.000 Dollar vom Staat bekommen. Laut letzten Berichten sogar 3.164 Dollar pro Steuerzahler (158 Millionen Amerikaner). Wir gehen davon aus, dass dies nicht der letzte sein wird. Erstmals hat übrigens der Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman die Idee, Geld vom Himmel regnen zu lassen, in den Sechzigerjahren ins Spiel gebracht.

Wie kann so etwas in der Praxis ablaufen?

Die Notenbank der USA, die Federal Reserve Bank (FED), müsste Geld per Knopfdruck aus dem Nichts erschaffen, damit die US-Regierung dieses an ihre Bürger verteilen kann. Mittlerweile wird über abstruse Summen spekuliert. Manche sprechen von einer Billion, der ehemalige Präsident der FED von Minneapolis hält ein Konjunkturpaket „eher in der Größenordnung von 2,5 Billion Dollar" für erforderlich. Er schlägt vor, dass 10.000 Dollar an jedes Kind und jeden Erwachsenen unter 40 Jahren verteilt wird, da jüngere Menschen das Geld eher verkonsumieren würden als Ältere, welche es voraussichtlich sparen würden.

Bei Lichte betrachtet sollten wir uns die Frage stellen, was die Konsequenzen eines solchen Programms für ein Land sind, welches mit über 23,47 Billionen Dollar verschuldet ist?

Unserer Ansicht nach ist es brandgefährlich, aus dem Nichts geschöpftes Geld, welches durch nichts gedeckt ist, außer unserem Vertrauen, zu verschenken. Sollten die Bürger das Vertrauen in das bedruckte Papier – welches sich Geld nennt – verlieren, dann ist der Schaden irreparabel. Kurzum, dann ist es zu spät.

Dementsprechend wird mit dieser irrsinnigen Aktion das Problem einer Welt, die bis zur Halskrause verschuldet ist, keinesfalls gelöst, sondern es wird lediglich abermals nur eines gewonnen – Zeit. Die Finanzwelt ist süchtig nach der Droge „billiges Geld“. Sie benötigt immer mehr in immer kürzeren Abständen. Auf Dauer kann und wird dies jedoch nicht gut gehen. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis auch unsere EZB auf diese verzweifelte Maßnahme zurückgreifen wird. Unseres Erachtens ist „Helikoptergeld“ das letzte sinnfreie und desperate Aufbäumen vor dem endgültigen Zusammenbruch. Wer bitte wird denn noch an unser Geldsystem glauben, wenn Geld verschenkt wird?

Über die Autoren - www.friedrich-weik.de

Marc Friedrich und Matthias Weik sind Finanzexperten, fünfache Bestsellerautoren und Gründer der Honorar-Beratung FRIEDRICH&WEIK VERMÖGENSSICHERUNG für Privatpersonen und Unternehmen, sowie Initiatoren des täglich handelbaren offenen Sachwertfonds, dem Friedrich & Weik Wertefonds. Ihr aktueller Nummer 1-Spiegel-Bestseller heißt: „Der größte Crash aller Zeiten“.


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