Deutschland

Deutschland macht bei Industrie 4.0 spürbare Fortschritte

Es hieß immer, Deutschlands Unternehmen würden bei der Umstellung auf die Industrie 4.0 weit hinterherhinken. Jetzt gibt es andere Erkenntnisse.
11.07.2020 11:33
Lesezeit: 1 min

Fast sechs von zehn Industrieunternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern in Deutschland (59 Prozent) nutzen spezielle Anwendungen aus dem Bereich Industrie 4.0. Vor zwei Jahren waren es erst 49 Prozent. Das schreibt das Fachportal „Haufe.de“. Zugleich hat sich der Anteil der Unternehmen, für die Industrie 4.0 gar kein Thema ist, seit 2018 von neun Prozent auf ein Prozent verringert. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie zur Digitalisierung der deutschen Industrie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

„Die produzierende und verarbeitende Industrie ist der Kern der deutschen Wirtschaft – und sie verfügt über ein riesiges digitales Potenzial. Fast alle Unternehmen haben sich auf den Weg in Richtung Industrie 4.0 gemacht. Anders als Deutschlands Verwaltungen und Schulen war die Industrie auch ohne Corona digital gut in Schwung", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Dabei darf diese positive Entwicklung durch Corona keinen Dämpfer erfahren. Je digitaler die Industrieunternehmen aufgestellt sind, desto schneller werden sie sich von den Folgen des Shutdowns erholen.“

Die haben größtenteils auch die Manager in den Unternehmen verinnerlicht: 94 Prozent sehen in der Industrie 4.0 die Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) betont, Industrie 4.0 gebe dem eigenen Geschäft generell neuen Schub. Insgesamt sieht eine überwältigende Mehrheit von 93 Prozent der Industrieunternehmen Industrie 4.0 als Chance – und nur fünf Prozent als Risiko.

Bei fast drei Viertel (73 Prozent) der deutschen Industrieunternehmen werden im Zuge von Industrie 4.0 nicht nur einzelne Abläufe oder Prozesse verändert, sondern ganze Geschäftsmodelle – eine deutliche Zunahme seit 2018, wo es noch 59 Prozent waren. Etwas mehr als jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) entwickelt neue Produkte und Dienstleistungen oder plant solche Vorhaben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Technologie
Technologie Fracking in Deutschland: Rettung für die Industrie oder teurer Irrweg?
22.10.2026

Russland, der Iran-Krieg und ein unberechenbarer US-Präsident zeigen, wie verwundbar Deutschlands Energieversorgung ist – zugleich...

DWN
Politik
Politik Trumps Verrat wird weitergehen
22.10.2026

Trump nähert sich Putin an, während Russland seine Angriffe auf die Ukraine ausweitet und nach Darstellung des Autors sogar die NATO...

DWN
Politik
Politik Heizkosten-Schock in Polen: Droht deutschen Haushalten ein ähnlich teurer Winter?
22.10.2026

In Polen warnen Wohnungsgenossenschaften ihre Bewohner bereits vor hohen Heizkosten. In einzelnen Fällen verschlingt die Wärmeversorgung...

DWN
Technologie
Technologie Fitness-Tracking im Alltag: Warum wir ständig unsere Daten kontrollieren und welche Risiken lauern
22.10.2026

Schritte, Schlaf, Kalorien oder Trinkmenge: Apps und Wearables machen den eigenen Alltag messbar wie nie zuvor. Für viele vermittelt das...

DWN
Politik
Politik Schufa-Score vor dem BGH: Wie transparent muss die Berechnung sein?
22.10.2026

Der Schufa-Score kann darüber entscheiden, ob Verbraucher einen Kredit bekommen oder auf Rechnung einkaufen dürfen. Doch wie der wichtige...

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
22.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien erhalten Auftrieb nach positivem Auftakt der Berichtssaison
21.10.2026

Neue Rekordhochs und überraschende Bilanzen: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die US-Märkte aktuell beflügeln.

DWN
Finanzen
Finanzen Die Schuldenbombe unter der Motorhaube der KI tickt immer lauter. Wo könnte es zuerst krachen?
21.10.2026

Investoren zahlen immer höhere Preise für Schutz vor Zahlungsausfällen. Entscheidend wird sein, wer die Verluste trägt, falls die...