Technologie

Umstrittene Studie: Auto-Konzerne profitieren von fehlendem Kosten-Bewusstsein der Autofahrer

Laut einer wissenschaftlichen Studie schätzen Autofahrer die Kosten, die ihr Fahrzeug produziert, völlig falsch ein.
03.06.2020 13:29
Lesezeit: 1 min
Umstrittene Studie: Auto-Konzerne profitieren von fehlendem Kosten-Bewusstsein der Autofahrer
Dieser kleine Jeep verursacht so gut wie überhaupt keine Unterhaltskosten. (Foto: dpa) Foto: Rolf Vennenbernd

Autobesitzer schätzen die Kosten ihres Pkw zu gering ein - wäre dem nicht so, würde die Zahl der Elektroautos aller Voraussicht nach rascher steigen. Das hat laut dem „RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung“ (Essen), der Universität Mannheim sowie der amerikanischen Elite-Universität Yale eine wissenschaftliche Untersuchung ergeben, die sie in Gemeinschaftsarbeit erstellt haben.

Im Durchschnitt schlägt ein Pkw im Monat mit 465 Euro zu Buche (inklusive aller Kosten, beispielsweise dem Kauf). Bei der Schätzung ihrer monatlichen Autokosten berücksichtigen viele Fahrzeugbesitzer eine Reihe von Kostenfaktoren nicht, was dazu führt, dass sie die Kosten auf 243 Euro taxieren. Das entspricht jedoch lediglich 52 Prozent der tatsächlichen Kosten – mit anderen Worten: 48 Prozent beziehungsweise 222 Euro werden „vergessen“.

Selbst wenn die Fahrer alle Kostenfaktoren berücksichtigen, unterschätzen sie diese: Sie taxieren sie auf 304 Euro – was 35 Prozent beziehungsweise 161 Euro zu niedrig ist.

Die Forscher schreiben, sie hätten auf Basis der bestehenden wissenschaftlichen Literatur hochgerechnet, was das Bewusstsein der tatsächlichen Kosten des Autobesitzes bewirken würde. Das Ergebnis: 37 Prozent der Autofahrer würden auf ihr Fahrzeug verzichten. Das entspräche 17,6 Millionen der insgesamt 47,5 Millionen privaten PKWs, die es in Deutschland gibt. Gleichzeitig könnte die Nachfrage nach Elektro-Autos um bis zu 73 Prozent steigen. Der Busverkehr würde um circa acht, der Bahnverkehr um rund zwölf Prozent stärker nachgefragt werden, was gleichzeitig auch zeigt, dass vergleichsweise wenige Autofahrer bereit sind, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IWF-Warnung: Warum der KI-Boom eine neue Krise auslösen könnte
16.10.2026

Die Weltwirtschaft wächst, doch unter der Oberfläche braut sich eine gefährliche Mischung zusammen: Staaten häufen Rekordschulden an,...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose: Einer der größten Käufer beginnt zu verkaufen
16.10.2026

Jahrelang kauften Zentralbanken Gold in außergewöhnlichem Umfang. Nun schlägt mit Kasachstan einer der größten Käufer einen anderen...

DWN
Politik
Politik Deal um Verbrenner-Aus: Deutschland und Frankreich vor Einigung?
16.10.2026

Deutschland setzt sich dafür ein, dass weiter Neuwagen mit Verbrennungstechnologie zugelassen werden können. Frankreichs Präsident...

DWN
Politik
Politik Frühstartrente: Bundestag entscheidet über zehn Euro für Kinder
16.10.2026

Mit der Frühstartrente will der Staat Kindern monatlich zehn Euro für ein langfristiges Aktiendepot geben. Wer zuerst von der...

DWN
Politik
Politik Wer ist wer in den Kriegen im Nahen Osten
16.10.2026

Zehn Punkte zu Staaten, Rebellen und politischen Gruppen, die für Kriege, Lieferwege und Energiepreise entscheidend sind.

DWN
Politik
Politik Energiewende: CO2-Preis soll stabil bleiben im nächsten Jahr
16.10.2026

Der CO2-Preis, der Heizen und Tanken teuer macht, soll mit dem Jahreswechsel nicht steigen. Das soll Verbraucher vor Preissprüngen...

DWN
Finanzen
Finanzen Unicredit: EZB genehmigt Übernahme von Commerzbank-Anteilen
16.10.2026

Seit zwei Jahren pirscht sich die Unicredit an die Commerzbank heran. Mit einem Übernahmeangebot im Sommer verfehlte sie eine Mehrheit nur...

DWN
Finanzen
Finanzen Reform Erbschaftsteuer: Firmenerben bevorzugt? Karlsruhe prüft Steuervorteile
16.10.2026

Die Erbschaftsteuer soll reformiert werden, zumindestens in dem Punkt ist sich die schwarz-rote Koalition einig. Das...