Politik

Mexikanische Marine bekämpft Piraten der Karibik

Wie vor 300 Jahren: Die Marine bekämpft im Golf von Mexiko Piraten.
18.07.2020 09:11
Aktualisiert: 18.07.2020 09:11
Lesezeit: 1 min
Mexikanische Marine bekämpft Piraten der Karibik
In diesem Teil des Golfs von Mexiko suchen die Piraten die Schifffahrt heim. (Foto: dpa)

Die mexikanische Regierung hat Einheiten der Marine in die Bucht von Campeche im Golf von Mexiko entsandt, um Piraten zu bekämpfen. Es kommt dort regelmäßig zu Überfällen auf Bohrinseln und Zubringerschiffe, einmal wurde sogar ein unter italienischer Flagge fahrender Frachter angegriffen. Die Piraten sind mit Schnellbooten unterwegs und schwer bewaffnet; manchmal geben sie sich auch als harmlose Fischer aus, die in Seenot geraten sind. Einmal an Bord des von ihnen ausgeguckten Ziels, rauben sie die Besatzungsmitglieder aus und stehlen nautische Gerätschaften, die sie anschließend auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Bei den Bohrinsel-Überfällen werden auch größere Mengen Öl geraubt.

Soldaten gegen Piraten

Seit 2016 haben sich die – davor nur sporadisch stattfindenden – Überfälle zu einem echten Problem entwickelt. Allein in den ersten viereinhalb Monaten dieses Jahres kam es zu 19 Angriffen. Die mexikanische Regierung reagierte mit einem großangelegten Einsatz der Marine, der am 15. Mai begann. Seitdem sollen insgesamt 42 Schiffe unterschiedlicher Größe, ein Flugzeug, vier Helikopter und mehr als 500 Soldaten sowohl an der Küste an Land als auch auf dem Wasser für Ordnung sorgen. Insgesamt sollen bisher mehr als 600 Fahrzeuge, über 500 Boote sowie 68 Schiffe kontrolliert worden sein; die Zahl der kontrollierten Personen soll sich auf über 2.700 belaufen. Nach Angaben der Marine hat es seit Beginn des Einsatzes keinen einzigen Überfall mehr gegeben. Das amerikanische Außenministerium hat trotzdem am 17. Juni eine offizielle Warnung vor Piraten-Überfällen veröffentlicht.

Sind die Drogenkartelle beteiligt?

Ob die Überfälle von Mitgliedern der zahlreichen Drogenkartelle verübt wurden beziehungsweise werden, ist unklar. Sicher ist, dass die Kartelle am Öl-Diebstahl an Land beteiligt sind. Nach Angaben der staatlichen mexikanischen Ölgesellschaft „Pemex“ erleidet sie dadurch Verluste von rund 2,5 Milliarden Dollar pro Jahr.

Das „Zentrum für die Registrierung von Piraterie“ des „Internationalen Seebüros“ (eine Einrichtung der „Internationalen Handelskammer“) hat kürzlich auch vor Piraten-Überfällen vor den Küsten von Peru und Venezuela gewarnt.

Der Golf von Mexiko gehört zu dem Teil der Karibik, der die geografische Basis des „Goldenen Zeitalters“ der Piraterie in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bildete.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Unser neues Magazin ist da: Kampf um Rohstoffe – die Machtfrage des 21. Jahrhunderts
18.02.2026

Rohstoffe sind längst mehr als nur Handelsgüter – sie sind zu einer neuen Währung in einer von Machtstreben dominierten Welt geworden....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stellenabbau: Keine neuen Jobs zum Jahresende - Fachkräftemangel wird geringer
18.02.2026

Auf Grund der schwachen Konjunktur sinkt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland weiter. Dienstleistungsjobs können die Jobverluste in...

DWN
Politik
Politik Ungarn vor Schicksalswahl: Orban im Wahlkampf - Was für ihn auf dem Spiel steht
18.02.2026

Die Macht des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban wackelt: Ein Ex-Insider begeistert mit Kajak-Touren und Social-Media-Sarkasmus...

DWN
Panorama
Panorama Störung: Deutsche Bahn-App funktioniert nicht wegen erneuter IT-Panne
18.02.2026

Schon wieder sorgt eine DB App-Störung für Chaos bei Bahnreisenden: Die Deutsche Bahn-App und bahn.de kämpfen erneut mit IT-Problemen....

DWN
Politik
Politik Social-Media-Verbot in Deutschland? Merz offen für Verbote für Minderjährige
18.02.2026

Die Debatte über Social-Media-Verbote für Kids läuft auch in Deutschland auf Hochtouren. Nun schaltet sich der Kanzler ein.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Windparks in der Nordsee: Vattenfall hat sich gegen deutsche Flächen entschieden
18.02.2026

Deutsche Windkraftflächen auf See galten lange als lukrativ. Doch der Wind hat sich gedreht - die letzte Auktion stieß auf Desinteresse....

DWN
Politik
Politik Nachfolger für Steinmeier: Linnemann offen für Nicht-Politiker als Bundespräsident
18.02.2026

Die zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endet am 18. März 2027. CDU-Generalsekretär Linnemann ist offen für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahn-Sanierung Hamburg-Berlin: Politik erhöht den Druck – Unverständnis wegen Bauverzögerungen
18.02.2026

Die Bahn-Sanierung zwischen Hamburg und Berlin gerät ins Stocken – und mit ihr das Prestigeprojekt der Generalsanierungen. Politik und...