Politik

Russland kritisiert französische Mohammed-Karikaturen und islamistische Gewalttaten scharf

Der Kreml hat die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen durch das französische Magazin „Charlie Hebdo“ und die islamistischen Gewalttaten scharf kritisiert.
29.10.2020 14:31
Lesezeit: 1 min
Russland kritisiert französische Mohammed-Karikaturen und islamistische Gewalttaten scharf
Der russische Präsident Wladimir Putin (3-R) mit den Führern der traditionellen russischen spirituellen Konfessionen: Patriarch Kirill von Moskau und ganz Russland (4-R), Oberrabbiner Berl Lazar (2-R), Mufti-Scheich Ravil Gainutdin (R), Ober-Mufti-Scheich Talgat Tajuddin (3-L) vor einem Denkmal für Kuzma Minin und Prinz Dmitry Pozharsky auf dem Roten Platz in Moskau, Russland, 4. November 2015. (Foto: dpa) Foto: Natalia Kolesnikova/Pool

Der Sprecher des Kremls, Dmitri Peskow, teilte am 29. Oktober 2020 im Zusammenhang mit der jüngsten Veröffentlichung einer Mohammed-Karikatur durch das Magazin „Charlie Hebdo“ mit, dass derartige die Religion verunglimpfende Karikaturen in Russland niemals veröffentlich werden können. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Russland teilweise muslimisch ist. In Russland leben 20 Millionen Muslime. In Russland ist das Christentum die Hauptreligion, unsere Bürger sind hauptsächlich Christen, und unser Land ist einzigartig, weil es multiethnisch und multireligiös ist, mit allen Konfessionen, die respektvoll miteinander umgehen und leben“, zitiert die Tass Peskow. Die Veröffentlichung einer derartigen Karikatur sei „absolut unmöglich“, zumal dies der Gesetzgebung widerspreche. „Natürlich ist es inakzeptabel, die Gefühle der Gläubigen zu beleidigen, und gleichzeitig ist es inakzeptabel, Menschen zu töten. Beide Dinge sind absolut inakzeptabel“, so Peskow.

Dem Domradio zufolge hatte die Duma im Jahr 2013 das russische Blasphemiegesetz verschärft. „Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“, heißt es in Paragraf 166 des Strafgesetzbuchs.

Das Domradio wörtlich: „Unter dem Vorwurf des ,Rowdytums aus religiösem Hass‘ wurden zwei Bandmitglieder zu zwei Jahren Lagerhaft und eine dritte Musikerin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Für diesen Tatbestand sieht das bestehende Strafrecht bis zu sieben Jahre Haft vor. Die orthodoxe Kirche drängte nach dem Skandalauftritt auf eine Anhebung der Höchststrafe für die Verletzung religiöser Gefühlen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölpreise steigen: Reservenfreigabe stoppt Preisschock nicht
12.03.2026

Der Krieg im Iran erschüttert den internationalen Ölmarkt: Deutschland, die USA und andere Staaten wollen mit Ölreserven in Rekordhöhe...

DWN
Finanzen
Finanzen BMW-Aktie: Warum der Autobauer vorsichtig bleibt – trotz stabiler Zahlen
12.03.2026

Die BMW-Aktie schwächelt, obwohl der Autobauer stabiler durch die Krise kommt als die Konkurrenz. Vorsichtiger Ausblick, China-Probleme...

DWN
Finanzen
Finanzen Daimler-Truck-Aktie: Gewinn bricht um 34 Prozent ein
12.03.2026

Die Daimler-Truck-Aktie steht unter Druck, nachdem der Gewinn des Nutzfahrzeugherstellers deutlich eingebrochen ist. Vor allem die schwache...

DWN
Politik
Politik Ministerpräsident Günther: Soziale Medien führen Gesellschaft „in den Abgrund“
12.03.2026

Noch eindringlicher als zuvor fordert Schleswig-Holsteins Ministerpräsident ein Social-Media-Verbot für junge Menschen. Warum Deutschland...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Debatte um Vermögenssteuer: Lego-Chef warnt vor Folgen für Unternehmen
12.03.2026

Die Debatte über eine Vermögenssteuer sorgt in Dänemark für Spannungen zwischen Politik und Wirtschaft, nachdem sich Lego-Chef Niels B....

DWN
Politik
Politik Energiepreise setzen Haushalte unter Druck: Wie die EU Stromkosten senken will
11.03.2026

Die EU-Kommission stellt einen neuen Energieplan vor, mit dem Haushalte in Europa spürbar bei den Stromkosten entlastet werden sollen....

DWN
Politik
Politik Steuerrecht: Ehegattensplitting vorm Aus? Mehr Arbeitszeit für Frauen nicht lukrativ
11.03.2026

Für viele Frauen lohnt es sich finanziell nicht, in den Job zurückzukehren oder ihre Teilzeit auszubauen, das Ehegattensplitting entpuppt...

DWN
Finanzen
Finanzen Gerresheimer-Aktie im freien Fall: Jahresabschluss verschoben, SDAX-Ausschluss droht – was der Bilanzskandal für Anleger bedeutet
11.03.2026

Für die Gerresheimer-Aktie reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Nach Bilanzfehlern und Untersuchungen der BaFin verzögert sich...