Finanzen

Deutsche Bank stockt Eigenkapital mit neuer Anleihe auf

Mitten in der Corona-Krise stärkt die Deutsche Bank ihre Eigenkapitaldecke, indem sie eine neue Nachranganleihe begibt.
11.05.2020 13:33
Lesezeit: 1 min
Deutsche Bank stockt Eigenkapital mit neuer Anleihe auf
Die Zentrale der Deutschen Bank spiegelt sich in einer Glasfassade. (Foto: dpa) Foto: Boris Roessler

 Die Deutsche Bank stärkt ihre Kapitalbasis mit der Emission einer neuen Nachranganleihe. Die sogenannte Tier-2-Anleihe werde ein benchmarkfähiges Volumen haben und sie werde den Eigenkapitalpuffer der Bank erhöhen, teilte das Institut am Montag mit. Solche Benchmark-Anleihen haben Finanzkreisen zufolge in der Regel ein Volumen von 750 Millionen Euro. Darüber hinaus kündigte das größte deutsche Geldhaus an, für zwei Milliarden Euro bestimmte Anleihen zurückzukaufen, die nicht mehr auf das Eigenkapital der Bank anrechenbar seien.

Durch die Corona-Krise ist die Eigenkapitalquote der Deutschen Bank geschwächt. Vorstandschef Christian Sewing hatte bei der Vorlage der Quartalszahlen angekündigt, dass die harte Kernkapitalquote vorübergehend das Ziel von mindestens 12,5 Prozent leicht unterschreiten könne. Wegen der Corona-Krise drohen Banken vermehrt Kreditausfälle durch Firmeninsolvenzen, die Risikovorsorge für faule Kredite haben die Institute im ersten Quartal bereits deutlich erhöht. Finanzaufseher rechnen damit, dass die größte Welle erst im Sommer auf die Geldhäuser zurollt.

Damit Banken in der Euro-Zone die Krise besser überstehen, hat die Europäische Zentralbank (EZB) die regulatorischen Anforderungen gelockert. Zudem können sie sich einfacher und günstiger als bisher bei der EZB refinanzieren. Dazu hat die Notenbank große, zielgerichtete Geldspritzen für Banken aufgelegt, die in der Fachwelt TLTRO III genannt werden, um in der Krise die Liquiditätsversorgung sicherzustellen. Darüber hinaus erlaubt es die Zentralbank den Banken, Nachranganleihen (Tier 1 und Tier 2) zum Eigenkapital hinzuzurechnen.

Die Besitzer von Nachranganleihen werden nachrangig, also erst nach allen anderen Gläubigern, bedient, wenn der Emittent insolvent wird. Die Papiere haben eine unendliche oder sehr lange Laufzeit, können aber nach einer gewissen Zeit getilgt werden. Wegen des höheren Risikos erhalten Anleger eine höhere Verzinsung als bei anderen Anleihen. 

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ukraine-Wirtschaft schwächelt: Experten senken Wachstumsprognose deutlich
21.10.2026

Die massiven russischen Angriffe verschlechtern die wirtschaftlichen Aussichten der Ukraine spürbar. Das Wiener Institut für...

DWN
Politik
Politik Tabaksteuer-Panne: Gesetz gilt plötzlich Monate zu früh
21.10.2026

Eigentlich sollten höhere Tabaksteuern erst 2027 greifen. Doch ein Fehler im Bundesfinanzministerium hat dafür gesorgt, dass die Regelung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Beförderung: Warum Fleiß zur Karrierefalle werden kann
21.10.2026

Mehr leisten, länger bleiben, ständig einspringen: Viele Beschäftigte hoffen, sich damit die nächste Beförderung zu verdienen. Doch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Volvo FH 500 Aero: 500 PS und trotzdem auf Sparkurs
21.10.2026

500 PS, 2.800 Newtonmeter Drehmoment und trotzdem auf Sparkurs: Der Volvo FH 500 Aero soll beweisen, dass schwere Lastwagen nicht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Exporte nach Russland: Handel weit eingebrochen, aber nicht beendet
21.10.2026

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist der Handel zwischen Deutschland und Russland massiv zurückgegangen. Vor allem die Importe sind nahezu...

DWN
Politik
Politik Europäische Telekomriesen bereiten Gegenangriff auf Starlink vor
21.10.2026

Vier der größten europäischen Telekomkonzerne wollen bei satellitengestützten Mobilfunkdiensten enger zusammenarbeiten. Ziel ist es,...

DWN
Politik
Politik Frankreich steckt mitten im finanziellen Sturm: Kann daraus eine Schuldenkrise werden?
21.10.2026

Frankreich kämpft mit hohen Defiziten, steigenden Zinsen und politischer Unsicherheit. Erinnerungen an die europäische Schuldenkrise...

DWN
Politik
Politik Bürgergeld: 1,4 Millionen Arbeitslose beziehen seit fünf Jahren Grundsicherung
21.10.2026

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die im Bürgergeld festhängen, hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich erhöht. Die Zahlen der...