Deutschland

Das ZDF ist der größte Absahner bei Rundfunkgebühren – doch was macht der Sender mit dem Geld?

Nach den jüngsten Daten ist das ZDF unter allen Rundfunksendern der größte milliardenschwere Nutznießer der Rundfunkgebühren. Komisch ist nur, dass das ZDF relativ selten oder nie vor Ort ist, wenn irgendwo in der Welt etwas wichtiges passiert. Wohin fließen die Gelder?
12.03.2021 20:52
Aktualisiert: 12.03.2021 20:52
Lesezeit: 3 min
Das ZDF ist der größte Absahner bei Rundfunkgebühren – doch was macht der Sender mit dem Geld?
Klötze mit den Schriftzügen des ZDF und der ZDF-Digitalkanäle ZDFneo, ZDFkultur und ZDFinfo liegen am 28.04.2011 in Hamburg während einer Pressekonferenz auf dem Boden. (Foto: dpa)

Das ZDF war nach den jüngsten Zahlen, die für das Jahr 2019 erhoben wurden, der Top-Rundfunkbeitrag-Profiteur unter allen öffentlich-rechtlichen Sendern. Es erhielt 2,01 Milliarden Euro. An zweiter Stelle steht der WDR mit 1,25 Milliarden Euro. Darauf folgen der SWR mit 1,05 Milliarden Euro, der NDR mit 1,01 Milliarden Euro, der BR mit 956, 47 Millionen Euro, der MDR mit 611,97 Millionen Euro, der RBB mit 433,39 Millionen Euro, der HR mit 431,63 Millionen Euro, das Deutschlandradio mit 230,49 Millionen Euro, der SR mit 67,97 Millionen Euro und der RB mit 45,05 Millionen Euro. Das geht aus einer Aufstellung von „Statista.com“.

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) kritisiert in einem Beitrag, dass das ZDF als Top-Profiteur bei den Rundfunkbeiträgen relativ selten vor Ort ist, wenn irgendwo in der Welt etwas wichtiges passiert.

Die MIT wörtlich: „Am 6. Januar twitterte ZDF-Moderator Claus Kleber: „Unfassbare Szenen im US-Capitol. CNN einschalten – sofort!“ Kleber hatte Recht. Am Capitol stürmte ein Mob von Trump-Anhängern den Sitz des Kongresses und bedrängte Abgeordnete. Leider gab es davon in den Hauptprogrammen von ARD und ZDF nichts zu sehen. CNN, der Sender auf den Kleber verweist, ist ein privatwirtschaftliches Medienunternehmen und war live vor Ort. So übrigens auch ein Kamera-Team der deutschen Tageszeitung ,Die Welt‘ und viele andere Medien. Nur ARD und ZDF verpassten diese ,unfassbaren Szenen‘. Nun muss man dem ZDF zugutehalten, dass der Sender durchaus live dabei war: Allerdings in einem Online-Livestream von ZDF-heute, nicht im ZDF-Hauptprogramm. Dort lief ein Krimi. Auch in der ARD lief ein Film. Erst in den ,tagesthemen' wurde ausführlicher berichtet. Es ist nicht das erste Mal, dass ARD und ZDF keine Livebilder und Einordnungen eines Weltereignisses senden, während private Medien problemlos ein Kamerateam vor Ort haben. So war es beispielsweise auch, als die Pariser Kathedrale Notre-Dame brannte. Selbst der frühere Chefredakteur des ARD-Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf, kritisierte dies via Twitter: ,Warum gab es keinen ARD-Brennpunkt zum Brand von Notre Dame, neben dem Eiffelturm das Symbol Frankreichs? Schwer nachzuvollziehen.‘ Wieder waren private Medien vor Ort, der von der Allgemeinheit finanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht.“

Die ARD, das ZDF und die angeschlossenen Anstalten sind der MIT zufolge der teuerste öffentlich-rechtliche Rundfunk der Welt. Übrigens: Zu den etwa acht Milliarden Euro, die die Sender aus den Portemonnaies der Bürger bekommen, sind die „Einnahmen aus Werbung, Sponsoring, Produktplatzierungen und Rechteverkäufen sind da noch nicht eingerechnet“. „Zum Vergleich: Die Axel Springer SE, eines der größten Medienunternehmen Europas, hatte 2019 einen Jahresumsatz von rund drei Milliarden Euro“, so die MIT.

Problematisch ist vor allem, dass zwar alle Menschen in Deutschland die Rundfunkgebühr zahlen müssen, doch unter den Journalisten nur eine bestimmte politische Clique repräsentiert wird. Das nennt sich dann „repräsentative Demokratie“.

„Ende des vergangenen Jahres wurde unter den Volontären der ARD eine Umfrage über das Wahlverhalten durchgeführt. Die Grünen erhielten bei den teilnehmenden Nachwuchs-Journalisten rund 57 Prozent, die Linke 23 Prozent und die SPD rund 11 Prozent Zustimmung. Auf sonstige Parteien entfielen 3,9 Prozent. Die Union erhielt 3 Prozent, die FDP 1,3 Prozent. Eine schwarz-gelbe Koalition wäre damit an der 5-Prozent-Hürde gescheitert. Auch geraten prominente Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch ihre Kommentare in sozialen Netzwerken immer wieder in die Kritik, weil sie mehr nach Aktivismus denn nach Journalismus klingen“, so die MIT.

Zwangsfinanzierung einer ideologischen Programm-Politik

Besonders umstritten ist dabei der ZDF-Sender ZDFinfo. Seit Jahren fällt ZDFinfo leider immer wieder dadurch auf, mit ideologisch indoktrinierten Dokus Druck auf unbescholtene Bürger auszuüben. In regelmäßigen Abständen kommt dann auch die „geballte Ladung“ zum Tragen.

Aus einer Mitteilung von ZDFinfo geht beispielsweise hervor: „Die Erstausstrahlung am Samstag, 2. November 2019, erfolgt im Rahmen eines ZDFinfo-Schwerpunkts mit zehn Dokumentationen, die von 17.15 Uhr bis nach Mitternacht über verschiedene Aspekte des Rechtsextremismus in Deutschland informieren.

Die zehn Dokumentationen in der Übersicht:

17.15 Uhr: Die gezielte Manipulation - Fake-News-Macher im Netz

17.45 Uhr: Staatsfeinde in Uniform

18.15 Uhr: Völkische Siedler - Schattenwelten auf dem Land

19.00 Uhr: Störfall AfD - Das Netzwerk der Rechten

19.45 Uhr: Chemnitz - Eine Stadt zwischen Trauer und Hass

20.15 Uhr: Rechtsrock in Deutschland - Das Netzwerk der Neo-Nazis

21.00 Uhr: ZDF-History: Die Blutspur - Rechter Terror in Deutschland

21.45 Uhr: Die Welt der Reichsbürger - Träumer, Aufsteiger, Extremisten

22.30 Uhr: Die Arier

24.00 Uhr: Auf der Spur des rechten Terrors - Die sieben Geheimnisse

des NSU.“

Innerhalb von wenigen Stunden hatte ZDFinfo Fake News, den NSU, Reichsbürger, die Vorfälle in Chemnitz und weitere Themenbereiche mit esoterisch anmutenden Titeln miteinander vermengt, um daraus eine braune Suppe zu kochen, die sie ihren Zuschauern ins Gesicht kippt.

ZDFinfo neigt dazu, Dinge miteinander zu vergleichen, die keinen direkten Bezug zueinander haben. Der Sender macht dies offenbar, um eine besonders große Empörung unter der Bevölkerung auszulösen. Denn Empörung führt auch immer dazu, dass sich die Empörten die Dokus von ZDFinfo anschauen.

Das nennt sich dann „investigativer Journalismus“. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das ZDF und vor allem die Macher von ZDFinfo immer dort Kausalzusammenhänge erfinden, wo es keine Kausalzusammenhänge gibt.

Es ist nicht nur so, dass Äpfel mit Birnen miteinander verglichen werden, sondern es werden allen Ernstes Bananen mit Ferraris miteinander verglichen.

Ach ja, kommen wir zur Ausgangsfrage zurück: Was macht das ZDF mit den Milliarden Euros, die sie jährlich aus den Portemonnaies der Bürger nimmt? In welche Taschen fließen die Milliarden?

Antworten auf diese Fragen könnte uns die Produktion einer Doku durch demokratische Aktivisten liefern, die sich für eine vollständige Transparenz einsetzen. Die Finanzierung könnte über Crowdfunding laufen.

Der Titel der Doku könnte lauten: „Auf der Spur unserer Rundfunkbeiträge – Die sieben Geheimnisse des ZDF und der ARD.“

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