Politik

Russen glauben mehrheitlich, das Corona-Virus sei eine von Menschen geschaffene Biowaffe

Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass zwei Drittel der Russen glauben, das Virus sei eine Biowaffe, und zwei Drittel sich nicht impfen lassen wollen.
03.03.2021 11:00
Lesezeit: 1 min

Eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungs-Institut „Lewada-Zentrum“ Ende Februar in Russland durchführte, hat interessante Ergebnisse gezeitigt.

Biowaffe

Fast zwei Drittel (64 Prozent) aller Russen glauben, dass Covid-19 eine von Menschen geschaffene Biowaffe ist. Knapp ein Viertel (23 Prozent) sind der Meinung, dass das Virus auf natürlichem Wege entstand. Die restlichen 13 Prozent haben zu dem Thema keine Meinung.

Ansteckungsgefahr

Die Umfrage ergab weiterhin, dass deutlich mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Russen keine Angst davor haben, sich mit Corona anzustecken. 43 Prozent fürchten dagegen eine Ansteckung (das restliche ein Prozent hat keine Meinung). Damit befindet sich das Angst-Level auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2020 (als die Umfrage zum ersten Mal durchgeführt wurde) – damals fürchteten lediglich 30 Prozent eine Ansteckung. Der höchste Angst-Level wurde im Oktober 2020 erreicht, also vor vier Monaten, als 64 Prozent befürchteten, sich anzustecken, und lediglich 34 Prozent diese Befürchtung nicht hatten (zwei Prozent hatten keine Meinung).

Impfbereitschaft

Was die Bereitschaft angeht, sich mit dem in Russland hergestellten Impfstoff „Sputnik V“ impfen zu lassen, so beträgt diese 30 Prozent beziehungsweise 34 Prozent (wenn man diejenigen vier Prozent dazuzählt, die sich bereits haben impfen lassen). 62 Prozent wollen sich nicht impfen lassen und vier Prozent hatten keine Meinung. Je jünger die Befragten, desto weniger stark fällt die Impfbereitschaft aus: Von den 18- bis 24-Jährigen wollen sich 19 Prozent impfen und 75 Prozent nicht impfen lassen, bei den über 54-Jährigen betragen die entsprechenden Zahlen Werte 40 und 49 Prozent.

Von denjenigen, die sich nicht impfen lassen wollten, gaben mehr als ein Drittel (37 Prozent) an, Angst vor möglichen Nebeneffekten zu haben. 30 Prozent sagten, der Beweis der Ungefährlichkeit des Impfstoffs bedürfe noch weiter Tests. Die restlichen 33 Prozent gaben unterschiedliche Gründe an, beispielsweise den, prinzipiell gegen Impfungen zu sein (zehn Prozent).

Die Umfrage wurde vom 18. bis zum 24. Februar unter 1.601 Personen im Alter von über 17 durchgeführt, die Fehlerquote beträgt je nach Frage zwischen 1,5 und 3,4 Prozent.

Das „Lewada-Zentrum“ wurde 1987 vom Soziologen Juri Lewada gegründet. Es wird privatwirtschaftlich betrieben und gilt als eines der renommiertesten Umfrage-Institute des Landes.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Rente 2026: Fast 2.000 Euro? Für die meisten ein Traum – 5 Zahlen zeigen die Realität
13.10.2026

Die Politik verweist auf ein stabiles Rentenniveau und knapp 2.000 Euro Standardrente. Doch amtliche Zahlen zeigen: Das ist ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland baut neue Bahnstrecke von Hamburg nach Hannover – aber erst 2050
13.10.2026

Überlastete Strecke: Zwischen Hamburg und Hannover fahren täglich rund 200 Güterzüge, dazu ICE- und Regionalzüge. Staus und...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg: Hat Trump den größten Fehler der USA begangen?
13.10.2026

Donald Trump wollte Iran in die Knie zwingen. Stattdessen gerät die amerikanische Supermacht selbst unter Druck. Der Krieg verschlingt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Präsentismus: Wenn Mitarbeiter trotz Krankheit arbeiten 
13.10.2026

Mit Halskratzen aufgewacht und dennoch zur Arbeit gegangen, „weil es ja nicht so schlimm ist“. Viele Beschäftigte neigen dazu, trotz...

DWN
Finanzen
Finanzen Nel ASA-Aktie hebt ab: Kooperation mit Rheinmetall bei E-Fuels treibt Pennystock nach oben
13.10.2026

Nel ASA und Rheinmetall wollen bei dezentraler Produktion synthetischer Kraftstoffe zusammenarbeiten. Die norwegische Wasserstoff-Aktie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau in Deutschland: Angebot an Zeitarbeit schrumpft
13.10.2026

Früher war Zeitarbeit ein boomendes Geschäft: 2017 arbeiteten noch mehr als eine Million Deutsche als Zeitarbeiter. Heute kämpft...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation steigt auf über 3 Prozent
13.10.2026

Die Energiepreise treiben die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren: Im September verteuerten sich Waren...

DWN
Politik
Politik Strategische Ölreserven schrumpfen: Wie viel noch verfügbar ist
13.10.2026

Die Freigabe strategischer Reserven sorgt zunehmend für Sorgen. Die Bestände schrumpfen, da sie zur Dämpfung des Preisdrucks eingesetzt...