Deutschland

Einzelhandel erwartet trotz Corona mehr Umsätze zu Weihnachten

Der Einzelhandel rechnet damit, dass das Weihnachtsgeschäft auch in diesem Jahr hohe Umsätze nach sich ziehen wird.
05.11.2020 10:43
Aktualisiert: 05.11.2020 10:43
Lesezeit: 1 min
Einzelhandel erwartet trotz Corona mehr Umsätze zu Weihnachten
Zwei Frauen stehen mit ihren Advents-Einkäufen am 03.12.2016 in Hannover (Niedersachsen) auf dem Kröpcke. (Foto: dpa) Foto: Alexander K

Trotz Corona rechnet der Einzelhandel auch in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen im wichtigen Weihnachtsgeschäft. Insgesamt würden die Verbraucher in den Monaten November und Dezember voraussichtlich rund 104 Milliarden Euro ausgeben, prognostizierte am Donnerstag der Handelsverband Deutschland (HDE). Das entspräche einem Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Schnitt wollen die Deutschen in diesem Jahr etwa 245 Euro pro Kopf für Weihnachtsgeschenke locker machen, so der HDE. Populär sind vor allem Geschenkgutscheine, gefolgt von Spielwaren, Büchern und Schreibwaren. Auch Kosmetik, Körperpflegeartikel und Bargeld zählen zu beliebten Geschenken. Der Branchenverband hofft, dass die Corona-Maßnahmen in diesem Monat die Neuinfektionen deutlich senken und die Kunden dann im Dezember wieder mehr in die Geschäfte strömen. "Es gibt ein Bedürfnis, für Weihnachten einkaufen zu gehen", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Allerdings profitieren voraussichtlich längst nicht alle Branchen von der ungebrochenen Kauflust der Konsumentinnen und Konsumenten. „Die Kunden kaufen auch in der Corona-Krise Geschenke, sie shoppen, aber deutlich mehr online und gehen seltener in die Innenstädte“, so Genth.

Im Onlinehandel erwartet der HDE deshalb im Weihnachtsgeschäft Umsatzsteigerungen um 19 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro. Deutliche Einbußen drohten dagegen dem Innenstadthandel, insbesondere den Bekleidungsgeschäften. Sie leiden angesichts des Teil-Lockdowns massiv unter sinkenden Kundenfrequenzen.

„Der Handel in den Innenstädten darf zwar öffnen, gleichzeitig appelliert die Politik aber an die Kunden, zu Hause zu bleiben. In der Folge können die Geschäfte mit Blick auf extrem sinkende Kundenfrequenzen vielerorts wirtschaftlich nicht mehr überleben“, warnte Genth. Er forderte deshalb die Bundesregierung auf, ihr aktuelles Nothilfeprogramm für wegen Corona-Pandemie geschlossene Betriebe auch für Einzelhändler zu öffnen.

Für das Jahr 2020 insgesamt rechnet der Verband mit einem Umsatzanstieg von 1,5 Prozent auf rund 552 Milliarden Euro. Dennoch können als Folge der Corona-Pandemie bis zu 50.000 Einzelhandelsstandorte in den Innenstädten verloren gehen, schätzt der HDE. Bei voll weiterlaufenden Kosten sei ein Offenhalten der Geschäfte betriebswirtschaftlich in vielen Fällen kaum sinnvoll möglich.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Dexit: Was von Europa ohne Deutschland bliebe
06.09.2026

Ein Dexit galt lange als politisches Randthema. Doch wenn die AfD weiter zulegt, wird der Austritt Deutschlands aus EU, Euro und Schengen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ratan Tata im Porträt: Das Auto war zu billig, um ein Erfolg zu werden
06.09.2026

Ratan Tata wollte indischen Familien ein sicheres und bezahlbares Auto geben. Der Tata Nano wurde als billigstes Auto der Welt gefeiert,...

DWN
Technologie
Technologie Elektroschrott in Europa: Milliardenwerte bleiben ungenutzt
06.09.2026

Europas Elektroschrott enthält Rohstoffe im Wert von Milliarden Euro, doch ein Großteil bleibt ungenutzt. Eine neue Studie zeigt, wie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Billigimporte aus China: Die EU zieht die Zollmauer hoch
06.09.2026

Die EU verschärft ihre Zollregeln gegen die Flut kleiner Pakete aus China. Nach dem festen Drei-Euro-Zoll kommt ab November eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Shein an der Börse: Wer bei Fast Fashion jetzt vorn liegt
05.09.2026

Der chinesische Konzern Shein hat sich an der Börse den größten Namen der Fast Fashion angeschlossen. Doch wie läuft es bei seinen...

DWN
Politik
Politik 37 Jahre alt und rund 15 Milliarden Euro schwer: Das ist Mario Draghis neuer Partner
05.09.2026

Der frühere EZB-Chef und ehemalige italienische Ministerpräsident Mario Draghi hat sich mit einem irischen Tech-Milliardär...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahn-Sanierung ohne monatelange Vollsperrungen: VCD legt Gegenentwurf vor
05.09.2026

Die Bahn will ihr marodes Schienennetz mit groß angelegten Generalsanierungen zuverlässiger machen. Doch das bisherige Konzept bringt...

DWN
Finanzen
Finanzen Restaurant-Aktien: Zwei Wachstumswetten für die nächsten 20 Jahre
05.09.2026

Tech-Aktien gelten als erste Adresse für spektakuläres Wachstum. Doch zwei Restaurantketten aus den USA könnten Anlegern langfristig...