Politik

Orban-Regierung spricht von "sehr starker dritter Welle" und legt Ungarn lahm, auch Niedersachsen droht mit Oster-Lockdown

Lesen Sie im Folgenden den Corona-Ticker, den wir selbstverständlich laufend für sie aktualisieren.
06.03.2021 13:54
Aktualisiert: 06.03.2021 13:54
Lesezeit: 3 min

11.10 Uhr - Saudi-Arabien will einem Medienbericht zufolge die meisten Coronavirus-Beschränkungen am Sonntag aufheben. Die Menschen dürfen dann wieder in Restaurants essen, und auch die Kinos werden wieder geöffnet, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf einen Vertreter des Innenministeriums meldet. Auch andere Freizeit- und Unterhaltungsaktivitäten seien dann wieder möglich. Verboten blieben jedoch weiterhin unter anderem Hochzeiten und Zusammenkünfte in Firmen. Soziale Kontakte werden demnach weiterhin auf Treffen von maximal 20 Personen begrenzt.

10.11 Uhr – Ungarn meldet trotz Lockdown mit 7.269 Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. Das sind 14 Prozent mehr Fälle als am Freitag, wie die Behörden mitteilen. Das Land mit rund zehn Millionen Einwohnern weist eine der höchsten Infektions- und Todesraten weltweit auf. Zuletzt stiegen die Zahlen trotz eines Teil-Lockdowns rasant an. Dabei verwiesen die Gesundheitsbehörden auf eine Ausbreitung der britischen und südafrikanischen Mutanten, die als ansteckender gelten. Die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban spricht von einer "sehr starken dritten Welle" und verschärfte deswegen bereits kürzlich den seit Mitte November geltenden Lockdown. Nun müssen die meisten Geschäfte schließen und auch die Grundschulen wechseln ins Homeschooling.

07.40 Uhr – USA: Der US-Pharmakonzern Merck & Co berichtet von positiven Studienergebnissen bei seinem Covid-19-Medikament „Molnupiravir“. Es sei eine schnellerer Virus-Rückgang bei Patienten in einem frühen Krankheitsverlauf festgestellt worden, teilt das Unternehmen mit. Die Ergebnisse der mittleren Studienphase seien vielversprechend, hieß es in der Mitteilung. Das Mittel, das Merck gemeinsam mit dem US-Unternehmen Ridgeback Bio entwickelt, wird derzeit in einer Phase-2/3-Studie getestet, die im Mai abgeschlossen werden soll. Der Konzern will sich bei Covid-19 nur noch auf Medikamente zur Behandlung der Krankheit konzentrieren, nachdem bei der Entwicklung eines Impfstoffes nicht die erhoffte Immunreaktion erreicht und das Programm im Januar eingestellt wurde.

06.35 Uhr - In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 65.275 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurden damit rund 28,99 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Mindestens 1904 weitere Menschen starben in Verbindung mit dem Virus. Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt damit auf 523.307. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Todeszahlen auf.

05.20 Uhr - In Deutschland steigt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz leicht auf 65,6 (Vortag:65,4), wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Der Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche rechnerisch neu positiv getestet werden. Bund und Länder streben zunächst eine Inzidenz von 50 an. Öffnungen etwa des Einzelhandels werden aber erst in Aussicht gestellt, wenn der Wert 35 erreicht wird. Laut RKI wurden in 9557 neuen Fällen Menschen positiv auf Corona getestet. Außerdem werden 300 weitere Fälle gemeldet, in denen Menschen starben, die positiv getestet wurden. Insgesamt gibt es 2.492.079 Infizierte und 71.804 die im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind.

04.47 Uhr - In Paraguay ist es wegen des Umgangs der Regierung mit der Corona-Krise zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein, Demonstranten brannten Barrikaden ab und warfen Steine. "Diese Gewalt macht keinen Sinn", sagte Innenminister Arnaldo Giuzzio im Fernsehkanal „Telefuturo“. In dem südamerikanischen Land haben die Neuinfektionen einen Rekordwert erreicht. Die Krankenhäuser sind am Rande des Zusammenbruchs. Bisher wurden weniger als 0,1 Prozent der Bevölkerung geimpft. Am Freitagmorgen musste bereits der Gesundheitsminister zurücktreten. Die Regierung hat versprochen mehr Medikamente und Impfstoffe zu besorgen.

04.11 Uhr - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schließt einen erneuten Lockdown zu Ostern nicht aus. "Wenn jetzt alle die neuen Möglichkeiten exzessiv ausreizen, werden die Infektionszahlen steigen und Einschränkungen notwendig sein", sagte Weil gegenüber der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). Es gebe einfach noch keine klare Zusage, ob Reisen zu Ostern möglich werde, so Weil einem Vorabbericht der Zeitung zufolge. "Es ist vorgesehen, dass wir bei der nächsten Bund-Länder-Runde am 22. März dazu Entscheidungen treffen", erklärte Weil, dieser Termin sei jedoch zu spät für die Menschen, die Pläne für einen Osterurlaub machen wollten. Weiterhin gab er an, neue Testkonzepte könnten zusätzliche Öffnungsmöglichkeiten schaffen.

03.10 Uhr – Deutschland: Bundestagsabgeordnete von CDU, Grünen und FDP unterstützen Lockerungen für geimpfte Personen ähnlich wie für Menschen mit tagesaktuellen Schnelltests. Laut Vorabbericht (Samstagsausgabe) der "Neue Berliner Redaktionsgesellschaft" (NBR), sollten auch geimpfte Personen Kinos, Theater oder Restaurants im Außenbereich besuchen dürfen. Diese Schritte sollten umgehend erfolgen, falls sich erste Studien aus Israel bestätigen sollten, wonach Geimpfte niemanden ansteckten, heißt es in der NBR.

01.00 Uhr – Deutschland: Kanzleramtsminister Helge Braun appelliert an die Unternehmen flächendeckend Corona-Schnelltests anzubieten. "Wenn die Unternehmen ihre Mitarbeiter testen, sind wir in der Pandemiebekämpfung einen großen Schritt vorangekommen", sagte Helge Braun laut einem Vorabbericht der "Funke Mediengruppe". Große Unternehmen hätten schon eine professionelle Infrastruktur für Tests aufgebaut, kleinere Betriebe müssten nun nachziehen. Diese sollten die Tests "auf dem normalen Einkaufsmarkt" besorgen "und ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen", gab der CDU-Politiker an. Im Hinblick auf die Aufgaben der Länder sagte der Kanzleramtsminister, sie müssten die Schnelltests bestellen, deren Kosten der Bund übernehme. "Der Bund bezahlt, aber er schafft nicht die Infrastruktur".

00.00 Uhr - Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland, Peter Albiez, bricht eine Lanze für den von AstraZeneca entwickelten Konkurrenzimpfstoff. Im Live-Programm von "Bild" sagte Albiez auf eine entsprechende Frage: "Den würd' ich nehmen, den Impfstoff, ja." Man sollte nicht vergessen, dass jeder Impfstoff, der da sei, geprüft sei "von der EMA, also sicher und verträglich". Grundsätzlich hält Albiez in Deutschland "eine größere Dynamik" der Impf-Kampagne für nötig. "Da müssen wir in großen Schritten denken, in großen Dimensionen." Er forderte, mit Blick auf die kommenden Monate "alles" zu mobilisieren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: AMD-Aktien steigen kräftig, während Tech-Sektor Wall Street beflügelt
06.07.2026

Ein spektakulärer Wochenauftakt an den US-Märkten sorgt für Aufsehen – erfahren Sie, welche Entwicklungen die Kurse jetzt antreiben.

DWN
Finanzen
Finanzen Fiskalischer Spitzenreiter: Wie Deutschland seinen Bürgern am meisten abknöpft
06.07.2026

Eine Analyse zur Steuerbelastung in Europa zeigt für das Jahr 2026 eine bittere Wahrheit für deutsche Steuerzahler: Die Bundesrepublik...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererhöhungen 2027: Steuer auf Spirituosen steigt um 20 Prozent - Zuckersteuer kommt auch
06.07.2026

Hochprozentige alkoholische Getränke sollen zum 1. Januar 2027 höher besteuert werden. "Was krank macht, wird teurer" - Finanzminister...

DWN
Politik
Politik Haushalt 2027: Klingbeil plant 200 Milliarden Euro neue Schulden für Deutschland
06.07.2026

Mehr Milliarden vor allem für Verteidigung, höhere Schulden - das prägt den Haushaltsentwurf von Finanzminister Klingbeil für...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Inflation: Warum der KI-Boom Ihr Erspartes entwerten könnte
06.07.2026

Künstliche Intelligenz soll die Wirtschaft produktiver machen, Prozesse beschleunigen und Wohlstand schaffen. Doch bevor dieser Effekt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische ChatGPT-Alternative: Warum ein 79-jähriger Unternehmer Big Tech herausfordert
06.07.2026

Ein dänischer Unternehmer und ein selbst ernannter KI-Guru wollen zeigen, dass Europa nicht länger auf amerikanische Tech-Giganten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Billiganbieter: Temu, Shein und Co. steigern Marktanteil auf Rekordwert
06.07.2026

Die Verbraucher in Deutschland geben online immer mehr Geld bei Shoppingplattformen wie Temu oder Shein aus. Während die asiatischen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau bei Porsche: Konzern streicht weitere 4.000 Jobs
06.07.2026

Wegen der Absatzkrise fallen beim Sportwagenhersteller Porsche bereits mehr als 4.000 Stellen weg. Diese Zahl könnte einem Bericht zufolge...