Deutschland

Deutsche Elektro-Industrie steht vor desaströsem zweiten Quartal

Die deutsche Elektro-Industrie wird von der Corona-Krise schwer gebeutelt. Und aller Voraussicht nach werden die Zeiten noch härter.
14.05.2020 14:26
Lesezeit: 1 min
Deutsche Elektro-Industrie steht vor desaströsem zweiten Quartal
Glasröhren für Leuchtstoffröhren laufen in der Produktion des Lampen-Herstellers Narva in Brand-Erbisdorf (Sachsen) über ein Band, wo sie zur weiteren Bearbeitung erhitzt werden. (Foto: dpa) Foto: Hendrik Schmidt

Keine guten Aussichten für die deutsche Elektro-Industrie: Obwohl die Situation aufgrund der Corona-Krise schon jetzt schwierig ist, wird sie sich in den kommenden Monaten voraussichtlich noch weiter verschlechtern, so der Chef-Volkswirt des Branchenverbands ZVEI, Andreas Gontermann: „Die vollen Auswirkungen der Pandemie werden sich im zweiten Vierteljahr zeigen.“

Tatsache ist: Alle Kennzahlen sind negativ.

  • Der diesjährige März-Umsatz fiel mit 15,9 Milliarden Euro um 6,4 Prozent niedriger aus als im gleichen Monat des vorherigen Jahres, wobei die Auslands-Umsätze mit minus 8,0 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro weitaus stärker zurückgingen als die Inlands-Umsätze mit minus 4,3 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Innerhalb des Auslandsgeschäfts sanken die Umsätze mit der Eurozone (minus 12,0 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro) deutlich stärker als die Umsätze mit Drittländern (minus 5,8 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro).
  • Die reale – also um Preiseffekte bereinigte – Produktion fiel in diesem März 5,7 Prozent niedriger aus als im März 2019.
  • Die Bestellungen in diesem März gingen im Vergleich zum Vorjahres-März um 9,2 Prozent zurück. Bei den Inlands-Bestellungen waren es 10,3 Prozent; bei den Auslands-Bestellungen 8,1 Prozent. Was letztere Kennzahl anbelangt: Mit minus 15,8 Prozent war der Rückgang der Aufträge aus der Eurozone besonders dramatisch, während der Auftrags-Rückgang aus den Drittländern mit minus 3,6 Prozent noch vergleichsweise gering ausfiel.
  • Die Kapazitätsauslastung lag zu Beginn des zweiten Quartals dieses Jahres mit 75,9 Prozent um 5,6 Prozent niedriger als drei Monate zuvor.
  • Die Reichweite der Auftragsbestände hat sich von 3,4 auf 3,0 Monate verringert. Gontermann: „Ihre Produktionspläne haben die Unternehmen zuletzt drastisch zurückgeschraubt.“
  • Die Zahl der Kurzarbeiter stieg im April auf knapp 196.000; im März waren es „nur“ 47.300 gewesen (die Gesamtbeschäftigtenzahl beträgt 885.400; das heißt, im April waren 22 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit)
  • Die allgemeinen Geschäftserwartungen liegen so tief im negativen Bereich wie noch nie zuvor.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic unter Druck: Neobanken holen bei Zinsen auf
08.04.2026

Trade Republic verliert seinen Vorsprung im Zinskampf, die Konkurrenz zieht nach. Digitale Banken greifen massiv an und verändern den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise in Europa: EU lässt Steuerspielräume ungenutzt
08.04.2026

Die EU reagiert auf steigende Energiepreise mit Appellen zum Energiesparen statt mit Eingriffen bei Steuern und Abgaben. Kann dieser Ansatz...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Uneinheitlicher Handel an der Wall Street, während die Frist für Trumps Iran-Ultimatum abläuft
07.04.2026

Geopolitische Spannungen und überraschende Unternehmensmeldungen halten die Märkte in Atem – erfahren Sie, was die Kurse heute bewegt...

DWN
Politik
Politik Straße von Hormus weiterhin blockiert: Europa zwischen Druck und Diplomatie
07.04.2026

Die Blockade der Straße von Hormus heizt die Energiekrise in Europa weiter an, der Umgang mit dem Iran und mögliche militärische...

DWN
Politik
Politik Russland profitiert von Hormus-Blockade
07.04.2026

Weil die Straße von Hormus gesperrt bleibt, sprudeln Russlands Rohstoffexporte. Öl, Gas und Dünger lassen den Rubel rollen.

DWN
Politik
Politik Schwarzer April: Inflation von bis zu 5 Prozent möglich
07.04.2026

Es ist laut IEA die "schwerste fossile Energiekrise unserer Zeit" – und die Inflation zieht bereits spürbar an. Experten warnen vor...

DWN
Panorama
Panorama 2,50 Euro für den Liter: Der Dieselpreis explodiert trotz Preisbremse
07.04.2026

Nach Einführung der 12-Uhr-Regel für Tankstellen sinken die Spritpreise nicht – sie klettern weiter auf neue Rekordstände. Die Politik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russlands Ölindustrie unter Druck: Ukraine-Angriffe führen zu Produktionskürzungen
07.04.2026

Die russische Ölproduktion gerät infolge ukrainischer Angriffe auf zentrale Infrastruktur zunehmend unter Druck. Welche Folgen haben die...