Russische Söldner blockieren wichtiges Ölfeld in Libyen

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
26.06.2020 16:47
Nach Angaben der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC haben russische Söldner Stellung auf einem wichtigen Ölfeld in dem Land bezogen.
Russische Söldner blockieren wichtiges Ölfeld in Libyen
Das Ölfeld Scharara liegt im Südwesten Libyens. (Grafik: Libya War Map/DWN)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Russische und andere ausländische Söldner haben nach Angaben der staatlichen Ölgesellschaft NOC auf einem der wichtigsten Ölfelder Libyens Position bezogen. Sie wollten die Wiederaufnahme der Ölproduktion blockieren, teilte das Unternehmen am Freitag mit und zeigte sich "zutiefst besorgt".

Die Söldner fuhren demnach am Donnerstagabend mit einem Fahrzeugkonvoi auf das Scharara-Ölfeld im Südwesten Libyens und trafen sich mit den lokalen Schutzkräften. Die libysche Regierung hatte dort Anfang Juni die Ölproduktion wieder aufgenommen, nachdem Regierungstruppen das größte Ölfeld des Landes von den Truppen des Söldner-Generals Haftar zurückerobert hatten.

Russland unterstützt im libyschen Bürgerkrieg den einflussreichen General Chalifa Haftar, der die international anerkannte Regierung in der Hauptstadt Tripolis bekämpft. Das US-Militär geht davon aus, das in Libyen 2000 Angehörige der privaten russischen "Wagner Gruppe" im Einsatz sind. Dieser werden Beziehungen zum Kreml nachgesagt.

Haftars Anhänger hatten im Januar begonnen, Ölanlagen unter ihrer Kontrolle wie das Feld in Scharara zu blockieren. Das führte zu großen Einnahmeausfällen. Nach einem internationalen Abkommen können Libyens Ölexporte nur über die NOC laufen, die ihren Sitz in Tripolis hat. Die Einnahmen fließen an die dortige Zentralbank.

"Ich weise Versuche anderer Länder, die Wiederaufnahme der Ölproduktion zu verhindern, vollständig zurück", erklärte der Chef der NOC, Mustafa Sanalla, in einer Mitteilung. "Wie brauchen keine russischen oder anderen ausländischen Söldner auf libyschen Ölfeldern, deren Ziel es ist, die Ölproduktion zu verhindern."

Die Truppen der Regierung hatten zuletzt mit türkischer Unterstützung wichtige Erfolge gegen Haftars Anhänger erzielt, unter anderem gelang es ihnen, Haftars Top-Kommandeur festzunehmen. In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkriegschaos. Zahlreiche Milizen kämpfen dort um die Macht.

Mehr zum Thema: Ägypten und die Türkei steuern auf eine militärische Konfrontation in Libyen zu


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Politik
Politik USA wütend: Vatikan will an Geheimabkommen mit China festhalten

Der Vatikan will an einem Geheimabkommen mit China festhalten. Doch die USA fordern vom Papst, dass dieser das Abkommen auslaufen lässt....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gazprom sieht bis Ende 2021 eine vollständige Erholung der Öl-Nachfrage

Nach einer Prognose von Gazprom soll sich die Ölnachfrage bis Ende des Jahres erholen.

DWN
Deutschland
Deutschland „Photovoltaik-Sozialismus“: Ausbau der Erneuerbaren Energien geht am Verbraucher vorbei

Ein Änderungsantrag zum EEG-Gesetzt verspricht Großes für die Zukunft, macht die Eigenversorgung mit Solarstrom aber unattraktiv. Aus...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung plant Pflicht zu CO2-freiem Kerosin im Flugverkehr

Die Bundesregierung treibt den Klimakampf schneller voran, als von der EU vorgegeben. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen bis 2030...

DWN
Deutschland
Deutschland Heute Klima-Demos: Spielen Corona-Abstandsregeln keine Rolle mehr?

Heute finden deutschlandweit Klima-Demos der Initiative „Fridays for Future“ statt. Umweltministerin Schulze sagte, sie sei...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschlands Imker verzeichnen nur mittelmäßige Ernte

Deutschlands Imker haben dieses Jahr mit 34 Kilo Honig pro Volk nur eine mittelmäßige Honigernte einholen können.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Polen baut eigene Gasleitung, kappt die Verbindung mit Russland immer mehr

Was viele Länder schon seit langem versuchen, dürfte dem größten östlichen EU-Mitglied nun gelingen: Seine Abhängigkeit vom...

DWN
Politik
Politik Salafisten bewaffnen sich: Steuert die Türkei auf einen Bürgerkrieg zu?

Berichten zufolge sollen sich Salafisten-Gruppen in der Türkei für einen Bürgerkrieg bewaffnen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zuviel Bitcoin-Mining: Im Iran ist die Energie-Versorgung gefährdet

Die iranische Wirtschaft liegt am Boden – jetzt setzt sie auf Bitcoin. Doch das stellt ein großes Problem für die Energie-Versorgung...

DWN
Deutschland
Deutschland Gewerkschaft will Kontaktdaten von Restaurant-Besuchern digital erfassen

Die Kellner scheuen sich, die von ihren Gästen wegen Corona anzugebenden Kontaktdaten zu kontrollieren. Daher sollte nach Ansicht der...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Wahl: Goldman Sachs rechnet mit Dollar-Einbruch bei Sieg von Biden

Die US-Großbank Goldman Sachs meint, dass ein Wahlsieg Joe Bidens den Einbruch des US-Dollars beschleunigen würde.

DWN
Deutschland
Deutschland Verband: Wirtschaftliche Lage der Flughäfen spitzt sich zu

Die Flughäfen rechnen auch für die kommenden Jahre mit hohen Verlusten.

DWN
Politik
Politik Wenn im Mittelmeer ein Krieg ausbricht, ist Chinas Neue Seidenstraße tot - Teil 1

Chinas Neue Seidenstraße kann nur gelingen, wenn die Anrainer-Staaten im östlichen Mittelmeer sich vertragen. Doch im Moment stehen die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona: Millionen vom Hungertod bedroht, Armut nimmt dramatisch zu

Armut und Hunger werden aller Voraussicht nach durch Corona dramatisch zunehmen. Vor allem Kinder sind betroffen.

celtra_fin_Interscroller