Deutschland

Beschäftigung in deutscher Industrie mit größtem Rückgang seit 2010

Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Industrie ist wegen der Corona-Krise so stark gesunken wie seit über zehn Jahren nicht mehr.
15.09.2020 16:30
Lesezeit: 1 min
Beschäftigung in deutscher Industrie mit größtem Rückgang seit 2010
Die Silhouette eines Stahlarbeiters. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Industrie ist wegen der Corona-Krise so stark gesunken wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

Ende Juli waren gut 5,5 Millionen Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes tätig. Das waren 164.000 oder 2,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. “Dies ist der höchste prozentuale Rückgang der Beschäftigtenzahl zum Vorjahresmonat seit Mai 2010”, hieß es dazu. Damals litt die Industrie unter den Nachwehen der Finanzkrise.

Den exportabhängigen Unternehmen macht die weltweit gesunkene Nachfrage aufgrund der Corona-Rezession zu schaffen. In nahezu allen Branchen nahm daher die Zahl der Beschäftigten ab. Am stärksten sank sie in der Metallerzeugung und -bearbeitung mit 5,6 Prozent. Die Vorzeigebranchen Auto und Maschinenbau meldeten Rückgänge von 4,1 beziehungsweise 3,8 Prozent. Dagegen zählten die Hersteller von chemischen Erzeugnissen 1,9 Prozent mehr Mitarbeiter. Kurzarbeitende werden als Beschäftigte gezählt.

Die Folgen der Corona-Krise machen sich auch bei den geleisteten Arbeitsstunden bemerkbar. Diese sanken im Juli - bei gleicher Zahl an Arbeitstagen - um 8,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 671 Millionen Stunden. Die Entgelte für die Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe gingen um 8,6 Prozent auf rund 23,8 Milliarden Euro zurück.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Pest-Verdacht in Russland treibt meine Aktie plötzlich zweistellig nach oben
06.10.2026

Die Aktie, die ich vergangene Woche noch als obskur bezeichnet hatte, ist um fast 13 Prozent gestiegen.

DWN
Technologie
Technologie Deutsche Bahn: Per 5-Jahres-Plan endlich pünktlich ans Ziel?
06.10.2026

Marode Gleise und unpünktliche Züge belasten den Bahnverkehr in Deutschland. Ein neuer Infraplan soll verbindliche Ziele setzen und die...

DWN
Politik
Politik Staatshaushalt: Finanzierungsdefizit im ersten Halbjahr 2026 von fast 99 Milliarden Euro
06.10.2026

Der deutsche Staat gibt deutlich mehr aus, als er einnimmt: Die öffentlichen Haushalte verzeichnen im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Eine Anlage, der ich keinen Erfolg wünsche
06.10.2026

Alpha Pro Tech ist klein, langweilig und an der Börse meist nahezu unsichtbar. Doch sobald eine Gesundheitskrise ausbricht, können Umsatz...

DWN
Finanzen
Finanzen Frankreichs Schulden treiben den Euro in die Krise
06.10.2026

Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten, während Frankreichs Schuldenkrise die Finanzmärkte verunsichert. Warum Experten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
06.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...

DWN
Technologie
Technologie Warum Fernwärme nicht überall funktioniert
06.10.2026

Fernwärme soll ein wichtiger Baustein der Wärmewende werden – doch nicht jedes neue Netz ist wirtschaftlich sinnvoll. Entscheidend sind...

DWN
Politik
Politik Nicht nur das BSW verhilft AfD-Mann zum Posten des Landtagspräsidenten
06.10.2026

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit fast 44 Prozent der Stimmen gewonnen und wird mit Tobias Rausch nun auch den...