Politik

DWN AKTUELL: China unter Druck - 100 Länder fordern Untersuchung von Corona

100 Länder haben sich einer Resolution angeschlossen, die eine Untersuchung der Corona-Pandemie fordert.
18.05.2020 17:34
Aktualisiert: 18.05.2020 17:34
Lesezeit: 1 min
DWN AKTUELL: China unter Druck - 100 Länder fordern Untersuchung von Corona
Chinas Präsident Xi Jinping (l) und sein VIzepremier Li Keqiang: Erstmal in Ruhe einen Tee. (Foto: dpa) Foto: Adrian Bradshaw

Die Weltgesundheitsversammlung, das wichtigste politische Gremium der WHO, hat sich heute Nachmittag zu einer Videokonferenz zusammengefunden. Thema war eine von der EU ausgearbeitete Resolution, die eine Untersuchung des Ursprungs der Coronavirus-Krankheit fordert. Der Resolution haben sich mittlerweile 100 Länder angeschlossen, auch Russland. Angestoßen wurde sie ursprünglich von Australien.

Dies stieß auf eine verärgerte Reaktion aus Peking. Canberras Vorstoß wurde als “höchst verantwortungslos” beschrieben. In der vergangenen Woche hatte Chinas Botschafter in Großbritannien, Liu Xiaoming, noch gesagt: “Wir sind offen, wir sind transparent, wir haben nichts zu verbergen, wir haben nichts zu befürchten. Wir begrüßen eine internationale, unabhängige Überprüfung, aber sie muss organisiert werden von der WHO.”

Anonyme Quellen der australischen Regierung teilten ABC, dem öffentlich-rechtlichen Sender des Landes, mit, dass die Resolution so überzeugend sei, dass sie “sicherstelle, dass eine ordnungsgemäße und gründliche Untersuchung stattfindet”.

Eine Untersuchung der britischen Denkfabrik "Henry Jackson Society" (HJS) hat ergeben, dass China die weltweiten wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus hätte mildern können, wenn es den Ausbruch der Pandemie früh genug bekannt gegeben hätte, und es gibt Hinweise darauf, dass die chinesische Regierung gegen internationale Gesundheitsstandards verstoßen hat. Die HJS schätzt, dass die Ausbreitung des Coronavirus, das weltweit rund 1,5 Million Menschen infiziert hat, die G7-Staatengruppe 3,62 Billionen Euro gekostet hat. Das entspricht in etwa dem jährlichen Bruttosozialprodukt Deutschlands.

In den USA werden wegen der Corona-Krise zahlreiche Schadensersatzklagen eingereicht. In nur einem einzigen Fall fordern die Kläger 20 Billionen Dollar für US-Unternehmen.

Als EU-Mitgliedsstaat gehört auch Deutschland zu den Unterzeichnern der Resolution.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Panorama
Panorama Fußball-WM 2026: Welche Mannschaft bei der Weltmeisterschaft am meisten wert ist
14.06.2026

Die teuersten Teams bei der Fußball-WM 2026 kommen überwiegend aus Europa. Doch die Marktwerte zeigen vor allem eines: Geld erhöht die...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Blase wird zum Test für Anleger
14.06.2026

Die Kurse von KI-Aktien steigen rasant, doch die Warnungen vor einer neuen Blase werden lauter. Wer jetzt aus Angst alles verkauft, kann...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutscher Mittelstand verzweifelt an Regierung: Warum Unternehmer frustriert sind
14.06.2026

Deutschlands mittelständische Unternehmen verlieren zunehmend das Vertrauen in die Lösungskompetenz der Bundesregierung. Wie eine falsche...

DWN
Technologie
Technologie Megatrends zeigen Europas gefährliche Zukunftslücke
14.06.2026

Technologie, Schulden, Demografie und Energie verändern die Weltwirtschaft schneller, als die Politik reagieren kann. Die Analyse der...

DWN
Politik
Politik Fünf politische Dauerbaustellen: Was aus großen Reformversprechen wurde
14.06.2026

Von Ehegattensplitting bis Familienstartzeit: Diese fünf Reformprojekte sollten Deutschland verändern. Heute prägen sie vor allem eines...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Er ist dabei, Maersk zu überholen – nun gibt CMA-Chef Saadé eine aufsehenerregende Prognose ab
14.06.2026

CMA-Chef Rodolphe Saadé sieht eine Weltwirtschaft auf Speed und warnt vor neuen Schocks im Welthandel. Seine Botschaft trifft auch Maersk,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Startups suchen Geldgeber: Wer finanziert Deutschlands Zukunft?
14.06.2026

Deutschland hat kein Startup-Problem, sondern ein Kapitalproblem. Während innovative Gründer neue Technologien entwickeln, fehlt häufig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rebecca Harding im Interview: Konflikte haben die Funktionsweise der Weltwirtschaft unwiderruflich verändert
14.06.2026

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten hat gezeigt, was ein Wirtschaftskrieg ist und wie er funktioniert, erklärt Dr....