Politik

Trotz Kritik: Thüringen schafft die Corona-Regeln ab

Zum 6. Juni 2020 werden in Thüringen die Corona-Regeln abgeschafft. Kritik gibt es vonseiten der SPD, Grünen und aus Bayern.
24.05.2020 16:22
Lesezeit: 1 min
Trotz Kritik: Thüringen schafft die Corona-Regeln ab
05.03.2020, Thüringen, Erfurt: Abgeordnete tagen im Plenarsaal des Thüringer Landtages. (Foto: dpa) Foto: Martin Schutt

Im Ringen um den richtigen Weg in der Corona-Pandemie ist Thüringen vorgeprescht und hat weitreichende Lockerungen angekündigt. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften verzichten. Damit würden die bisherigen Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Es mehren sich die Stimmen, die zur Vorsicht mahnen und Thüringens Weg zu diesem Zeitpunkt für gefährlich halten. Eine weitere Befürchtung: Es könnte ein regionaler Flickenteppich entstehen.

SPD-Chefin Saskia Esken hat die geplante Lockerung der Corona-Auflagen in Thüringen kritisiert. "Der Übergang von Ver- zu Geboten in Thüringen klingt verlockend, zumal die Corona-Statistik eine positive Entwicklung zeigt", sagte sie der "Welt". Zugleich aber seien aktuelle Berichte über Verstöße gegen das Abstandsgebot beunruhigend. "Menschen brauchen offenbar weiterhin Klarheit, Sicherheit und Orientierung durch überregionale Regeln wie zur Hygiene, zum Abstandhalten und zur Eingrenzung naher Kontakte", sagte Esken. Nicht alle gingen verantwortlich mit neuen Freiheiten um.

Mit scharfer Kritik hat Bayerns Staatsregierung auf die Pläne Thüringens zur Aufhebung der dortigen Corona-Beschränkungen reagiert. "Die bayerische Staatsregierung ist entsetzt, dass elementare Schutzmaßnahmen nun aufgegeben werden sollen", sagte Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Was Thüringen plane, sei ein hochgefährliches Experiment für alle Menschen im Lande.

Der Thüringer CDU-Fraktionsvorsitzende Mario Voigt begrüßt Ramelows Ansatz, warnt aber vor zu großer Eile. "Das Virus ist noch lange nicht aus der Welt. Es muss weiter gelten: So viel Freiheit wie möglich, so viel Sicherheit und Schutz wie nötig", zitiert der MDR Voigt.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt warnt davor, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VW-Aktie unter Druck: Der 60-Milliarden-Plan gegen die Absatzkrise
16.02.2026

Es ist eine Summe, die die gesamte Branche aufhorchen lässt: Mit einem neuen 60-Milliarden-Euro-Sparprogramm will VW das Ruder...

DWN
Politik
Politik Europas nukleares Dilemma: Zwischen Paris und Washington
16.02.2026

Wirtschaftlich ist Europa ein Riese, militärisch jedoch – gerade im nuklearen Bereich – noch immer ein Juniorpartner der USA. Kanzler...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI als Jobkiller? Wo Unternehmen zukünftig wieder Personal einstellen
16.02.2026

Mit KI Kosten und Personal sparen scheint für viele Unternehmen die Sparmaßnahme Nummer Eins zu werden – vor allem im Bereich...

DWN
Politik
Politik Europäischer Atomschirm kann die NATO in Stücke sprengen
16.02.2026

In München treiben Frankreich, Großbritannien und Deutschland Gespräche über eine europäische Atomschirm voran, doch der dänische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russlands Leitzins: Warum Moskau jetzt gegen den Markt handelt
16.02.2026

Die russische Zentralbank überrascht die Märkte mit einer Zinssenkung, obwohl viele Ökonomen davor warnten. Sinkende Inflation trifft...

DWN
Panorama
Panorama Studie: Hunderttausende Jugendliche leiden unter Social-Media-Sucht
16.02.2026

Die digitale Abhängigkeit unter Heranwachsenden erreicht einen neuen Höchststand. Laut einer aktuellen Studie der DAK-Gesundheit, die der...

DWN
Panorama
Panorama Digitalisierung des Deutschlandtickets: Verkehrsverbände fordern einheitliche Standards
16.02.2026

Die Debatte um die Weiterentwicklung des Deutschlandtickets nimmt an Fahrt auf. Während die Politik zur Erhöhung der Sicherheit für das...

DWN
Politik
Politik Grenzkontrollen verlängert: Bundesinnenminister Dobrindt setzt auf Sicherheit bis September
16.02.2026

Die Bundesregierung hält an der Überwachung der deutschen Staatsgrenzen fest. Wie das Bundesinnenministerium bestätigte, werden die...