Deutschland

Deutschland verzeichnet weltweit stärksten Anstieg der Militärausgaben

Lesezeit: 1 min
27.04.2020 12:31  Aktualisiert: 27.04.2020 12:31
Deutschland hat seine Militärausgaben im vergangenen Jahr um 10 Prozent ausgeweitet - so stark wie kein anderer der führenden 15 Staaten.
Deutschland verzeichnet weltweit stärksten Anstieg der Militärausgaben
Tornado-Kampfflugzeuge der Bundesluftwaffe fliegen am 1. April auf dem Rückflug aus dem Irak in Formation. Wegen der Coronavirus-Pandemie hat die Bundeswehr einen Teil der im Irak eingesetzten Soldaten zurück nach Deutschland abgezogen. (Foto: dpa)
Foto: -

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Staaten der Erde haben im vergangenen Jahr fast zwei Billionen Dollar in ihre Militärapparate gesteckt. Weltweit wurden 2019 insgesamt schätzungsweise 1,917 Billionen Dollar (1,77 Billionen Euro) und damit 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr für das Militär ausgegeben, wie aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hervorgeht. Das entsprach 2,2 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes und schätzungsweise 249 Dollar (230 Euro) pro Erdbürger.

Die Friedensforscher gehen angesichts der Corona-Krise davon aus, dass damit vorerst ein Höchststand bei den weltweiten Militärausgaben erreicht ist. Der mit der Coronavirus-Pandemie verknüpfte wirtschaftliche Abschwung werde einen großen Einfluss auf die Budgets der Regierungen und all ihre Ausgaben im Jahr 2020 haben, sagte der Sipri-Forscher Nan Tian der Deutschen Presse-Agentur. Die Länder müssten dabei unter anderem abwägen, ob sie ihre Mittel lieber ins Militär oder in Gesundheitswesen, Bildung oder Infrastruktur stecken wollten. "Covid-19 wird jedes einzelne Land betreffen, kein Zweifel", sagte Tian.

Klarer Spitzenreiter bei den Militärausgaben bleiben bis dahin weiter die USA, die 2019 rund 732 Milliarden Dollar für die Verteidigung aufwandten. Erstmals nehmen mit China und Indien gleich zwei asiatische Länder Plätze unter den Top drei der Rangliste ein. Mit einem Zuwachs von zehn Prozent seit 2018 - dem größten aller Top-15-Staaten - lag Deutschland im weltweiten Vergleich laut Sipri nun mit Ausgaben von 49,3 Milliarden Dollar auf Rang sieben. Angesichts des Drucks vonseiten der Nato und von US-Präsident Trump zu einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben überholte die Bundesrepublik damit Großbritannien und Japan.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hat den Spitzenplatz Deutschland beim prozentualen Zuwachs der Verteidigungsausgaben scharf kritisiert. «Beschämende Zahlen! Deutschland ist Aufrüstungsweltmeister», erklärte Bartsch dazu am Montag. Und weiter: «Militärausgaben saugen die Ressourcen aus den Bereichen der Gesellschaft, die wirklich notwendig sind. Wir brauchen erst recht seit der Corona-Krise ein Umdenken und Umsteuern! Abrüstung weltweit ist das Gebot der Stunde.»


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
DWN
Finanzen
Finanzen Die USA brechen die Regeln des internationalen Finanzsystems

Wegen kurzfristiger Vorteile verspielt Amerika seinen guten Ruf.

DWN
Technologie
Technologie Energiewende führt zu Strommangel-Wirtschaft, De-Industrialisierung und Verarmung

So, wie die Energiewende derzeit geplant ist, gefährdet sie den Wirtschaftsstandort Deutschland und unseren Sozialstaat. DWN-Autor Henrik...

DWN
Politik
Politik Einflussreicher US-Stratege sagt, der Westen trage Mitschuld am Krieg: Hat er Recht?

Stellt der Ukraine-Krieg nur die logische Folge eines erneut aufkeimenden russischen Imperialismus dar? Nein, so der berühmte US-Stratege...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Technologie
Technologie „Die Debatte um die Atomkraft wird nahezu faktenfrei geführt“

Fluch oder Segen? Der Analyst für Energie- und Atom-Politik, Mycle Schneider, empfiehlt einen nüchternen Blick auf die Kernenergie. Und...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Mit Vorsatz in den nächsten Crash

Die Fed befindet sich in einem Teufelskreis: Lässt sie die Zinsen unangetastet, steigt die Inflation. Erhöht sie die Zinsen, brechen die...

DWN
Technologie
Technologie Wenn Russland den Hahn zudreht: "Dann gnade uns Gott"

Kernenergie, sagt der Diplomingenieur für Kernenergetik, Manfred Haferburg, ist sicher. Die deutsche Energiewende hingegen sieht er...