Technologie

Bitcoin-Preis explodiert, doch Transaktionen werden extrem teuer

Das zuletzt äußerst starke Interesse der Anleger an Bitcoin hat den Kurs in die Höhe getrieben. Doch der begrenzte Platz in der Blockchain ist dem Ansturm nicht gewachsen, hunderttausende Transaktionen hängen fest.
11.02.2021 09:00
Lesezeit: 2 min

Im Schnitt etwa alle zehn Minuten wird ein neuer Block in die Bitcoin-Blockchain aufgenommen. Sowohl die zehn Minuten als auch die mögliche Blockgröße sind fest in den Algorithmus programmiert. Und daraus ergeben sich im Schnitt sechs neue Blöcke pro Stunde, die zusammen Platz für etwa 15.000 Transaktionen bieten. Visa hingegen schafft 15.000 Transaktion problemlos in nur einer Sekunde.

Wenn also (wie derzeit wieder) viele Nutzer Bitcoin versenden wollen, so wird der Platz knapp. Wenn Nutzer dringend Bitcoin versenden wollen, zahlen sie daher besonders hohe Transaktionsgebühren, um den Vorzug zu erhalten. Aktuell kostet eine Transaktion im Schnitt 25 Dollar, die als Gebühren an die Miner gehen. Noch Ende Januar lagen die Transaktionsgebühren im Schnitt deutlich unterhalb von 10 Dollar.

Wem die aktuellen Gebühren zu hoch sind, der muss warten, muss also erst einmal darauf verzichten, seine Transaktion in die Blockchain zu bekommen. Zudem gibt es viele Transaktionen, für die von den Nutzern zu geringe Gebühren gezahlt wurden, sodass sie jetzt in der Warteliste verharren, dem sogenannten Mempool.

Am Dienstag waren vorübergehend mehr als 125.000 Transaktionen im Mempool verzeichnet, die darauf warteten, in die Blockchain hinzugefügt zu werden. Dies entspricht ungefähr 150 Megabyte an Transaktionsdaten. Selbst wenn keine neuen Transaktionen hinzukommen würden, würde es rund 18 Stunden dauern, all diese Transaktionen in die Blockchain zu schreiben.

Obwohl dies viel aussehen mag, so ist dies für Bitcoin keine Neuigkeit. Solche Phasen mit einem sehr vollen Mempool hat es in Zeiten starker Nutzung des Netzwerks immer wieder gegeben. Am 17. Dezember letzten Jahres etwa erreichte der Rückstand mehr als 143.000 Transaktionen. Das letzte Mal, dass der Mempool vollkommen geleert wurde, war am 1. Januar dieses Jahres.

Kritiker sagen, dass Bitcoin wegen der hohen Gebühren und der langen Wartezeiten für manche Transaktionen eigentlich gar keine Kryptowährung mehr ist, da man auf diese Weise für viele Anwendungsfälle keine sinnvollen Bezahlvorgänge gewährleisten kann. Und die Advokaten anderer Kryptowährungen werben immer wieder damit, dass ihre Kryptowährungen in diesen Punkten besser sind.

Die Verteidiger von Bitcoin hingegen weisen darauf hin, dass die beschränkte Zahl von Transaktionen die Sicherheit des Netzwerks erhöht und dass Bitcoin auch nicht für kleinere Zahlungen verwendet werden sollte, sondern eine Art "digitales Gold" ist. Es wird sich zeigen, ob der Bitcoin-Preis auf diese Weise auch künftig weiter stark steigen wird oder ob andere Kryptowährungen Bitcoin den Rang diese Jahr ablaufen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: ETF-Abflüsse bremsen die Erholung
02.11.2026

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich zum Start in die neue Börsenwoche kaum bewegt. Nach einem schwachen Ausklang der vergangenen Handelswoche...

DWN
Politik
Politik Private Krankversicherung: PKV-Beiträge 2027 steigen für mehr als die Hälfte der Privatversicherten
02.11.2026

Zum Jahreswechsel 2026/2027 drohen vielen Privatversicherten deutliche Mehrkosten. Der PKV-Verband erwartet für rund 53 Prozent der...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienkauf: Für viele junge Deutsche nur mit Hilfe der Familie finanzierbar
02.11.2026

Der Kauf des eigenen Hauses oder einer Wohnung ist vor allem in den Ballungsräumen nach wie vor sehr teuer. Wer keine finanzstarke Familie...

DWN
Politik
Politik Russland-Expertin: Die Wirtschaft wird Putin nicht stoppen
02.11.2026

Die russische Wirtschaft ist ein Instrument für die politische Richtung des Kremls, kein Kompass. Der Kurs bleibt auch unter...

DWN
Politik
Politik Robert Habeck warnt vor Putins nächster Falle: „Wir dürfen nicht wieder wegsehen“
01.11.2026

Europa hat die Gefahr durch Putin lange unterschätzt. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtet, dass sich dieser Fehler in...

DWN
Politik
Politik Bahn, Kredite, Weihnachtsmarkt – was sich im November ändert
01.11.2026

Für Familien wird eine ICE-Fahrt mit der Bahn zum Pauschalpreis dauerhaft angeboten. Was sich im neuen Monat außerdem bei kleinen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Halten Sie in Europa Ausschau nach Finanz-, Infrastruktur- und Industrietiteln
01.11.2026

Der Gewinner der letzten Monate ist nicht die Technologiebranche, sondern das Gesundheitswesen. US-Gesundheitsaktien haben den S&P 500 in...

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt juckt es mich beim Anthropics-IPO in den Fingern
01.11.2026

Als ich vor einem Monat darüber schrieb, warum ich derzeit nicht in Anthropic investieren möchte, waren meine wichtigsten Argumente der...