Politik

Kopfgeld für tote US-Soldaten: Der neueste PR-Feldzug des Tiefen Staates gegen Trump

Interessierte Kreise versuchen mit immer neuen Behauptungen, den amerikanischen Präsidenten Donald Trump in Verruf zu bringen. Mittlerweile ist das traurige Schauspiel offen zu durchschauen.
01.07.2020 11:21
Aktualisiert: 01.07.2020 11:21
Lesezeit: 2 min
Kopfgeld für tote US-Soldaten: Der neueste PR-Feldzug des Tiefen Staates gegen Trump
US-Präsident Donald Trump. (Foto: dpa) Foto: Patrick Semansky

Das US-Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben kein «unterstützendes Beweismaterial» zu Berichten über ein angebliches russisches Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan. «Ich möchte allen unseren Militärangehörigen versichern, dass das Ministerium alle potenziellen Bedrohungen gegen US-Militärpersonal sehr ernst nimmt», twitterte Verteidigungsminister Mark Esper am Dienstagabend (Ortszeit).

Mehrere US-Zeitungen hatten sich auf Geheimdienstinformationen berufen, wonach russische Agenten militanten Islamisten von den Taliban Geld für Angriffe auf US-Stellungen versprochen haben sollen. Die Belohnungen seien für die Tötung ausländischer Soldaten, darunter auch Briten, in Aussicht gestellt worden. Die Medien berichteten außerdem unter Berufung auf anonyme Quellen, Trump sei über die Gefahr unterrichtet worden – was dieser bestreitet. Die New York Times legte am späten Montagabend nach: Trump habe Ende Februar ein schriftliches Briefing erhalten. Wie viel der Präsident wusste, ist relevant, weil Maßnahmen der US-Regierung gegen Moskau in der Sache nicht bekannt sind.

Trump hat sich am Mittwoch erstmals direkt zu den Vorwürfen geäußert und die Medienberichte zurückgewiesen. «Die Geschichte von Russlands Kopfgeld ist nur eine weitere von Fake News erfundene Geschichte, die nur erzählt wird, um mir und der Republikanischen Partei Schaden zuzufügen», schrieb Trump am Mittwochmorgen auf Twitter. «Die geheime Quelle existiert möglicherweise nicht einmal, genau wie die Geschichte selbst», twitterte Trump. Er forderte die New York Times auf, ihre Quellen offenzulegen. «Nur eine weitere Ente!»

Der Kreml bezeichnete die Medienberichte als «Lüge». Die «größten, verehrten und hochklassigen Massenmedien der Welt hören seit Jahren nicht auf, absolute "Enten" zu verbreiten», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Bemerkenswert: Vor einigen Wochen hatte Trump die Idee geäußert, Russland auf den anstehenden G7-Gipfel in den USA einzuladen. Dies wäre ein Akt der Annäherung zwischen den westlichen Ländern und Russland gewesen.

Auch das Pentagon teilte inzwischen mit, dass es bislang keine «bestätigenden Hinweise» für die bekanntgewordenen Behauptungen gebe. Man sei weiterhin damit beschäftigt, die Berichte zu bewerten. Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, sprach am Montag mit dem Direktor der Nachrichtendienste, John Ratcliffe, sowie mit CIA-Chefin Gina Haspel und forderte eigenen Angaben zufolge erneut Aufklärung angesichts der «verstörenden» Berichte. Die Abgeordneten müssten direkt von den Erkenntnissen unterrichtet werden.

Solvecon kommentiert das Geschehen

Der Finanzdienstleister Solvecon kommentiert das Geschehen in seinem aktuellen Forex-Report folgendermaßen:

Politik bestimmt immer stärker die Ökonomie. Damit wird Politik ständig determinierender für Kapitalmarktentwicklungen. Aus diesem Grund sehen wir uns gezwungen, uns mit nachfolgendem Thema auseinanderzusetzen.

Analyse setzt auf mindestens zwei Ebenen an. Die erste Ebene ist die der Historie und der anekdotischen Evidenz. Die andere Ebene bewegt sich in der Aktualität. Dabei sind dann die Erkenntnisse der Historie Hilfsmittel (u.a. Glaubwürdigkeit, Trackrecord), um Klarheit aus den Umständen der aktuellen politischen Maßnahmen gewinnen zu können. Daraus lassen sich im weiteren Verlauf Ergebnisse ableiten.

Narrative sind wie Geschwüre. Man braucht sie nicht wirklich. Im neuen Jahrtausend gab es davon leider schon zu viele! Geheimdienste arbeiten geheim. Wenn Sie es nicht tun, handelt es sich um eine markante Anomalie. Anomalien auf dieser Ebene haben nichts mit Zufällen zu tun. Wenn also Geheimdienste an die Öffentlichkeit gehen, heißt es, Obacht zu geben. Sie liefern dann regelmäßig Munition, um öffentliche Meinung zu manipulieren. Dabei könnte es im aktuellen Fall „russisches Kopfgeld“ um US-Wahlen gehen, um Trump zu belasten. Das war bereits bei dem Narrativ „Russiagate“ der Hintergrund.

Das gängige Mittel für Geheimdienste sind Narrative. Auch wenn sie zerplatzen, bleibt immer etwas hängen, leider trotz verübter Verbrechen an Mensch und Wahrheit zu wenig an den Geheimdiensten selbst.

Die Gedanken gehen zurück an das Lügengebilde seitens der Geheimdienste ob des Irakkriegs (Basis für westliches Kriegsverbrechen (Angriffskrieg), das nie gesühnt wurde). Sie gehen weiter zu dem Thema „Russiagate“, das längst in sich zusammengebrochen ist.

Nun wird das Narrativ „Kopfgeld von Russen für Taliban auf US-Soldaten“ in Afghanistan seitens der „Five Eyes“ bemüht, um faktisch Innen- aber auch Außenpolitik ohne demokratisch verankertes Mandat seitens der Geheimdienste zu betreiben. Fakt ist, dass die USA im übertragendem Sinn Kopfgeld auf Soldaten der Sowjetunion in Afghanistan aussetzten, indem sie den Taliban seinerzeit Logistik und Waffen mitsamt Geheimdiensten zur Verfügung stellten. „Food for a lot of Thought“

Das sind Fakten, was „Five Eyes“ bisher anbieten, ist einmal mehr nur ein Narrativ!

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg belastet Energiemarkt: EU reagiert mit Krisenpaket
23.04.2026

Die EU reagiert auf steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs mit einem ersten Krisenpaket und bereitet sich auf politische...

DWN
Politik
Politik Milliardenschwere Ukraine-Hilfe: EU bricht Blockade und verschärft Sanktionen
23.04.2026

Nach dem Ende des wochenlangen Widerstands aus Ungarn hat die Europäische Union den Weg für ein massives Unterstützungspaket...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie: Konzern drosselt China-Ziele – Fokus auf Rendite statt Volumen
23.04.2026

Der Volkswagen-Konzern zieht Konsequenzen aus dem schwierigen Marktumfeld in Fernost. Angesichts eines verschärften Preiskampfes und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenmarkt in Deutschland: Ghosting bei Bewerbungen nimmt zu
23.04.2026

Bewerber erhalten einer Umfrage zufolge oft nicht einmal eine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen. Das führt zu Frust und dazu, dass...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektro-SUV Cupra Tavascan im Test: Viel Leistung, solide Reichweite und hoher Preis
23.04.2026

Der Cupra Tavascan positioniert sich als sportlicher Elektro-SUV mit viel Komfort und starker Reichweite. Doch trotz überzeugender Technik...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der Mittelstand im Stresstest: Bleiben, verlagern oder aufgeben?
23.04.2026

Während der Hemdenhersteller Eterna insolvent geht und der Stihl-Konzern Investitionen ins Ausland verlagert, wächst der Maschinenbauer...

DWN
Politik
Politik Öffentliche Investitionen: Bundestag beschließt Reform für schnellere Auftragsvergabe
23.04.2026

Der Staat ist ein zentraler Akteur bei der Vergabe von Aufträgen. Es geht um viele Milliarden bei den Sondervermögen für Infrastruktur....

DWN
Politik
Politik Die große Steuerreform soll kommen: Wie kleine und mittlere Einkommen entlastet werden sollen
23.04.2026

Die große Steuerreform war im Koalitionsvertrag vereinbart. Doch die Umsetzung hat ihre Tücken, denn die Haushaltslöcher wachsen weiter...