Politik

Noch immer Weltmacht Nummer eins: Die DWN berichten live über die Präsidentschaftswahlen

Trump oder Biden: Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten werden Sie die ganze Nacht lang mit den aktuellsten Nachrichten von den US-Präsidentschaftswahlen versorgen.
03.11.2020 19:55
Aktualisiert: 03.11.2020 19:55
Lesezeit: 2 min
Noch immer Weltmacht Nummer eins: Die DWN berichten live über die Präsidentschaftswahlen
Überall auf der Welt wird der US-Präsidentschaftswahlkampf mit höchstem Interesse verfolgt. (Foto: dpa) Foto: Ahn Young-Joon

Heute finden in den USA die Präsidentschaftswahlen statt. Die – nach Meinung der meisten politischen Experten und Kommentatoren – wichtigsten der amerikanischen Nachkriegsgeschichte.

Zur Wahl stehen der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden (und tatsächlich noch viele, viele andere Kandidaten, die jedoch keinerlei Chancen haben).

"Make America great again"

Kaum ein Präsident war jemals so umstritten wie der 45te. Seine Befürworter sagen, dass er die USA wieder zu einer mächtigen Nation gemacht, ihre Wirtschaft wieder angekurbelt, den IS besiegt und den Friedensprozess im Nahen Osten in Gang gebracht hat. Er lasse sich nichts von den liberalen Eliten vorschreiben, biete China sowohl ökonomisch als auch militärisch die Stirn, habe keine Angst vor Corona und verteidige traditionelle amerikanische Werte wie beispielsweise den freien Waffenbesitz.

Der Spalter

Die Gegner des 74-Jährigen dagegen werfen ihm vor, die USA weltpolitisch immer mehr zu isolieren, durch den schrittweisen Rückzug der US-Truppen Russland und andere potentielle Feinde zu stärken, durch seine Wirtschaftspolitik die Reichen reicher und die Armen ärmer zu machen und das Haushaltsdefizit massiv zu vergrößern. Er habe das politische und gesellschaftliche Klima im Land vergiftet, den Rassenhass angeheizt und bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vollkommen versagt.

Der Versöhner

Die Unterstützer von Trumps Herausforderer Joe Biden setzen dagegen darauf, dass ihr Kandidat die Beziehungen zu den europäischen Verbündeten wieder verbessert und vermehrt die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen sucht. Weiterhin pochen sie darauf, dass der 77-Jährige ein wirkungsvolles Konjunkturprogramm auflegt, die Steuern für Gutverdienende und für Unternehmen erhöht, den Mindestlohn von derzeit 7,25 auf 15 Dollar mehr als verdoppelt, Corona wirksam bekämpft und die in hohem Maße polarisierte amerikanische Gesellschaft wieder versöhnt und eint.

"Sleepy Joe"

Die Gegner von Biden (den Trump wegen seines hohen Alters und angeblicher Senilität "Sleepy Joe", schläfriger Joe, nennt), sind dagegen der Meinung, er werde gegenüber China eine Appeasement-Politik fahren und Amerikas Interessen gegenüber den US-Handelspartnern – vor allem dem Reich der Mitte und der EU – verraten. Seine ökonomischen Vorstellungen seien die eines Sozialisten, er vertrete die Interessen der großen Tech-Konzerne und vernachlässige die der Arbeiter, und er sei als Berufspolitiker (36 Jahre Senator, acht Jahre Vizepräsident) dem Leben von Otto Normalverbraucher (oder, wie es im Englischen so schön heißt, „Joe Sixpack“) völlig enthoben.

Kein Ende der Geschichte

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Sieg über den Kommunismus postulierten amerikanische Historiker und Politikwissenschaftler das „Ende der Geschichte“: Das westliche politische System und Gesellschaftsmodell habe sich durchgesetzt; ein unipolares System sei entstanden, in dem die USA die alleinige Führungsrolle innehabe. Dies Szenario ist offensichtlich nicht wahrgeworden – den Vereinigten Staaten ist auf internationaler Ebene mächtige Konkurrenz erwachsen, im Inneren ist das Land gespalten, orientierungslos und – weil sich für so viele der amerikanische Traum nicht bewahrheitet – desillusioniert.

Nichtsdestotrotz sind die USA weiterhin wirtschaftlich, militärisch und technologisch noch immer die Weltmacht Nummer eins. Ob man es wahrhaben möchte oder nicht: Die amerikanische Präsidentschaftswahl strahlt an jeden Ort, an jeden Winkel dieser Erde aus – nach Peking, Moskau und Berlin, nach Tahiti, Patagonien und Ostfriesland.

Und darum werden die Deutschen Wirtschaftsnachrichten über diese Wahl live berichten. Wir sind bis morgen früh für sie da – damit Sie über alle Ereignisse sofort informiert sind.

Auf eine spannende Wahlnacht!

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
USA
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Die Ökonomie der Aufmerksamkeit: Warum Unternehmen um jede Minute kämpfen

Im Internet ist Geld nicht länger die einzige Währung. Eine ebenso große Rolle spielt die Währung Aufmerksamkeit. Wer im Überfluss an...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Opel-Chef Florian Huettl: Kann sein leiser Kurs die Traditionsmarke retten?
18.07.2026

Andere Automanager inszenieren sich, Florian Huettl hört lieber Kunden und Händlern zu. Der Opel-Chef soll eine deutsche Traditionsmarke...

DWN
Technologie
Technologie CATL: Europa baut Ladestationen, China Batteriewechselstationen
18.07.2026

Das chinesische Unternehmen CATL will bis 2030 80 Prozent des chinesischen Güterverkehrs mit einem Netz von Batteriewechselstationen...

DWN
Finanzen
Finanzen Experten-Interview: Wein ist eine interessante alternative Investition – vor allem auf lange Sicht
18.07.2026

Wein kann als alternative Geldanlage interessant sein, besonders über längere Zeiträume. Entscheidend sind Herkunft, Lagerung,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Škoda Peaq im Test: Wenn die Reichweite ihrem Namen alle Ehre macht
18.07.2026

Mit dem Škoda Peaq stellt die Marke ihr bislang größtes Elektroauto vor. Der SUV setzt auf hohe Reichweite, viel Innenraum, starke...

DWN
Finanzen
Finanzen Euro-Stablecoins: Wie Europa die Kontrolle über seine Währung verlieren könnte
18.07.2026

Der Euro ist die zweitwichtigste Währung der Welt, doch in der digitalen Finanzwelt spielt er bislang kaum eine Rolle. Während nahezu...

DWN
Politik
Politik NATO-Verteidigungsausgaben: Wer für das neue Fünf-Prozent-Ziel zahlt
18.07.2026

Die NATO rüstet auf wie seit Jahrzehnten nicht mehr, doch zwischen den Mitgliedstaaten liegen Welten. Während Polen und die baltischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Das Maschinenherz Deutschlands kommt zum Stillstand: Das Problem ist größer als in der Automobilbranche
18.07.2026

In den meisten Ländern der Europäischen Union wächst die Maschinenproduktion dank einer Investitionswelle. Nicht so in Deutschland. Der...

DWN
Finanzen
Finanzen Marktbericht: „Böse Überraschung“, während der KI-Ausverkauf anhält
17.07.2026

Turbulenzen an den Märkten: Erfahren Sie, welche Kräfte den Technologiesektor jetzt bewegen und wie Experten die Lage einschätzen.