Deutschland

Ursula von der Leyen holt deutsche Top-Juristin in Expertengruppe

Die EU-Kommission hat die deutsche Juristin Jessica Schmidt in eine Expertengruppe berufen. Schmidt soll die EU-Kommission unter anderem bei der Bekämpfung des unerwünschten Verhaltens einiger Briefkastengesellschaften beraten.
10.07.2020 15:08
Aktualisiert: 10.07.2020 15:08
Lesezeit: 1 min
Ursula von der Leyen holt deutsche Top-Juristin in Expertengruppe
02.07.2020, Belgien, Brüssel: Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, nimmt an einer Videokonferenz teil. (Foto: dpa) Foto: -

Prof. Dr. Jessica Schmidt, Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, deutsches, europäisches und internationales Unternehmens- und Kapitalmarktrecht an der Universität Bayreuth, wurde zum Mitglied der ‚Informal Expert Group on Company Law and Corporate Governance‘ (ICLEG) der Europäischen Kommission ernannt.

Die ‚Informal Expert Group on Company Law and Corporate Governance‘ (ICLEG) besteht aus 14 Expertinnen und Experten aus Europa, die für vier Jahre ernannt worden sind. Sie kommen aus Irland, Frankreich, Luxemburg, Dänemark, Spanien, Italien, Litauen, Polen, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Österreich und Deutschland. „Die Ernennung zum Mitglied der ICLEG ist für mich eine große Ehre und ich freue mich sehr, Deutschland und natürlich auch die Universität Bayreuth in dieser Expertengruppe vertreten zu dürfen“, so Prof. Dr. Jessica Schmidt, die an der Universität Bayreuth seit 2014 den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, deutsches, europäisches und internationales Unternehmens- und Kapitalmarktrecht innehat. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht. Sie ist Autorin von mehr als 200 Publikationen.

Neben ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit hat die gebürtige Nürnbergerin bereits verschiedene Gesetzgebungsvorhaben mit vorbereitet: 2016 verfasste sie eine Studie für das EU-Parlament zum Thema ‚Cross-border mergers and divisions, transfers of seat: Is there a need to legislate?‘ (‚Grenzüberschreitende Verschmelzungen und Spaltungen, Sitzverlegungen: Besteht Gesetzgebungsbedarf?‘). 2017 wurde die Wissenschaftlerin zum Mitglied der Expertenkommission ernannt, die das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) zur Umsetzung der Aktionärsrechte-Richtlinie eingesetzt hat. 2019 wurde sie ebenfalls Mitglied einer BMJV-Expertenkommission zum Umwandlungsrecht.

Die ICLEG wird die Europäische Kommission u.a. bei der Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zu folgenden Themen beraten:

Gesellschaftsrecht, Corporate Governance und künstliche Intelligenz (insbesondere in Bezug auf die Haftung von Unternehmen und Direktoren);

„nachhaltige Unternehmen“ (insbesondere im Hinblick auf die Beziehungen innerhalb von Unternehmensgruppen, Gesellschafts- und Gruppeninteresse, Weisungen in der Unternehmensgruppe und Nachhaltigkeit, Sorgfaltspflicht);

Bekämpfung des unerwünschten Verhaltens einiger Briefkastengesellschaften;

Umsetzung der gesellschaftsrechtlichen Richtlinien, speziell der 2019 verabschiedeten Digitalisierungs-Richtlinie, insbesondere in Bezug auf die Disqualifizierung von Direktoren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Geheimdienst-Reform: BND und Verfassungsschutz bekommen mehr Macht
12.08.2026

Die geplante Reform der Geheimdienste soll laut dem CDU-Politiker Henrichmann mehr Befugnisse bringen: Nachrichtendienste sollen künftig...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg verändert sich: Putins Hinterland wird zur neuen Front
12.08.2026

Die Front bewegt sich kaum noch, doch der Ukraine-Krieg bekommt eine neue Dimension. Ukrainische Drohnen und Raketen treffen Raffinerien,...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Wagenknecht könnte AfD zur Macht verhelfen
12.08.2026

Knapp vier Wochen vor der Wahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD in Umfragen weit vorn. Und das BSW kann sich Hoffnung auf den Sprung über...

DWN
Technologie
Technologie KI-Wasserzeichen: Claude wird unsichtbar markiert und Unternehmen müssen reagieren
12.08.2026

Claude soll künftig unsichtbare Spuren in Texten und Dateien hinterlassen. Anthropic reagiert damit auf neue Vorgaben des EU AI Act, doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Neues DAX-Rekordhoch: Warum Anleger Deutschlands Krise ignorieren
12.08.2026

Deutschlands Industrie verliert Arbeitsplätze, Investitionen fehlen und die Konjunktur kommt kaum vom Fleck. Trotzdem jagt der DAX von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland: Arbeitszeit pro Kopf sinkt leicht - Ältere arbeiten mehr
12.08.2026

Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Kopf ist besonders bei Männern und Jüngeren gesunken. Bei Frauen hingegen blieb sie stabil. Woran...

DWN
Politik
Politik Städtetags-Präsident warnt Bundesregierung: "Stimmung in den Rathäusern explosiv"
12.08.2026

Die Kommunen stehen finanziell unter Druck. Die Stimmung in den Rathäusern sei noch nie so schlecht gewesen, heißt es vom Städtetag. Er...

DWN
Technologie
Technologie ChatGPT & Co: Welche Risiken Unternehmen im E-Commerce drohen
12.08.2026

Die Spielregeln im Handel ändern sich radikal: Kunden verlagern ihre Suche in KI-Interfaces, Kaufentscheidungen treffen bald autonome...