Politik

EU: Eine halbe Milliarde in dunken Kanälen versickert

Immer mehr Fördermittel der EU landen bei Betrügern.
10.09.2020 14:11
Lesezeit: 1 min
EU: Eine halbe Milliarde in dunken Kanälen versickert
Viele Schattenmänner versuchen, sich EU-Gelder zu erschleichen - und eine Menge sind dabei erfolgreich. (Foto: dpa) Foto: Uwe Anspach

Innerhalb der EU sind nach einem Bericht der Antibetrugs-Behörde „Olaf“ („Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung“) im vergangenen Jahr Fördermittel von fast einer halben Milliarde Euro missbraucht oder zweckentfremdet worden. Die Gesamtsumme bezifferte die Brüsseler Behörde am Donnerstag in ihrem Jahresbericht auf 485 Millionen Euro. Das sind 114 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor (ein Zuwachs von knapp 31 Prozent). „Olaf“ hat das Ziel, Betrug mit EU-Geld zu untersuchen und aufzudecken. Die Ermittler schauen sich dabei auch die Arbeit innerhalb der europäischen Behörden an.

Im neuen Jahresbericht liegt ein Schwerpunkt auf Missbrauch von Geldern für Umweltprojekte. Regelmäßig gebe es etwa Betrug bei der Wasserversorgung und bei Wasseraufbereitungssystemen. So habe eine rumänische Firma ohne jegliche Erfahrung in diesem Bereich Geld erhalten. Gefälschte Dokumente sollten unter anderem eine Kooperation mit einem deutschen Unternehmen belegen. Der Schaden wird auf sechs Millionen Euro beziffert.

„Olaf“-Leiter Ville Itälä sagte, die Arbeit der Behörde werde im laufenden Jahr stark vom Coronavirus geprägt. Mit Blick auf den europäischen Wiederaufbauplan in Höhe von 750 Milliarden Euro zur Bewältigung der Corona-Krise sagte er: «Olafs Aufgabe, sicherzustellen, dass Geld ordnungsgemäß ausgegeben wird, wird wichtiger denn je sein.»

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