Deutschland

Deutlicher Anstieg demenzkranker Senioren bis 2050

In Deutschland leben derzeit 1,8 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bis zum Jahr 2050 wird die Anzahl der Demenzkranken drastisch ansteigen.
29.01.2021 13:56
Lesezeit: 1 min
Deutlicher Anstieg demenzkranker Senioren bis 2050
Die Bewohner Mathilde Rottau (93) Wilhelm Mühlenberg (85) und Fritz Ulrich (93, l-r) stehen gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Heike Petzold an der Theke eines im Stil einer 60er Jahre Kneipe eingerichteten Gemeinschaftraumes des Malteserstifts St. Nikolaus und stoßen mit Bier und Limonade an. (Foto: dpa) Foto: Bernd Thissen

Die Zahl der Menschen mit Demenz in Deutschland wird neuen Schätzungen zufolge bis 2050 erheblich steigen. Während 2018 knapp 1,6 Millionen Menschen in der Bundesrepublik mit einer Demenzerkrankung lebten (1,9 Prozent der Bevölkerung), gehen die Experten von Alzheimer Europe von einem Anstieg auf 2,7 Millionen im Jahr 2050 aus (3,4 Prozent). Das geht aus einem neuen Bericht hervor, den der Dachverband nationaler Alzheimer-Gesellschaften in Brüssel vorstellte. Deutschland liegt mit dieser erwarteten Entwicklung im europaweiten Trend.

Die gute Nachricht: Über die meisten Altersgruppen hinweg erkrankten weniger Männer und auch Frauen an Demenz als noch in vorherigen Hochrechnungen erwartet: Der neuen Schätzung zufolge europaweit etwa eine Million Menschen weniger. "Es ist vielversprechend zu sehen, dass gesündere Lebensstile, bessere Bildung und eine verbesserte Kontrolle von kardiovaskulären Risikofaktoren einen Effekt auf die Häufigkeit von Demenz zu haben scheinen", sagte der Direktor von Alzheimer Europe, Jean Georges, laut Mitteilung.

Allerdings führten das Bevölkerungswachstum in Europa und der demografische Wandel mit immer mehr alten Menschen in vielen europäischen Ländern - wie auch in Deutschland - dazu, dass die Zahl der Demenzkranken insgesamt weiterhin stark ansteigt. Europaweit werde sich die Zahl der Demenzkranken bis 2050 den Prognosen zufolge verdoppeln. Speziell für Deutschland sei der steigende Anteil von Menschen über 65 Jahren an der Bevölkerung ein Schlüsselfaktor, dabei insbesondere der Anteil von Menschen, die über 85 Jahre alt sind: Bis 2050 werden dies den Schätzungen zufolge mehr als doppelt so viele sein wie 2018.

Die erwartete Zahl demenzkranker Menschen werde die Gesundheitssysteme weiter unter Druck setzen, sagte Georges. "Wenn Menschen mit Demenz, deren Familien und Pfleger die hochwertige und individuelle Pflege, die sie benötigen, bekommen sollen, müssen Regierungen ihre Gesundheits- und Pflegesysteme darauf einstellen und mehr in die Forschung zur Behandlung und Prävention von Demenz investieren."

Datenbasis des Berichts waren den Angaben zufolge die aktuellsten Demenz-Studien verschiedener Forschungsgruppen mit den verfügbaren Daten zur Bevölkerung der einzelnen europäischen Länder und den jeweiligen Projektionen für 2025 und 2050.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl

Ein Online-Broker-Vergleich beginnt beim Wertpapierdepot: Ein Depot ist die Eintrittskarte zur Börse, nur mit einem Depot können Anleger...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Weltweite Schulden mit Gold tilgen? Dann müsste es 400.000 Dollar kosten
27.09.2026

Die Goldpreise erreichen 2026 Rekordstände. Doch was wäre, wenn Staaten ihre Schulden theoretisch mit ihren Goldreserven decken wollten?...

DWN
Technologie
Technologie KI und Burnout: Warum ausgerechnet Entlastung krank machen kann
27.09.2026

KI soll Beschäftigte entlasten, Routinearbeit übernehmen und Unternehmen produktiver machen. Doch ausgerechnet die neue Effizienz schafft...

DWN
Politik
Politik Kanada und EU: Von der Leyens Plan könnte den Binnenmarkt verändern
27.09.2026

Kanada soll enger an die Europäische Union rücken als je zuvor. Ursula von der Leyen bringt dafür sogar eine "assoziierte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Horacio Pagani im Porträt: Seine Autos sind verkauft, bevor die Öffentlichkeit sie sieht
27.09.2026

Horacio Pagani baut keine Autos für den Massenmarkt. Im vergangenen Jahr sollen es gerade einmal rund 50 gewesen sein, das günstigste...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmensnachfolge: Mehr Schließungs- als Übergabepläne im Mittelstand
27.09.2026

Erstmals wollen mehr Mittelständler dichtmachen als übergeben. Betroffen sind auch profitable Betriebe mit vollen Auftragsbüchern. Oft...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI für Anwälte: Der 26-Jährige, dem Investoren Milliarden hinterhertragen
27.09.2026

Drei Gründer, drei Jahre und inzwischen eine mögliche Milliardenbewertung: Der erst 26-jährige Max Junestrand baut mit Legora eines der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoindustrie Slowakei: Der Autoriese ohne eigene Automarke
26.09.2026

Kein anderes Land produziert gemessen an seiner Einwohnerzahl so viele Autos wie die Slowakei. Volkswagen, Kia, Porsche und Land Rover...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Frankreichs Wirtschaft: Fünf Warnsignale vor der Präsidentenwahl
26.09.2026

Frankreichs Wirtschaft kommt kaum noch vom Fleck, während der Schuldenberg weiter wächst und Anleger höhere Zinsen verlangen....