Deutschland

Kleine und mittlere Unternehmen: Jetzt jedes fünfte von Insolvenz bedroht

Die Corona-Krise ist doch noch schlimmer als ursprünglich angenommen. Eine aktuelle Umfrage zeigt ein erschreckendes Bild von den deutschen Unternehmen.
13.05.2020 12:52
Lesezeit: 1 min
Kleine und mittlere Unternehmen: Jetzt jedes fünfte von Insolvenz bedroht
Die Reiseveranstalter trifft die Krise besonders hart. Hier demonstriert eine Vertreterin der Branche auf offener Straße. Doch nicht nur diese Industrie, sondern auch viele Firmen aus anderen Wirtschaftszweigen dürften die Pandemie nicht überleben. (Foto: dpa) Foto: Marijan Murat

Die Pandemie hat den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) noch mehr zugesetzt als ursprünglich angenommen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Berliner B2B-Unternehmen Visible unter 300 Firmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gemacht hat.

Jedes fünfte Unternehmen sieht sich in naher Zukunft von der Insolvenz bedroht. Neun Prozent erklären, dass sie dann zahlungsunfähig sind, sollte der Lockdown noch länger dauern. 13 Prozent wissen nicht, wie sie ihr Geschäft aufrechterhalten sollen. Immerhin setzt ein Viertel der Firmen auf staatliche Unterstützung und hofft, dass sie ihre Existenz dadurch doch noch sichern können.

Bezeichnend ist, dass generell Umsatzeinbußen und Kurzarbeit den Arbeitsalltag der Unternehmen bestimmen. Die Anzahl der Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken, hat sich im Vergleich zu Anfang März mehr als verdoppelt: 40 Prozent der Befragten gaben jetzt an, in deutlich reduzierter Form zu arbeiten. Anfang März waren es noch 19 Prozent.

Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) ist außerdem von der kompletten Schließung des Betriebs aufgrund behördlicher Anordnungen betroffen. In rund acht Prozent der befragten Unternehmen steht die Produktion still. Dem stehen 40 Prozent der Betriebe gegenüber, die glauben, mit einem blauen Auge davon zukommen und nach der Krise weiter bestehen zu können. Eine weitere Folge sind enorme Umsatzeinbußen. Diese verzeichnen inzwischen zwei Drittel der Befragten. Im März waren es noch weniger als die Hälfte (45 Prozent).

In einigen Unternehmen herrscht trotz allem Arbeitsalltag: 22 Prozent der Unternehmen arbeiten mit Atemschutzmasken im Normalbetrieb. Vom Homeoffice aus arbeiten 27 Prozent – für viele eine völlig neue Erfahrung. Immerhin stellen die Firmen insgesamt ihren Regierungen noch ein relativ gutes Zeugnis aus, wenn es um das Krisenmanagement. So geben sie ihnen eine 3 plus, wenn man dies in Schulnoten ausdrückt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Smart Infrastructure: Siemens investiert 200 Millionen Euro in Standort Amberg
09.03.2026

Siemens will seinen Standort in Amberg ausbauen. Mit dem bis 2030 geplanten Neubau will der Konzern seine Wettbewerbsfähigkeit stärken...

DWN
Technologie
Technologie Nutzfahrzeugflotte in Europa: E-Mobilität bleibt Randerscheinung
09.03.2026

Die Nutzfahrzeugflotte in Europa wächst Jahr für Jahr und wirkt doch wie aus der Zeit gefallen. Während Brüssel Klimaziele verschärft...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie: Betriebsrat will Wolfsburg stärken – Ausblick auf neuen VW Golf 9
08.03.2026

Volkswagen zeigt erstmals den elektrischen VW Golf 9 – allerdings nur als Umriss. Wie Betriebsratschefin Cavallo die Zukunft des...

DWN
Finanzen
Finanzen A Man in Finance: Wenn KI den Banker ersetzt – und wo ist Geld eigentlich noch sicher?
08.03.2026

Der Traum vom „Man in Finance“ galt lange als romantisierte Sicherheitsstrategie in unsicheren Zeiten. Doch wenn Algorithmen künftig...

DWN
Technologie
Technologie Heizen mit Wärmepumpe: Mythen im Faktencheck – worauf Sie wirklich achten sollten!
08.03.2026

Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende im Gebäudesektor. Trotzdem halten sich viele Mythen hartnäckig: zu laut,...

DWN
Finanzen
Finanzen Preis-Leistungs-Check: Lynk & Co 01 mit 280 PS und Vollausstattung
08.03.2026

Der Lynk & Co 01 kombiniert als Plug-in-Hybrid-SUV 280 PS, großzügige Ausstattung und einen Preis von 36.000 bis 40.000 Euro zu einem...

DWN
Politik
Politik Sachverständigenrat: Deutsche Regierung schlägt Felbermayr als "Wirtschaftsweisen" vor
08.03.2026

Ums Personal eines der wichtigsten Beratergremien der Bundesregierung gab es kürzlich Aufregung. Jetzt präsentiert Schwarz-Rot einen...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuerbetrug mit Luxusautos: Festnahmen bei EU-weiter Razzia
08.03.2026

Großaktion gegen Steuerbetrug: In neun EU-Ländern durchsuchen Beamte Objekte. Die Köpfe des weit verzweigten Netzwerks sollten in...