Deutschland

Rentner sollen mehr digitalen Service erhalten

Geburtsanzeige, Elterngeld, Patientenakte - immer mehr Leistungen werden Versicherten und Bürgerinnen und Bürgern digital angeboten. Auch die Rentenversicherung kündigt weitere Digitalisierung an.
08.01.2021 08:59
Lesezeit: 1 min
Rentner sollen mehr digitalen Service erhalten
Ein Straßenschild weist den Weg zur Deutschen Rentenversicherung. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Versicherte und Rentner sollen künftig mehr auf digitalem Weg bei der Rentenversicherung erledigen können. «Wir wollen unseren digitalen Kundenservice deutlich voranbringen», sagte Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Wir haben in der Pandemie gemerkt, dass viele auf unsere digitalen Services umgestiegen sind.»

Bereits im Frühjahrslockdown hätten telefonische und digitale Beratung deutlich mehr an Fahrt aufgenommen, sagte Roßbach. «Das hat großes Potenzial.»

Auch seit Beginn des aktuellen Lockdowns Mitte Dezember sind nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund die eigenen Beratungsstellen in Berlin, Brandenburg und Gera telefonisch erreichbar. Könne ein Anliegen nicht telefonisch geklärt werden, werde geprüft, ob ein persönlicher Beratungstermin vereinbart werden könne. Beispielsweise Renten- oder Reha-Anträge können seit Längerem aber auch elektronisch gestellt werden. Auch der eigene Versicherungsverlauf kann so angefordert werden, außerdem gibt es Online-Rechner zur Rente.

Roßbach sagte: «Wenn beispielsweise ein Versicherter einen Antrag bei uns digital stellt, dann sollte so viel wie möglich schon mit den bei uns vorhandenen Daten ausgefüllt sein, so dass man selber nur noch die fehlenden Daten ergänzen muss.» Derzeit arbeite die Rentenversicherung intensiv an einfacheren und sicheren Zugängen für die Versicherten und Rentnerinnen und Rentner. «Der erste wichtige Schritt wird eine einfache und sichere Authentifizierung sein», kündigte Roßbach an. Eine Authentifizierung soll sicherstellen, dass eine Person tatsächlich diejenige ist, die sie zu sein vorgibt.

Damit reiht sich die Rentenversicherung ein in zahlreiche Digitalisierungsanstrengungen für Versicherte und Bürger. Im Gesundheitsbereich können Versicherte Gesundheitsdaten wie Arztbefunde und Röntgenbilder auf der neuen elektronischen Patientenakte speichern und davon abrufen. Seit Freitag besteht ein Anspruch darauf, eine entsprechende App für Smartphones von der Krankenkasse zur freiwilligen Nutzung zu bekommen. Patienten können sie zunächst für sich selbst nutzen. Bis 1. Juli sollen die Praxen angeschlossen sein.

Das Onlinezugangsgesetz (OZG) von 2017 sieht ferner die Digitalisierung von hunderten Verwaltungsleistungen von Bund und Ländern vor. Bis Ende 2022 soll es bei 575 solcher Leistungen so weit sein. 315 Verwaltungsleistungen sind zwar bereits online verfügbar - das heißt jedoch nur, dass sie in mindestens einer Kommune angeboten werden. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Beamtenbund dbb machten immer wieder das Fehlen von personellen Kapazitäten und von finanziellen Mitteln dafür verantwortlich, dass die Digitalisierung im öffentlichen Sektor nicht schneller voranschreite.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen XRP-Ledger-Transaktionsvolumen überschreitet die Marke von 1 Million

Analysten erwarten ein Aufwärtspotenzial von 100%. XRP Wie können Inhaber neue passive Einkommensquellen schaffen?

DWN
Finanzen
Finanzen Fed-Zinsentscheid könnte dramatischen Wandel auslösen: Stehen wir an der Schwelle zu einer neuen Ära?
17.06.2026

Mit Kevin Warsh steht ein neuer Chef an der Spitze der US-Notenbank, der mit jahrzehntealten Traditionen brechen könnte. Seine Pläne für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Betriebsbedingte Kündigung wegen Stellenabbau: Die wichtigsten Fakten
17.06.2026

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage erleben viele deutsche Arbeitnehmer derzeit eine Kündigungswelle. Häufig begründen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BMW-Aktie bricht ein: BMW enttäuscht mit gekappter Prognose
17.06.2026

BMW hat seine Jahresprognose für 2026 deutlich gesenkt und damit am eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Der Münchner Autobauer erwartet...

DWN
Politik
Politik Billionär Musk mahnt ZDF ab: Elon Musk geht gegen Falschbehauptung vor
17.06.2026

Tech-Unternehmer Elon Musk mahnt das ZDF ab. Ein Bericht über die Ausschreitungen in Nordirland bringt das ZDF in die Defensive. Der...

DWN
Politik
Politik Abramowitsch kehrt zurück: Hinter den Kulissen beginnen neue Gespräche zwischen Moskau und Kiew
17.06.2026

Russlands Oligarchen suchen neue Wege, um den festgefahrenen Krieg zu beenden. Während Roman Abramowitsch erneut als Vermittler zwischen...

DWN
Panorama
Panorama Mette-Marit: Neue Lunge für dänische Kronprinzessin – was zur Organspende in Deutschland gilt
17.06.2026

Die Nachricht von der Lungentransplantation bei Kronprinzessin Mette-Marit bewegt viele Menschen weit über Norwegen hinaus. Dort steigt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Standort Deutschland: Gründer und Manager legen dringenden Appell für Reformen vor
17.06.2026

Über 100 Gründer und Manager fordern kurz vor der geplanten Reform von Rente und Sozialstaat eine Erneuerung des Standorts Deutschland....

DWN
Finanzen
Finanzen Langweilige Apple-Konferenz ist kein Grund, die um 1.400 Prozent gestiegene Apple-Aktie zu verkaufen
17.06.2026

Der Technologiekonzern Apple, der inzwischen fast 13 Prozent des Portfolios ausmacht, hält in dieser Woche erneut seine jährliche...