Marktbericht

Stadtflucht: Preise in ländlichen Gebieten steigen erstmals stärker als in Metropolen

Zwar steigen die Immobilienpreise in großen Städten immer noch - deutlich stärker fällt der Anstieg allerdings inzwischen in stadtnahen ländlichen Gebieten aus.
14.12.2020 10:00
Lesezeit: 2 min
Stadtflucht: Preise in ländlichen Gebieten steigen erstmals stärker als in Metropolen
Hinter der Kirche Sankt Michael in Aufkirch (r) liegt Überlingen am Bodensee. (Foto: dpa) Foto: Felix Kästle

Die Immobilienpreise in dichter besiedelten ländlichen Kreisen stiegen im zweiten Quartal des Corona-Krisenjahres gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,9 Prozent. In deutschen Metropolen stiegen die Preise zwar auch, mit einem Plus von 6,5 Prozent allerdings deutlich geringer. Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, liegen Immobilien in ländlicheren Gefilden immer mehr im Trend – auch bei Großstädtern.

Noch vor vier Jahren gaben 63 Prozent der Großstädter an, sich ein Eigenheim in einer Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern erwerben zu wollen. Dieser Anteil sank auf 57 Prozent.

Eine gegenteilige Entwicklung zeigt sich bei den tatsächlichen Immobilienkäufern aus Metropolstädten, die ein Eigentum in ländlicheren Regionen erworben haben. Im Jahr 2016 wurden noch 12 Prozent der Kleinstadt-Immobilien von Großstädtern erworben, dieses Jahr kletterte der Anteil auf 14 Prozent.

Indes zeigt die Infografik, dass Analysten insbesondere in München und Frankfurt am Main ein großes Immobilienblasen-Risiko sehen. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Blase sei sogar größer als in Hongkong, Paris und London.

Über alle Regionen und Städte hinweg stiegen die Immobilienpreise im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,8 Prozent. Hierbei handelt es sich um den stärksten Anstieg seit 2016. Nutznießer hiervon: Immobilienbesitzer, aber auch börsennotierte Immobilienunternehmen wie Vonovia oder Deutsche Wohnen.

„Die Nachfrage nach Immobilien in dicht besiedelten ländlichen Gebieten stieg im Angesicht der Corona-Krise stark an“, so Block-Builders-Analyst Raphael Lulay. „Zudem führte die Pandemie auch zu einem Nachfrage-Hoch bei Ferienimmobilien.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie KI-Agenten außer Kontrolle: Wenn der Assistent plötzlich zum Hacker wird
29.08.2026

Ein KI-Agent sollte lediglich einen Platz im Fitnesskurs sichern und entfernte dafür eigenmächtig einen anderen Nutzer von der...

DWN
Politik
Politik Arbeitslosenversicherung: Milliardenloch und immer mehr Arbeitslose: Kommen höhere Beiträge?
29.08.2026

Im Juli gab es über drei Millionen Menschen, die arbeitslos gemeldet sind. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent. Tendenz...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kleine Warensendungen aus China vor Strukturbruch: Im Juli 98 Prozent Rückgang
29.08.2026

Die Zahl der Sendungen aus Asien sinkt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass auch der Konsum entsprechend zurückgeht. Beispielhafte...

DWN
Finanzen
Finanzen Kapitalrente 2028: Was Sie erwarten dürfen, wenn Sie mit 30, 40 oder erst 50 beginnen
29.08.2026

Die aktuelle Rentenreform sieht ab 2028 auch eine Kapitalrente vor, bei der Anteile der Rentenbeiträge am Kapitalmarkt angelegt werden....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ford E-Transit Courier im Test: Der Elektro-Spezialist für die Stadt
29.08.2026

Der Ford E-Transit Courier ist konsequent auf städtische Lieferdienste zugeschnitten. Er bietet ausreichend Reichweite für den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volkswagen unter Druck: Wie umfangreich muss der Konzern sparen?
29.08.2026

Hohe Kosten, Überkapazitäten und ein unerbittlicher Wettbewerb setzen Volkswagen massiv unter Druck. Mehrere Werke fürchten um ihre...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Engpass bei Diesel: Warum Autofahrer einen teuren Winter fürchten müssen
29.08.2026

Die Straße von Hormus bleibt ein Nadelöhr für den weltweiten Ölhandel. Trumps neue Sanktionen sollen den Iran wirtschaftlich treffen,...

DWN
Technologie
Technologie Neue KI-Offensive könnte Bäckereien Millionen sparen
29.08.2026

Die Bäckereikette Bodenhoff will mit einem neuen KI-Werkzeug Abfall reduzieren und Mehrverkäufe sichern. Es soll die Planung der...