Deutschland

Insider: Bundesregierung will sich über Staatsbeteiligungen bei Flughäfen einkaufen

Im Streit über das Milliardenpaket für die von der Corona-Krise hart getroffenen Flughäfen hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz zwei Insidern zufolge Staatsbeteiligungen an Airports ins Spiel gebracht.
13.02.2021 09:22
Lesezeit: 1 min
Insider: Bundesregierung will sich über Staatsbeteiligungen bei Flughäfen einkaufen
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, nimmt zu Beginn der 154. Sitzung des Bundestags seine Aktentasche hoch. (Foto: dpa) Foto: Michael Kappeler

Im Streit über das Milliardenpaket für die von der Corona-Krise hart getroffenen Flughäfen hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zwei Insidern zufolge Staatsbeteiligungen an Airports ins Spiel gebracht. Der Finanzminister halte Zuschüsse für nicht angemessen. Als Gegenleistung für die mögliche halbe Milliarde Euro Corona-Hilfen des Bundes sei er für eine Kapitalbeteiligung an Flughäfen, erklärten Insider am Mittwoch. Als erstes hatte das "Handelsblatt" über den Vorschlag berichtet. Danach soll es um die Flughäfen Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Leipzig und Stuttgart gehen. Bund und Länder hatten sich nach längeren Diskussionen verständigt, die Milliarde zu teilen.

Ein Treffen von Finanz-, Wirtschafts- und Verkehrsministerium mit den Fraktionsspitzen über den Part des Bundes an der Finanzhilfe endete am Mittwoch ohne Entscheidung, wie das Verkehrsministerium erklärte. Die Gespräche würden in den nächsten Tagen fortgesetzt, sagte eine Sprecherin. Das Finanzministerium wollte sich nicht zum Diskussionsstand äußern. Der Flughafenverband ADV erklärte, eine Staatsbeteiligung im Gegenzug für Corona-Hilfen sei nicht angemessen. Der Verband pocht darauf, dass die Finanzhilfe in Form von nicht zurückzuzahlenden Zuschüssen fließt. Die Airports bräuchten das Geld dringend. Der ADV schätzt, dass die Flughäfen 2020 und 2021 zusammen drei Milliarden Euro Verlust machen werden.

Die Flughäfen hatten als Entschädigung dafür, dass sie trotz des Einbruchs im Passagierluftverkehr die Infrastruktur vor allem für Frachtflüge offen hielten, 740 Millionen Euro gefordert. Diese Summe bezog sich aber nur auf die Kosten während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020. Der Luftverkehr liegt seit der zweiten Corona-Welle erneut weitgehend am Boden. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte im Herbst ein Hilfspaket von einer Milliarde Euro vorgeschlagen. Die Länder sagten zu, sich zur Hälfte daran zu beteiligen. Sie wollen allerdings, dass ihre bisherigen Hilfen für Flughäfen in der Corona-Krise berücksichtigt werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie PC-Gaming in Europa erlebt eine Phase der Zurückhaltung

Einst galt PC-Gaming in Europa als lohnende Langzeitinvestition. Man baute sich einen Rechner zusammen oder rüstete ihn auf, zahlte im...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Wenn Heilung stört: Wie Coldplasmatech einen Milliardenmarkt herausfordert
10.04.2026

Das Medizinprodukt von Coldplasmatech revolutioniert die Heilung von chronischen Wunden. Für Millionen Patienten bedeutet es Erlösung von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nahost-Konflikt treibt Ölpreis weiter an: Nordseeöl erreicht Rekordniveau
10.04.2026

Die Eskalation in der Straße von Hormus verschärft die Lage auf den Energiemärkten und setzt Preise sowie Lieferketten weltweit unter...

DWN
Politik
Politik Schlappe für das Innenministerium: Grenzkontrollen an bayerischer Grenze rechtswidrig
10.04.2026

Jahrelange Routine, nun rechtlich erschüttert: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die seit 2015 praktizierten Kontrollen an der...

DWN
Politik
Politik Wettrüsten im Cyberspace: Wenn KI zur Gefahr für die Infrastruktur wird
10.04.2026

Ein neues KI-Modell des US-Entwicklers Anthropic sorgt für Alarmstimmung beim BSI. Das Werkzeug „Claude Mythos“ spürt verborgene...

DWN
Politik
Politik Koalitions-Zoff: Wachsender Druck auf Kanzler Merz wegen ausbleibender Entlastungen
10.04.2026

Angesichts explodierender Energiepreise wächst der Unmut über die abwartende Haltung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Während die...

DWN
Politik
Politik Teheran droht mit Boykott: Libanon-Konflikt belastet Friedensgespräche
10.04.2026

Die diplomatischen Bemühungen um eine dauerhafte Belegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran stehen vor einer Zerreißprobe....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lufthansa-Streik: Flugbegleiter legen Flugbetrieb lahm – Tausende Passagiere gestrandet
10.04.2026

Ein massiver Streik des Kabinenpersonals hat bei der Lufthansa zu weitreichenden Flugausfällen geführt. Tausende Urlauber und...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 15: Die wichtigsten Analysen der Woche
10.04.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 15 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...