Deutschland

Elektroindustrie bricht wegen Corona um 20 Prozent ein

Der April war der größte Lockdown-Monat in Deutschland. Das hat bei der Elektroindustrie deutliche Spuren hinterlassen.
26.06.2020 14:41
Aktualisiert: 26.06.2020 14:41
Lesezeit: 2 min
Elektroindustrie bricht wegen Corona um 20 Prozent ein
Die deutsche Elektroindustrie glimmt aufgrund des Lockdowns nur noch. (Foto: dpa) Foto: Jens B

Das Corona-Virus hat die Deutsche Elektroindustrie, unter der sich viele Mittelständler befinden, weiterhin fest im Griff: So sind die Aufträge im April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Fünftel zurückgegangen. Die Inlandsorders gingen um 18,4 und die Auslandsaufträge um 22,7 Prozent zurück. Mit 31,1 Prozent war das Minus bei den Bestellungen aus der Eurozone besonders ausgeprägt. Kunden aus Drittländern orderten im April 17,5 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor.

„Der Rückgang war heftig, er kam aber - auch in dieser Größenordnung - nicht mehr wirklich überraschend, denn schließlich war der April nicht nur in Deutschland und Europa der Lockdown-Monat schlechthin“, sagt ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.

Im Zeitraum von Januar bis April dieses Jahres verfehlten die Auftragseingänge ihren entsprechenden Vorjahreswert um 8,1 Prozent. Hier gaben die Bestellungen aus dem Inland um 9,0 Prozent nach und die aus dem Ausland um 7,3 Prozent. Der Rückgang der Bestellungen aus dem Euroraum fiel mit 12,7 Prozent dreimal so stark aus wie der aus Drittländern, der um 4,1 Prozent zurück ging.

Die reale, das heißt um Preiseffekte bereinigte Produktion der deutschen Elektroindustrie ist im April um 17,5 Prozent gegenüber Vorjahr eingebrochen. Von Januar bis einschließlich April ging der Branchenoutput verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um insgesamt 6,2 Prozent zurück.

Gesamterlöse schrumpfen um ein Fünftel

Mit 12,5 Milliarden Euro lagen die Erlöse der heimischen Elektrobranche im April 2020 ebenfalls um 17,5 Prozent unter Vorjahr. Sowohl der Inlandsumsatz (minus 16,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro) als auch der Auslandsumsatz (minus 18,1 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro) fielen mit zweistelliger Rate. Innerhalb des Auslandsgeschäfts brachen die Erlöse mit Kunden aus dem Euroraum (minus 23,7 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro) wesentlich stärker ein als die mit Partnern aus Drittländern (minus 14,9 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro).

In den ersten vier Monaten dieses Jahres kam der aggregierte Branchenumsatz auf 58,2 Milliarden Euro, womit er 6,3 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert lag. Die Inlands- und Auslandserlöse sanken hier in gleicher Größenordnung, erstere auf 27,5 Milliarden Euro (minus 6,3 Prozent), letztere auf 30,7 Milliarden Euro (minus 6,2 Prozent). Mit der Eurozone wurden dabei zwischen Januar und April 11,2 Milliarden Euro (minus 8,7 Prozent) umgesetzt, mit Drittländern 19,5 Milliarden Euro (minus 4,9 Prozent).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Wie Verbraucher mit Risiko umgehen – zwischen Finanzentscheidungen und digitaler Unterhaltung

Risiko ist ein Begleiter fast jeder wirtschaftlichen Entscheidung. Mal ist es größer, mal kleiner. Mal offensichtlich, mal schwer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Druschba-Pipeline im Fokus: Russland greift in Öltransport ein
24.04.2026

Russland verschärft den Druck auf Europas Energieversorgung und rückt eine zentrale Pipeline erneut ins Zentrum geopolitischer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lufthansa streicht freien Handgepäckkoffer
24.04.2026

Neuer Spartarif bei Lufthansa: Nur noch ein kleiner Rucksack oder eine Laptop-Tasche gratis – wer mehr will, zahlt drauf. Was das für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Millionenhaftung nach Fehlurteil: Stiftung Warentest unterliegt vor Gericht
24.04.2026

Ein fehlerhaftes Testurteil kommt die Stiftung Warentest teuer zu stehen: Das Oberlandesgericht Frankfurt hat dem Rauchmelder-Hersteller...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ritter Sport: Schokoladenhersteller erstmals von Stellenabbau betroffen
24.04.2026

2025 war kein einfaches Jahr für den Schokoladenhersteller Ritter Sport. Hohe Kosten für Kakao, Energie und Logistik drückten die Firma...

DWN
Technologie
Technologie KI als Jobvernichter: Welche Jobs gefährdet sind und welche nicht
24.04.2026

Künstliche Intelligenz macht viele Arbeitsplätze überflüssig. Doch nicht alle Branchen sind betroffen und es entstehen auch ganz neue...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street gibt nach und Ölpreis schießt in die Höhe, da die Spannungen um Hormus steigen
23.04.2026

Ein turbulenter Handelstag wirft Fragen auf: Erfahren Sie, welche treibenden Kräfte die globalen Märkte aktuell in Atem halten.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neue Energiepläne der EU: Unsicherheit im Markt für Solaranlagen und Wärmepumpen
23.04.2026

Die EU-Energiepolitik setzt verstärkt auf Förderprogramme für Wärmepumpen und Solaranlagen, doch in der Installationsbranche wächst...

DWN
Politik
Politik Stopp von kasachischem Öl: Russland stoppt Lieferung zur PCK-Raffinerie in Schwedt
23.04.2026

Ab kommender Woche wird kein Öl aus Kasachstan mehr durch die Pipeline Druschba nach Deutschland und zur PCK-Raffinerie in Schwedt...