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Showdown in Leipzig: Linksradikales Bündnis will Demo gegen die Corona-Politik mit „zivilem Ungehorsam“ blockieren

Lesezeit: 1 min
04.03.2021 14:20  Aktualisiert: 04.03.2021 14:20
Am Samstag werden in Leipzig Tausende mit Autokorsos gegen die Corona-Politik der Bundesregierung demonstrieren. Ein linksradikales Bündnis ruft dagegen zu „zivilem Ungehorsam“ auf.
Showdown in Leipzig: Linksradikales Bündnis will Demo gegen die Corona-Politik mit „zivilem Ungehorsam“ blockieren
Polizisten im vergangenen Jahr in Leipzig. (Foto: dpa)

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Ein offensichtlich linksradikales Bündnis aus Vereinen, Initiativen, Parteien und Gewerkschaft will sich am Samstag in Leipzig den Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen entgegenstellen. "Wir rufen die Menschen auf, sich diesem ignoranten und unsolidarischen Verhalten mit kreativen Mitteln aktiv entgegenzustellen", sagte Irene Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" am Donnerstag. Geplant sind von Samstagmittag an Aufzüge mit Motorrädern und Fahrrädern sowie Kundgebungen mit mehreren hundert Menschen am Augustusplatz vor dem Opernhaus und dem Gewandhaus.

Das Bündnis "Leipzig nimmt Platz" fordert unter anderem die Auflösung des Verfassungssschutzes, organisiert einen "antifaschistischen Weckruf" und arbeitet gegen die "Querdenken"-Bewegung offenbar auch mit der "Antifa" zusammen, welche zum neuen Jahr zu Angriffen auf den Staat und seine Repräsentanten aufgerufen hatte.

Autokorso gegen Corona-Politik

Die Kritiker der Corona-Einschränkungen hingegen haben mehrere Autokorsos mit hunderte Fahrzeugen aus verschiedenen Städten Sachsens in die Messestadt für Samstag angemeldet. Eine ursprünglich in der Nähe des Impfzentrums angekündigte Kundgebung an der Neuen Messe für bis zu 1000 Teilnehmer wurde von den Anmeldern nach Angaben der Stadt wieder zurückgenommen. Eine Fahrzeugkolonne soll mitten durch die Innenstadt über den seit der Friedlichen Revolution 1989 geschichtsträchtigen Ring führen.

Auf dieser Route plant das Aktionsbündnis eine Menschenkette - mit dem Ziel, die Gegnern der Corona-Maßnahmen auszubremsen. "Nach dem Hygienekonzept sollen alle Teilnehmer Masken tragen und einen Abstand von zwei Metern einhalten", erläuterte Rudolph-Kokot. Da die Route derzeit noch nicht feststehe, werde kurzfristig über soziale Netzwerke mobilisiert. "Wir rufen die Menschen auf, an vielen Orten zivilen Ungehorsam zu üben."

Die Polizei bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen Großeinsatz vor. Es wurden beim Innenministerium Kräfte von Bund und Ländern angefordert. Aufgrund der zahlreichen Autokorsos rechnen die Sicherheitskräfte mit erheblichen Verkehrsbehinderungen im Bereich der Leipziger Innenstadt.

Das Virus dürfe nicht missbraucht werden, um "menschenfeindliche Forderungen" in die Stadt zu tragen, sagte der Landtagsabgeordnete der Linken, Marco Böhme. "Zudem äußert man berechtigte Kritik an staatlichen Maßnahmen in einer Pandemie mit Respekt und Zivilcourage und legt mit einem Autokorso nicht die halbe Stadt - auch für Rettungskräfte - lahm." Die Demos im November hätten gezeigt, wie schnell eine solche Veranstaltung zu einem Superspreader-Event werden könne, betonte die Grüne Ulrike Böhm.

Im vergangenen November war eine Demonstration von Kritikern der Corona-Maßnahmen völlig aus dem Ruder gelaufen und hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Mehrere zehntausend Teilnehmer hatten sich in der Innenstadt versammelt und reihenweise gegen Corona-Auflagen verstoßen. Als die Stadt schließlich die Versammlung auflöste, erzwangen die Demonstranten einen Marsch über den Leipziger Innenstadtring, obwohl dieser verboten gewesen war.


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