Politik

Maskenpflicht: Tschechischer Ex-Präsident Klaus muss 400 Euro Bußgeld zahlen

Bekannt wurde Vaclav Klaus als vehementer Kritiker des Euros und wegen seines Widerstands gegen den Klimakonsens. Nun hat er im Freien die Maskenpflicht missachtet.
28.01.2021 16:43
Lesezeit: 1 min
Maskenpflicht: Tschechischer Ex-Präsident Klaus muss 400 Euro Bußgeld zahlen
Vaclav Klaus, ehemaliger Ministerpräsident von Tschechien, spricht während der Feierlichkeiten zum Jahrestag der Gründung der Tschechoslowakei, nachdem er an einer Gedenktafel am Prager Gemeindehaus Blumen niedergelegt hat. (Foto: dpa) Foto: Ondøej Deml

Der tschechische Ex-Präsident Vaclav Klaus ist mit einem Bußgeld bestraft worden, weil er am Nationalfeiertag keine Maske trug. Sein Anwalt habe Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt, teilte der Politiker am Donnerstag mit. Er soll umgerechnet knapp 400 Euro bezahlen.

Der 79-Jährige hatte am 28. Oktober vor dem Prager Gemeindehaus ohne Maske Blumen niedergelegt und eine kurze Ansprache gehalten. Darin hatte er unter anderem die Corona-Maßnahmen der Regierung scharf kritisiert. In Tschechien gilt eine allgemeine Maskenpflicht - auch im Freien.

Den Bußgeldbescheid verstehe er als «Bestrafung eines politischen Aktes», die nicht durch epidemiologische Gründe motiviert sei, sagte Klaus. Er habe sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen, das durch die Verfassung garantiert sei. Als Ex-Präsident sei es zudem seine Pflicht, den Nationalfeiertag zu würdigen. Am 28. Oktober 1918 war in Prag die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei proklamiert worden.

Erst vor zweieinhalb Wochen hatte Klaus Schlagzeilen gemacht, als er in Prag an einer Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen mit rund 3000 Menschen teilnahm. Er war von 2003 bis 2013 tschechisches Staatsoberhaupt. Von 1993 bis 1998 stand er an der Spitze der Regierung. Bekannt wurde er zuletzt als vehementer Kritiker des Euros und Zweifler am Klimawandel.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Panorama
Panorama Elon Musk als Technokönig: Warum Muskismus mehr ist als Tesla und SpaceX
24.05.2026

Elon Musk ist längst mehr als ein Unternehmer. Eine neue Analyse beschreibt Muskismus als Projekt, das Technologie, Macht und...

DWN
Technologie
Technologie Handynutzung: Prepaid-Handys kommen in Deutschland aus der Mode
24.05.2026

Wie viele Minuten waren das? Wer früher bei der Handynutzung sparsam sein wollte, der hielt Telefonate kurz. Prepaid-Karten konnten...

DWN
Politik
Politik Kann Europa Weltmacht werden? Eine Analyse
24.05.2026

Die alte Weltordnung bricht weg, und Europa steht plötzlich allein zwischen den streitenden Machtblöcken. Jetzt entscheidet sich, ob der...

DWN
Technologie
Technologie Rekordabsatz bei Wärmepumpen: Fast jede zweite neue Heizung läuft elektrisch
24.05.2026

Der Markt für neue Heizgeräte erholt sich schneller als erwartet: Im ersten Quartal 2026 stieg der Gesamtabsatz um 16 Prozent....

DWN
Politik
Politik EU-USA-Abkommen: Brüssel bekommt nicht, was es wollte, aber was es braucht
24.05.2026

Bernd Lange, Chef des Ausschusses für den Außenhandel des Europäischen Parlaments, glaubt, dass die EU ein Sicherheitsnetz gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neuer EQT-Vorsitzender Salata: „Mit Geld kommt Verantwortung“
24.05.2026

Der chilenische Milliardär Jean Eric Salata hat nun den Vorsitz bei der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft EQT übernommen....

DWN
Politik
Politik Russischer Topökonom: „Putin wird bald begreifen, dass die Zeit nicht auf seiner Seite ist“
24.05.2026

Sergej Guriev, russischer Ökonom im Exil, gilt als einer der weltweit führenden Experten für Russlands Wirtschaft. Im Interview schätzt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Offshore-Windkraft vor Comeback: Energieriesen setzen wieder auf Europa
23.05.2026

Die Offshore-Windkraft hat schwere Jahre hinter sich. Jetzt wittern Energieriesen in Europa wieder Chancen, doch aus Optimismus wird nur...