Wirtschaft

UBS erreicht höchsten Quartalsgewinn seit fünf Jahren

Die Gewinne der Schweizer Investmentbank UBS stiegen im ersten Quartal um 40 Prozent. Doch nun trübt die Corona-Krise die Aussichten ein.
28.04.2020 09:34
Lesezeit: 1 min
UBS erreicht höchsten Quartalsgewinn seit fünf Jahren
UBS-Vorstandschef Ralph Hamers im Februar während einer Pressekonferenz. (Foto: dpa) Foto: Walter Bieri

Die UBS hat dank eines florierenden Wertpapierhandels den höchsten Quartalsgewinn seit fast fünf Jahren eingefahren. Unter dem Strich verdiente die Schweizer Großbank in den ersten drei Monaten 1,595 Milliarden Dollar, wie die UBS am Dienstag mitteilte. Damit verbuchte das Institut ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode und übertraf auch die vor knapp drei Wochen in Aussicht gestellten 1,5 Milliarden Dollar.

Die Erträge kletterten um zehn Prozent, weil die Kunden angesichts der Turbulenzen an den Börsen deutlich mehr Transaktionen in Auftrag gaben. "Das Quartal zeichnete sich aus durch Höchstleistungen in jeder Hinsicht", erklärte Konzerchef Sergio Ermotti.

Doch während die Auswirkungen der Corona-Krise das Geschäft im ersten Quartal beflügelten, dämpfte die UBS die Erwartungen an den weiteren Jahresverlauf. Die Pandemie habe die globalen Konjunkturaussichten auf absehbare Zeit dramatisch verändert. Der gesunkene Wert der Kundenvermögen dürfte den Ertrag aus wiederkehrenden Gebühren beeinträchtigen. Gleichzeitig werde die Kundenaktivität voraussichtlich abnehmen und sich auf die transaktionsbasierten Erträge auswirken. Die zur Eindämmung des Coronavirus ergriffenen Maßnahmen dürften viele Firmen bremsen und mehr Wertberichtigungen für Kreditrisiken nach sich ziehen.

Die Rückstellungen für erwartete Kreditrisiken kletterten im Startquartal auf 1,28 Milliarden Dollar. Zuvor hatten schon die Rivalen Credit Suisse und Deutsche Bank die Risikovorsorge erhöht. Und die größten US-Institute legten im ersten Quartal insgesamt 25 Milliarden Dollar auf die Seite für drohende Kreditausfälle. Allerdings sind dort die Privatkunden mit Konsumkrediten und Kreditkarten deutlich stärker verschuldet als in Europa.

Doch trotz des erwarteten Gegenwinds sieht sich die UBS gut aufgestellt. Denn als Reaktion auf die Finanzkrise vollzog das Institut einen Umbau hin zu einem wetterfesteren Geschäftsmodell mit einer starken Bilanz und der Ausrichtung auf die Vermögensverwaltung. "Wir gehen diese unruhigen Zeiten aus einer Position der Stärke heraus an, weil wir in den letzten Jahren unsere Strategie diszipliniert umgesetzt, unsere Risiken bewirtschaftet und laufend in Technologie investiert haben", erklärte Ermotti.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Größter Verkauf russischen Goldes seit der Finanzkrise 1998: Weitere Tonnen verschwinden aus den Tresoren
23.10.2026

Die neuesten Daten der russischen Zentralbank zeigen, dass die Verkäufe aus den Goldreserven seit Jahresbeginn bereits 62 Tonnen erreicht...

DWN
Technologie
Technologie Energieverbrauch: Wann sich eine Wärmepumpe rechnet
23.10.2026

Eine Wärmepumpe kostet beim Kauf mehr als eine Gasheizung – doch mit Förderung kann sich der Aufpreis auszahlen. Der WWF hat...

DWN
Technologie
Technologie Batteriespeicher boomen: Deutschland baut Kapazität massiv aus
23.10.2026

Der Ausbau von Batteriespeichern nimmt in Deutschland deutlich Fahrt auf. In den ersten neun Monaten des Jahres gingen bereits rund eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Seltene Erden: Europa bricht mit Russland, doch der Plan hat einen Haken
23.10.2026

Europa will sich bei Seltenen Erden aus der Abhängigkeit von Russland befreien. Ein Werk in Estland soll dabei eine Schlüsselrolle...

DWN
Politik
Politik Elektronische Patientenakte: Hausärzte warnen vor Kassen-Zugriff auf Patientenakten
22.10.2026

Werden Patienten mit einem neuen Digitalgesetz besser vor Krankheiten geschützt - oder werden sie neuen Risiken anderer Art ausgesetzt?...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: CoreWeave und Sandisk im Tech-Ausverkauf schwer getroffen
22.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Auslöser die Wall Street in Aufruhr versetzen und was das für die Märkte bedeutet.

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
22.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hier sind die besten und schlechtesten Rentensysteme der Welt
22.10.2026

Deutschlands Rentensystem gerät zunehmend unter Druck, während Dänemark im weltweiten Renten-Ranking auf den zweiten Platz klettert....