Unternehmen

Bundesregierung präsentiert Zeitplan für Normen und Zertifizierung von künstlicher Intelligenz

Der Einsatz künstlicher Intelligenz verspricht ein gigantisches Wachstum für Deutschland. Jetzt hat die Bundesregierung einen wichtigen Schritt gemacht, um dieses Potenzial zu erschließen.
01.12.2020 16:59
Aktualisiert: 01.12.2020 16:59
Lesezeit: 1 min
Bundesregierung präsentiert Zeitplan für Normen und Zertifizierung von künstlicher Intelligenz
KI wird mittlerweile überall eingesetzt - auch im Einzelhandel. (Foto: dpa) Foto: Sina Schuldt

Deutschland will die flächendeckende Einführung künstlicher Intelligenz (KI) voranbringen: So hat das Bundeswirtschaftsministerium einen zeitlichen Fahrplan für die Technologie vorgestellt. Das Konzept gibt Handlungsempfehlungen für die Normung und Standardisierung.

300 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und der öffentlichen Hand haben in den vergangenen zwölf Monaten den Fahrplan erstellt, um deutschen Unternehmen und Organisationen im internationalen Wettbewerb mit anderen Ländern zu stärken. Ein weiterer Partner der Regierung ist das Deutsche Institut für Normung (DIN).

„Jetzt müssen wir die Handlungsempfehlungen zügig umsetzen und konkrete Projekte auf den Weg bringen. Dazu laden wir interessierte Fachleute ein, mitzuwirken und ihr Wissen in die Normung einzubringen, sagte Christoph Winterhalter, Vorsitzender des Vorstandes von DIN. „Die KI-Forschung in Deutschland gehört weltweit zur Spitze. Normen und Standards ebnen den Weg, um aus den Ergebnissen innovative Produkte zu entwickeln, die zu Exportschlagern unserer Wirtschaft werden können“, erklärte Winterhalter.

Damit reagiert die Bundesregierung auf die Forderungen der deutschen Unternehmen. 90 Prozent der Unternehmen hatten zuletzt klarere gesetzliche Vorgaben für den Einsatz von künstlicher Intelligenz gefordert. Das war Ende November aus einer aktuellen Umfrage des TÜV-Verbandes hervorgegangen.

„Ich gehe davon aus, dass es in zwei bis drei Jahren Anwendungsgebiete geben wird, in denen Normen für künstliche Intelligenz als Zertifizierungsgrundlage angewendet werden“, fügte Winterhalter hinzu. „Wenn alles vollständig digital läuft, dann ist eine Norm ein IT-Dienst, den wir als IT-Dienstleister zur Verfügung stellen. Bisher haben die Firmen alle Normen auf dem Firmennetzwerk, was doppelte Datenhaltung und eine nicht wertschöpfende Administration benötigt. Das Ziel muss es sein, eine Art Streaming-Dienst anzubieten, wo alle relevanten Normen verfügbar sind“, so Winterhalter.

Deutschland gehört innerhalb von Europa zu den Ländern, die relativ weit entwickelt sind, wenn es um künstliche Intelligenz geht. Bei der Roboter-Industrie gilt das Land auf dem Kontinent als führend. Und die Wachstumsaussichten, die mit Hilfe der Technologie erreicht werden könnten, sind mehr als verlockend:

So geht der Verband für Internetwirtschaft davon aus, dass die Wirtschaftsleitung Deutschlands zwischen 2019 und 2025 um 13 Prozent wächst, sollte die KI flächendeckend eingesetzt werden. Das entspricht dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Belgien. Die Veröffentlichung des zeitlichen Fahrplans für die Einführung von Normen und Zertifizierungen war nun ein erster Schritt dahin, um dieses gigantische Potenzial zu erschließen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: US-Aktien erholen sich, während der Dow Jones die 53.000er-Marke hält
02.09.2026

Erfahren Sie, welche treibenden Kräfte und überraschenden Entwicklungen die jüngste Bewegung an der Wall Street bestimmen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Staatsdefizit und Schuldenquote wachsen rasant: Deutschland reißt die Maastricht-Grenze
02.09.2026

Der deutsche Staat lebt deutlich über seine Verhältnisse: Während die Einnahmen im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent zulegten, erhöhten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Autoindustrie: Warum der große Stellenabbau erst beginnt
02.09.2026

Europas Autobauer verdienen noch Milliarden und streichen trotzdem Tausende Stellen. Hohe Löhne, teure Energie, schwach ausgelastete Werke...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Halberstädter Würstchen sind Geschichte: Ostdeutsches Unternehmen schließt Fabrik
02.09.2026

Hohe Kosten haben das traditionsreiche Unternehmen Halberstädter aus Sachsen-Anhalt in die Insolvenz getrieben. Ein neuer Investor ließ...

DWN
Politik
Politik Trump, China und Europas Industrie: EU-Klimachef schlägt Alarm
02.09.2026

Donald Trump steigt aus der internationalen Klimapolitik aus, China überschwemmt Europa mit staatlich gestützter grüner Technologie und...

DWN
Politik
Politik CO2-Emissionen: TU München wirft EU falsche Klimavorgaben für Autos vor
02.09.2026

Wissenschaftler der TU München werfen der EU "Fehlsteuerung" bei den Klimazielen für Autos vor. Die Kritik zielt darauf, dass in den...

DWN
Politik
Politik Kabinett beschließt Einkommensteuerreform
02.09.2026

Das Bundeskabinett hat die umstrittene Reform der Einkommensteuer beschlossen. Das Paket startet nun in die konkrete Gesetzgebung. Zur...

DWN
Politik
Politik Aufrüstung: Deutsche Marine testet weitreichendes Raketensystem Lora
02.09.2026

Abschreckung Russlands: Im Nordatlantik testet die Marine inmitten neuer Spannungen das israelische Raketensystem Lora. Mit der...