Unternehmen

Starkes viertes Quartal beschert Daimler deutlich mehr Gewinn als erwartet

Daimler hat im vergangenen Jahr nun doch noch deutlich mehr Gewinn eingefahren, als er erwartet hatte. Im vierten Quartal konnte der Auto- und Lkw-Bauer von eine Reihe unverhofft guter Entwicklungen profitieren.
29.01.2021 09:57
Lesezeit: 2 min

Nach vorläufigen Zahlen liegt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern für 2020 bei rund 6,6 Milliarden Euro, teilte der Konzern am Donnerstagabend mit. Daimler selbst war zuletzt davon ausgegangen, in etwa das Niveau des Vorjahres zu erreichen. Das wären 4,3 Milliarden Euro gewesen. Analysten hatten im Schnitt allerdings schon mit mehr als diesem Wert gerechnet.

Man habe das Geschäftsjahr mit einem sehr starken vierten Quartal abgeschlossen, erklärte der Konzern. In der Pkw- und Van-Sparte seien die Kennzahlen des Vorjahres übertroffen worden. Dort habe man sowohl von einem Anstieg der Verkaufszahlen bei den Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen als auch von einem starken Finanzergebnis profitiert. In der Truck-Sparte wiederum spüre man die Erholung des US-Markts und im europäischen Geschäft die positiven Auswirkungen der Maßnahmen für mehr Effizienz.

Zum Handelsstart büßten die Aktien in einem sehr schwachen Umfeld 0,5 Prozent ein. Daimler-Papiere haben vor allem seit November kräftig hinzugewonnen, von unter 45 Euro ging es bis zuletzt um rund 30 Prozent auf fast 58 Euro hoch. Das ist auch deutlich mehr als vor dem Corona-Crash im Frühjahr 2020.

Im vierten Quartal hatte Daimler zwar weltweit insgesamt etwas weniger Autos der Stammmarke Mercedes-Benz verkauft als vor einem Jahr - in China brummte das Geschäft aber mit einem Plus von mehr als einem Fünftel. In dem wichtigsten Einzelmarkt laufen die teuren Wagen des Premiumherstellers weiter glänzend. Zudem hatte Daimler-Chef Ola Källenius schon vor der Pandemie ein weitreichendes Sparprogramm aufgelegt, in der Krise trat der Konzern dann bei den Ausgaben noch einmal stärker auf die Bremse.

Die Corona-Krise hatte Daimler im zweiten Quartal noch in die roten Zahlen gestürzt. Nach einem starken dritten Quartal hatte sich der Konzern dann aber schon wieder deutlich mehr zugetraut und zunächst das operative Ergebnis aus 2019 als Zielmarke angepeilt. Das war wegen der milliardenschweren Diesel-Altlasten, die damals verbucht werden mussten, allerdings nicht sonderlich gut ausgefallen.

Bereinigt um Sonderposten zeigte sich denn auch die Corona-Pandemie recht deutlich. Der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen und Steuern ging 2020 um rund ein Sechstel auf 8,6 Milliarden Euro zurück. Analyst Philippe Houchois von Jefferies wertete das als deutlich über den Analystenschätzungen. Die Marge der Pkw- und Vans-Sparte Mercedes-Benz habe rechnerisch im vierten Quartal eine operative Marge von 13,3 Prozent eingefahren.

"Wir wollen die Kosteneffizienz im Jahr 2021 weiter verbessern und die Umsetzung unserer strategischen Initiativen weiter vorantreiben", sagte Vorstandschef Källenius. Man rechne auch für das laufende Jahr mit einer guten Geschäftsentwicklung. Das erste Quartal werde allerdings voraussichtlich von den aktuellen Halbleiter-Engpässen und Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie beeinflusst, hieß es. Sämtliche Aussagen stünden zudem unter der Annahme, dass keine weiteren Lockdown-Auswirkungen einträten.

Vollständige Zahlen legt Daimler am 18. Februar vor.

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