Technologie

Berliner Unternehmen entwickelt Software, die Roboter-Autos schult

Die Entwicklung von Autorobotern war durch die Krise eingeschlafen, kommt nun aber wieder voran. Mit dabei ist ein Startup aus der Hauptstadt.
08.09.2020 14:52
Aktualisiert: 08.09.2020 14:52
Lesezeit: 2 min
Berliner Unternehmen entwickelt Software, die Roboter-Autos schult
Das Marktpotenzial für autonomes Fahren ist gewaltig und liegt Schätzungen zufolge im dreistelligen Milliarden-Euro-Bereich. (Foto: dpa) Foto: Matthias Balk

Die Digitalisierung kommt in Deutschland nach den Einbrüchen durch die Pandemie wieder in Schwung – und zwar insbesondere die Entwicklung von autonomen Fahrsystemen. Mit dabei ist ein Berliner Startup, das sich gerade eine weitere Finanzierungs-Runde gesichert hat: Der Berliner Hersteller von Spezial-Software, "Phantasma Labs", kann sich ab jetzt auf eine neue weitere Summe „in siebenstelliger Höhe“ stützen.

Es geht darum, eine besondere Lösung zu entwickeln, die Fußgänger, Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer imitiert, um selbstfahrende Autos schulen zu können. Zu den Investoren gehört der Fonds "Technologie Berlin", der unter anderem vom Land Berlin gefördert wird und über ein Gesamtvolumen von 52 Millionen Euro verfügt.

Hintergrund: "Phantasma" Labs wurde vor zwei Jahren von Ramakrishna Nanjundaiah aus der Taufe gehoben – einem Unternehmer indischer Herkunft, der in der deutschen Gründerszene einen guten Ruf genießt. An seiner Seite steht eine Deutsche: nämlich Maria Maier, die den Posten des CTO einnimmt. Beide haben im Januar von Porsche bei einem Wettbewerb für innovative Startups den zweiten Platz erreicht.

Simulations-Plattform für autonome Fahrzeuge wird aufgebaut

Die technische Lösung der beiden Unternehmer sieht folgendermaßen aus: "Phantasma Labs" entwickelt eine Simulations-Plattform für autonome Fahrzeuge, die realistische Städte virtuell abbildet. Dort agieren Menschen und Fahrzeuge in lebensechten Situationen. Diese Plattform kann für die Autohersteller, die autonome Fahrsystem entwickeln, von besonderem Interesse sein.

Hintergrund: Grundsätzlich gelten die solche Lösungen als wesentlicher Baustein für die Technologie. Auch die deutschen Firmen gehören bei deren Entwicklung zur Weltspitze – beispielsweise Daimler. Der Autobauer aus dem Südwesten Deutschlands hatte gerade Ende August erklärt, er wolle im kommenden Jahr als weltweit erster Hersteller ein autonomes Fahrsystem auf den Markt bringen.

„Voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2021 wird die S-Klasse mit dem neuen Drive Pilot bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten in Deutschland hochautomatisiert fahren können", hatte das Management mitgeteilt.

Daimler setzt auf einen Markt, der ein gewaltiges Potenzial hat. Schätzungen zufolge dürften die Umsätze, die die Hersteller im laufenden Jahr erzielen, bei 80 Milliarden Dollar liegen. Den Experten zufolge dürften sie sich bis 2025 auf fast 180 Milliarden Dollar weit mehr als verdoppeln. 2030 sollen die Erlöse sogar 270 Milliarden Dollar betragen. Damit nimmt das Segment zwar noch keinen riesigen Anteil am Gesamtmarkt ein, zeichnet sich aber durch ein sehr dynamisches Wachstum aus.

Grundsätzlich entwickelt sich die Digitalisierung in Deutschland wieder besser. So hat der Index für die aktuelle Geschäftslage bei den Digitalunternehmen im Juli nach den Einbrüchen durch die Krise wieder erholt. Das Barometer des Fachverbandes Bitkom gewann um 4,7 Zähler auf 15,8 Punkte. Darüber hinaus kletterten die Geschäftserwartungen um 14,4 Einheiten auf 6,7 Punkte.

Damit lag das Niveau seit dem Ausbruch der Pandemie erstmals wieder im positiven Bereich. Allerdings fand Bitkom-Chef Achim Berg auch skeptische Worte: „In den Unternehmen gibt es einen breiten Konsens über die herausragende Bedeutung der Technologie für die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft. Aber die Mehrheit tut sich schwer damit, dieses Wissen für das eigene Geschäft zu nutzen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Warum Fernwärme nicht überall funktioniert
06.10.2026

Fernwärme soll ein wichtiger Baustein der Wärmewende werden – doch nicht jedes neue Netz ist wirtschaftlich sinnvoll. Entscheidend sind...

DWN
Politik
Politik Nicht nur das BSW verhilft AfD-Mann zum Posten des Landtagspräsidenten
06.10.2026

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit fast 44 Prozent der Stimmen gewonnen und wird mit Tobias Rausch nun auch den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kündigungsschutzklage: Das müssen Sie wissen
06.10.2026

Wer entlassen wird, kann und sollte sich dagegen wehren. Lohnnachzahlungen oder eine Abfindung sind jedoch kein Selbstläufer. Was...

DWN
Immobilien
Immobilien Superreiche fliehen aus London: Luxusimmobilien stürzen ab
06.10.2026

Londons Luxusimmobilien verlieren dramatisch an Wert, in manchen Nobelvierteln beträgt das Minus mehr als 25 Prozent. Während die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rheinmetall erobert den Weltraum und startet Satellitenproduktion für die Bundeswehr
06.10.2026

Rheinmetall baut nicht mehr nur Panzer, Munition und Gefechtstürme. Mit eigenen Radarsatelliten will der Rüstungskonzern die Bundeswehr...

DWN
Politik
Politik Milliardenschwerer Öl-Deal mischt sich in Gespräche zwischen USA und Russland
06.10.2026

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei Gesprächen mit den USA einen milliardenschweren Öl-Deal angesprochen, der Verbindungen zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Lkw-Offensive sorgt für Unruhe: „Fast zu gut“
06.10.2026

Die Elektrifizierung ist in vollem Gang, und die chinesischen Hersteller haben Lastwagen bereit, die in Europa auf die Straße kommen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Tech-Rally beflügelt Wall Street; Anleiherenditen steigen
05.10.2026

Welche Kräfte die US-Märkte zum Wochenstart bewegten und warum Anleger jetzt genau hinsehen sollten.