Deutschland

Spahn dementiert Berichte über mögliche Kanzlerkandidatur

Lesezeit: 1 min
08.01.2021 10:48  Aktualisiert: 08.01.2021 10:48
Jens Spahn weist verschiedene Medien-Berichte zurück, wonach er seine Chancen für eine Kanzlerkandidatur prüfen lässt. Der Bundesgesundheitsminister ist vor dem Hintergrund von Corona zunehmend beliebt beim Wähler.
Spahn dementiert Berichte über mögliche Kanzlerkandidatur
Will Jens Spahn Kanzler werden? (Foto: dpa)
Foto: Kay Nietfeld

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Berichte dementieren lassen, wonach er seine Chancen für eine Kanzlerkandidatur prüfen lässt. "Nein, das stimmt nicht", sagte ein Sprecher am Freitag zu entsprechenden Meldungen von "Bild" und "Spiegel". Sie hatten berichtet, der CDU-Politiker habe in etlichen Telefonaten Parteifreunde zu seinen Chancen befragt. Im Rennen um den CDU-Vorsitz liegt bisher keiner der drei Kandidaten klar vorn. Spahn unterstützt die Bewerbung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet.

Die CDU wählt am 16. Januar einen neuen Vorsitzenden. Die Kandidaten Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen werden am Freitagabend in einer CDU-internen Veranstaltung miteinander diskutieren. Der Vorstand der Frauenunion, einer der wichtigen Untergruppierungen der Partei, legte sich bei Beratungen am Donnerstagabend zwar nicht auf einen der drei Bewerber fest, gibt aber eine Empfehlung für Laschet und Röttgen ab. CDU und CSU wollen im Frühjahr festlegen, wer Kanzlerkandidat der Union werden soll.

Spahn, der seit Tagen vom Koalitionspartner SPD wegen Problemen beim Impfen gegen das Corona-Virus angegriffen wird, liegt in Meinungsumfragen deutlich vor den drei CDU-Kandidaten für den Parteivorsitz. Laut ARD-Deutschlandtrend zeigten sich 56 Prozent der Befragten zufrieden mit der Arbeit des Gesundheitsministers, was allerdings acht Prozentpunkte weniger als im November waren. Damit liegt Spahn deutlich vor Laschet (31 Prozent).

Weiterlesen: Oktober 2018: Spahn und US-Sicherheitsberater Bolton sprachen über Epidemien und Bioterror

Die "Bild" (Freitagausgabe) zitierte einen Vorsitzenden eines CDU-Landesverbandes mit den Worten, Spahn denke "sehr offen darüber nach, zu kandidieren und sagt das in Gesprächen auch ganz eindeutig". Auch ein CDU-Landes-Fraktionschef bestätigte die Überlegung des Gesundheitsministers. "Jens Spahn hat mir gegenüber klargemacht, dass er für eine Kanzlerkandidatur offen ist, wenn seine Umfragewerte im März wesentlich besser sind als die von Laschet." Bundeskanzlerin Angela Merkel steht für eine weitere Amtsperiode nicht zur Verfügung.

Spahn denkt laut dem Bericht über eine Kanzlerkandidatur auch dann nach, wenn Armin Laschet den CDU-Vorsitz übernehmen sollte. Spahn unterstützt Laschets Kandidatur für den Parteitag am 15./16. Januar. Spahn hatte wiederholt bekräftigt, dass er an seiner Unterstützung für Laschet festhalten werde. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident selbst sagte im "Stern"-Interview, dass er sich auch eine Kanzlerschaft zutraue. "Jeder gute Ministerpräsident kann auch Deutschland regieren. Wir werden das gemeinsam besprechen."


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Impfpflicht: Darauf kommt es bei einer Gewissens-Entscheidung im Bundestag an

Sollte der Bundestag über die Impfpflicht entscheiden, darf nicht der Fraktionszwang gelten, fordert DWN-Autor Prof. Dr. Werner Thiede.

DWN
Politik
Politik Deutsch-Russische Beziehungen: Es kann nur besser werden

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sind fundamental für Sicherheit, Frieden und Stabilität in Europa. Leider haben sie...

DWN
Politik
Politik E-Mobilität und Kapitalismus: Umweltschützer, Autokonzerne und Hedgefonds verfolgen die gleiche Agenda

Der Publizist Werner Rügemer liefert im großen DWN-Interview eine eindrucksvolle Analyse ab. Er zeigt auf, wie der fanatisch...

DWN
Finanzen
Finanzen So massiv beeinflussen Kredite das globale Wirtschaftssystem

Langfristig ist die Produktivität wichtig für das Wachstum einer Wirtschaft. Kurzfristig jedoch spielen Kredite die größere Rolle. Im...

DWN
Politik
Politik Merkel war unterwürfig: Olaf Scholz muss eine neue China-Politik einleiten

Merkels Kotau vor China hat Deutschland und Europa geschadet.

DWN
Technologie
Technologie Wissenschaftler aus Oldenburg verblüfft mit 3-Druck von Nanoteilen

Der 3-D-Druck ist mittlerweile ein etabliertes Fertigungs-Verfahren. Nun haben Forscher aus Norddeutschland die Technologie noch einmal...

DWN
Politik
Politik „AUKUS“: Eine neue Monroe-Doktrin, die sich gegen China und die EU richtet?

Das trilaterale Bündnis „AUKUS“, das von den USA, Großbritannien und Australien geleitet wird, richtet sich nicht nur gegen Chinas...

DWN
Politik
Politik US-Lebensmittelbehörde liefert erste Daten zu Nebenwirkungen von Pfizer-Impfstoff

Die US-Lebensmittelbehörde FDA hat die ersten Dokumente herausgegeben, auf deren Basis sie den Corona-Impfstoff von Pfizer zugelassen hat.