Finanzen

Iran streicht vier Nullen von seiner Währung

Der weltweite Kampf gegen die Corona-Krise zerstört Währungen. Wegen der starken Geldentwertung hat nun das iranische Parlament die Abschaffung des Rial beschlossen.
05.05.2020 15:00
Lesezeit: 1 min

Am Montag hat das iranische Parlament beschlossen, die bisherige Währung des Landes zu ersetzen. Der Rial soll dem Toman weichen, der 10.000 Rial wert sein wird. Die iranische Regierung hatte diese Umstellung über viele Jahre diskutiert. Die Auswirkungen des Coronavirus im Iran haben nun offenbar eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung gespielt. 

Doch der bisherige Rial hatte schon vor Corona massiv an Wert verloren. Dies war eine Folge der inflationären Politik im Kampf gegen die amerikanischen Sanktionen. Allein seit 2018, als die Regierung von Donald Trump das Atomabkommen platzen ließ und erneut Sanktionen gegen den Iran verhängte, ist der Wert der iranischen Währung um rund 60 Prozent gesunken.

Der Wächterrat, ein Gremium von zwölf Geistlichen, welches das Parlament überwacht, muss das Gesetz noch ratifizieren. Anschließend hat die Zentralbank zwei Jahre Zeit, um die Änderung umzusetzen. Sie wird die Rial-Geldscheine aus dem Verkehr ziehen und dafür die neuen Toman-Geldscheine ausgeben.

In der Übergangsphase werden sowohl Rial als auch Toman gültig sein.  Anschließend werden alle finanziellen Verpflichtungen nur noch in Toman erfüllt. Nach Angaben der iranischen Zentralbank sind im Iran 8 Milliarden Banknoten im Umlauf, was der Regierung hohe Kosten für den Druck neuen Geldes auferlegt.

"Die Eliminierung der vier Nullen [von der iranischen Landeswährung] ist eine notwendige Maßnahme, um finanzielle Transaktionen zu vereinfachen", zitiert die New York Times Ali Rabiei, einen Sprecher der iranischen Regierung.

Der Gesetzentwurf war Anfang 2019 vom Gouverneur der iranischen Zentralbank, Abdolnasser Hemati, vorgelegt worden. Er sagte damals, dass der Iran keine andere Wahl habe, um das "Gesicht seiner nationalen Währung zu wahren", so offizielle iranische Medienberichte. Frühere Versuche der Regierung von Präsident Hassan Rouhani, die Währung bereits 2016 zu ändern, hatten sich nicht durchgesetzt.

Befürworter der Währungsumstellung sagten, die Streichung der vier Nullen würde die Finanzkalkulationen im Iran erheblich vereinfachen, da Käufer nicht mehr massenweise Rials mit sich führen müssten, um Einkäufe zu tätigen, was sie jetzt wegen der Inflation tun müssen. Am Montag lag der Wechselkurs des Rials bei 156.000 zum Dollar.

Die Gegner argumentierten jedoch, der Plan bedeute zusätzliche Kosten zu einer Zeit, wo die Regierung bereits mit einem Haushaltsdefizit von 30 bis 50 Prozent für das kommende Finanzjahr konfrontiert sei. Zudem gewinne die Währung durch die Umstellung nicht an Wert, es handle sich lediglich um eine kosmetische Augenwischerei.

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