Politik

DWN-Spezial: Schwere Unruhen erschüttern Paris, Lage ist sehr ernst

In Paris haben sich am Samstag 46.000 Menschen zu einer Kundgebung gegen Polizeigewalt und gegen ein neues Sicherheitsgesetz zur Massenüberwachung zusammengefunden. Es kommt zu schweren Ausschreitungen. Die Polizei muss sich stellenweise taktisch zurückziehen. Am Place de la Bastille fanden Zusammenstöße statt. Die Lage ist sehr ernst.
28.11.2020 18:45
Aktualisiert: 28.11.2020 18:45
Lesezeit: 2 min
DWN-Spezial: Schwere Unruhen erschüttern Paris, Lage ist sehr ernst
Unruhen in Paris. (Screenshot)

In Paris und weiteren französischen Städten ist es zu schweren Unruhen bei Kundgebungen gegen ein umstrittenes Sicherheitsgesetz, das die Rechte der Bürger weiter einschränken soll, gekommen. Nach Angaben des Innenministeriums versammelten sich bei der Pariser Demonstration mit dem Titel „Marsch der Freiheiten“ 46.000 Demonstranten, so Le Figaro. Am Place de la Bastille fanden Zusammenstöße statt.

In Lille demonstrierten nach Angaben der Präfektur heute Nachmittag zwischen 1.400 und 4.000 Menschen.

In Bordeaux waren es laut Präfektur 6.000, die demonstrierten.

In Lyon nahmen nach Angaben der Präfektur mehr als 7.500 Menschen an der Demonstration teil.

In Straßburg waren es laut Präfektur 1.500 Demonstranten und laut lokalen Medien und AFP fast 3.000.

In Lyon steigt die Spannung weiter an und die Polizei benutzt einen mit einem Wasserwerfer ausgestatteten Lastwagen, um Demonstranten zu zerstreuen. Das geht aus einem Video hervor. In Rennes demonstrierten 4.000 bis 5.000 Menschen. In Reims, Rouen, Brest, Toulouse und weiteren Städten fanden ebenfalls Kundgebungen statt.

„Im Vergleich zu anderen Demonstrationen in den letzten Monaten hat die Polizei (...) eine viel defensivere Strategie verfolgt. Sehr wenige ,Offensivsprünge‘ und eine geringe Anzahl von Verhaftungen (9). Motorisierte gewalttätige Unterdrückungstrupps waren kaum in Sicht. Die Polizei, die sich einer kompakten Menge von Menschen gegenübersieht, die kampfbereit sind, verwendet hauptsächlich Tränengaskanister“, so Le Monde.

„In Frankreich sind am Samstag tausende Menschen gegen Polizeigewalt und für die Pressefreiheit auf die Straße gegangen. Die Proteste in der Hauptstadt Paris und in vielen anderen Städten richteten sich gegen ein geplantes Filmverbot bei bestimmten Polizeieinsätzen“, so der Standard.

Die FAZ wörtlich: „In Paris errichteten einige Gruppen von Demonstranten Barrikaden und bewarfen die Polizei mit Steinen und Feuerwerkskörpern. Zwei Autos, ein Motorrad und Baumaterialien gingen in Flammen auf. Die Polizei setzte Blendgranaten und Tränengas ein.“

The Daily Express titelt: „Paris in Flammen. Polizei zieht sich zurück, als Demonstranten Feuerraketen abschießen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Irans Feigenblatt sorgt für grüne Zahlen an der Wall Street
25.09.2026

Ein unerwarteter Wendepunkt im Nahen Osten sorgt für Bewegung an den Märkten – erfahren Sie, welche Aktien jetzt besonders profitieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO rückt näher, OpenAI bremst: Was passiert mit den Rekord-Börsengängen?
25.09.2026

Was ist über Zeitplan, Bewertungen und Forderungen nach einer langsameren KI-Entwicklung vor den angekündigten Börsengängen bekannt?

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Henkel feiert 150 Jahre: Das sind die größten Herausforderungen
25.09.2026

Mit seinen bekannten Markenprodukten prägt Henkel seit Jahrzehnten den Alltag vieler Kunden. Ein Blick auf wichtige Meilensteine, Krisen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Milliardeninvestition richtet Hunderte Satelliten auf Putin
25.09.2026

Die finnische Satellitenfirma Iceye spielt bereits eine wichtige Rolle für die Ukraine und ihre Angriffe auf russische Ziele. Nun will das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gold für mehr als acht Milliarden Dollar: Russland meldet weitere Verkäufe
25.09.2026

Russlands Zentralbank verkauft seit Jahresbeginn kontinuierlich Gold. Fast 56 Tonnen verschwanden bereits aus den offiziellen Reserven, ihr...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Defekte Schraube an der Lenkung: Großrückruf bei VW, Audi und Seat
25.09.2026

Wegen möglicher Mängel an der Lenkung muss der Volkswagen-Konzern bundesweit fast eine Million Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Seat in...

DWN
Politik
Politik Protest gegen den Zwang: Zehntausende Schüler gehen gegen drohende Wehrpflicht auf die Straße
25.09.2026

Die Sorge vor einer Rückkehr der Wehrpflicht treibt die Jugend auf die Straße. Mit einem bundesweiten Aktionstag fordert eine...

DWN
Politik
Politik Neue Sitzordnung und Streit um Ausschüsse: Landtag von Sachsen-Anhalt vor Neuausrichtung
25.09.2026

Im Landtag von Sachsen-Anhalt stehen vor der anstehenden konstituierenden Sitzung spürbare Veränderungen an. Neben optischen Anpassungen...