Wirtschaft

Chinas Industrie verzeichnet schnellstes Wachstum seit über drei Jahren

Der offizielle Einkaufsmanagerindex der chinesischen Industrie ist im November unerwartet deutlich angestiegen. Ein Grund dafür sind auch die Exporte.
30.11.2020 11:20
Aktualisiert: 30.11.2020 11:20
Lesezeit: 1 min
Chinas Industrie verzeichnet schnellstes Wachstum seit über drei Jahren
Fluggäste, die zum Schutz vor dem Coronavirus Gesichtsmasken tragen, gehen am 24. November durch eine Halle des internationalen Flughafens Haikou Meilan in der südchinesischen Provinz Hainan. (Foto: dpa) Foto: Mark Schiefelbein

Die chinesische Industrie ist ungeachtet der zweiten Corona-Welle bei wichtigen Handelspartnern auf dem Weg zu alter Stärke: Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im November auf den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren. Er kletterte um 0,7 auf 52,1 Punkte, wie das Statistikamt am Montag zu ihrer monatlichen Umfrage unter Unternehmen mitteilte. Ökonomen hatten lediglich einen Mini-Anstieg auf 51,5 Zähler erwartet. Das Barometer signalisiert bereits ab 50 ein Wachstum. Die Dienstleister meldeten bereits den neunten Monat in Folge bessere Geschäfte: Deren Einkaufsmanagerindex kletterte um 0,2 auf 56,4 Punkte.

"Insbesondere die Exporte tragen derzeit zu der guten Konjunktur bei", hieß es in einer Analyse der beiden Commerzbank-Ökonomen Hao Zhou und Marco Wagner zum Abschneiden der Industrie. "Anekdotische Nachrichten deuten darauf, dass die chinesischen Exporteure gute Weihnachtsbestellungen erhalten haben." Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt profitiere davon, dass die Corona-Pandemie im Land eingedämmt wurde. Die chinesische Wirtschaft funktioniere reibungslos, "während viele Konkurrenten noch immer im Lockdown-Modus sind".

Die Umfragedaten deuten auf eine Wachstumsbeschleunigung im laufenden vierten Quartal hin. Analysten des Finanzhauses Nomura erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum wächst. Im Sommerquartal lag das Plus bei 4,9 Prozent. 2020 insgesamt dürfte die chinesische Wirtschaft um etwa zwei Prozent zulegen, was das schwächste Wachstum seit mehr als drei Jahrzehnten wäre. In großen Industriestaaten wie den USA, Deutschland oder Großbritannien dürfte das Bruttoinlandsprodukt dagegen merklich fallen.

Allerdings ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Der chinesische Arbeitsmarkt etwa entwickelt sich schwächer als erwartet, da sich viele Unternehmen mit Neueinstellungen noch zurückhalten. "Auch die chinesischen Behörden räumten ein, dass die frischgebackenen Hochschulabsolventen mit einem schwierigen Arbeitsmarkt konfrontiert sind, was die Wirtschaftsaussichten eher trübt", hieß es bei der Commerzbank.

Weiterlesen: China ist überlegen - Europa und die USA müssen dies endlich anerkennen

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Nato-Abschreckung an der Ostflanke: Neues Hauptquartier
30.06.2026

Macht Europa genug für seine militärische Sicherheit? Deutschland und die Niederlande wollen im Baltikum ein Zeichen für mehr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fallende Ölpreise und Tankrabatt: Inflation sinkt deutlich
30.06.2026

Die Inflation verliert überraschend an Tempo, weil Ölpreise fallen und der Tankrabatt die Spritkosten drückt. Doch die Entlastung...

DWN
Politik
Politik Arzneimittelpreise: Warum Berlin plötzlich für Amerikas Pillenproblem zahlen soll
30.06.2026

Donald Trump verspricht den Amerikanern billigere Medikamente, doch die Rechnung dafür könnte in Europa landen. Nach Großbritannien...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Monatlich 15.000 Arbeitslose aus der Industrie
30.06.2026

Es geht weiter bergab mit der deutschen Industrie. Tausende von Menschen in der Branche verlieren monatlich ihren Job - ohne Aussicht auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahn muss Trassen abgeben
30.06.2026

Die Deutsche Bahn verliert auf wichtigen Fernverkehrsstrecken exklusiven Zugriff auf begehrte Trassen. Die Bundesnetzagentur stärkt neue...

DWN
Politik
Politik EU zahlt Milliarden: Ukraine rüstet Drohnen auf
30.06.2026

Nach monatelanger Blockade floss vergangene Woche erstmals Geld aus dem riesigen EU-Hilfskredit an die Ukraine. Jetzt stellt die EU weitere...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aufhebungsvertrag wegen Personalabbau: Die wichtigsten Fakten
30.06.2026

Personalabbau ist auf Grund der schlechten wirtschaftliche Lage derzeit für viele Unternehmen ein Thema. Maßnahmen sind häufig...

DWN
Panorama
Panorama Vier Buchempfehlungen für die Liege: Was Entscheider diesen Sommer unbedingt lesen sollten
30.06.2026

Das Tablet ist geladen, der Sonnenschirm steht, die E-Mails dürfen warten. Wir haben vier Wirtschaftsbuch-Empfehlungen für Sie, die den...