Weltwirtschaft

USA importieren Rekordmengen an russischem Öl

Lesezeit: 1 min
25.03.2021 08:00
Die US-Regierung bedroht das europäische Nord Stream 2-Projekt mit Sanktionen. Der Grund: eine angeblich zu starke Energie-Abhängigkeit von Russland. Doch es sind die USA, die im vergangenen Jahr einen neuen Rekord beim Import von russischem Öl verzeichnet haben.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Im Jahr 2020 importierten die USA mehr Öl und raffinierte Produkte aus Russland als aus Saudi-Arabien. Der Anteil Russlands an den amerikanischen Ölexporten lag laut „Bloomberg News“ bei einem Rekordhoch von sieben Prozent. Die US-Ölimporte aus Russland übertrafen im vergangenen Jahr sogar die Importe des führenden Produzenten der OPEC, Saudi-Arabien. Nach „Bloomberg“-Berechnungen haben die USA im vergangenen Jahr durchschnittlich 538.000 Barrel Öl und Ölprodukte pro Tag (bpd) aus Russland importiert. Aus Saudi-Arabien importierten die USA schätzungsweise durchschnittlich 522.000 bpd.

Schätzungen von „Bloomberg“ zufolge stieg Russland 2020 damit gemeinsam mit Saudi-Arabien zum drittgrößten Öllieferanten nach Amerika auf. Im Jahr 2019 waren die fünf wichtigsten Quellen für US-amerikanisches Erdöl: Kanada mit einem Importanteil von 49 Prozent, Mexiko mit 7 Prozent, Saudi-Arabien mit 6 Prozent, Russland ebenfalls mit 6 Prozent und Kolumbien mit 4 Prozent.

Valero und ExxonMobil waren im vergangenen Jahr die größten Abnehmer von russischem Öl und Ölprodukten. Das meiste Öl, das US-Raffinerien aus Russland kaufen, ist kein Rohöl, sondern Heizöl, mit dem sie unter Umgehung der venezolanischen Schwerölversorgung Benzin produzieren.

Energieberater und Analysten sagten, dass sie im Weißen Haus keine Besorgnis über die steigenden Ölimporte aus Russland erkennen würden. Die neue US-Regierung jedoch ist der Anschicht, dass europäische Partner, die am europäisch-russischen Pipelineprojekt Nord Stream 2 festhalten wollen, weiterhin mit neuen Sanktionen rechnen müssen. Die offizielle Begründung: Das Projekt werden die Abhängigkeit Europas von russischen Energieträgern erhöhen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Sohn Hunter Biden: Begnadigung kommt überraschend durch US-Präsident Biden
02.12.2024

Die rechtlichen Probleme seines Sohnes belasteten ihn seit Jahren. Joe Biden wollte stets vermeiden, den Eindruck zu erwecken, seine...

DWN
Politik
Politik Scholz in Kiew: Bundeskanzler besucht überraschend die Ukraine - und sagt neue Waffenlieferungen zu
02.12.2024

Ein Telefonat mit Putin und die Ablehnung der Taurus-Lieferung: Die Ukraine-Politik von Kanzler Olaf Scholz sorgt in Kiew weiterhin für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Autobauer: Rabenschwarzes Quartal für Mercedes, VW & Co.
02.12.2024

Die weltweite Autokonjunktur zeigt weiterhin deutliche Schwächen – besonders deutsche Autobauer stehen vor enormen Herausforderungen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bürokratiebelastung im Mittelstand: Wie Vorschriften die Wettbewerbsfähigkeit bedrohen
01.12.2024

Bis zu 60.000 Euro jährlich kosten Bürokratiepflichten KMU, so eine DIHK-Studie. Hygienevorschriften, Kassenrichtlinien, Planungsanträge...

DWN
Finanzen
Finanzen Spendenstatistik 2024: Weniger Spender, höhere Summen – Trends und Prognosen
01.12.2024

Der Deutsche Spendenrat erwartet in diesem Jahr einen leichten Anstieg der Spenden. Besonders in einer Altersgruppe hat die Bereitschaft zu...

DWN
Politik
Politik Kampf um Aleppo: Wie Russlands Hilfe über den Ausgang entscheiden könnte
01.12.2024

Innerhalb kurzer Zeit erobern Rebellen weite Teile der syrischen Großstadt Aleppo. Syriens Regierung plant eine Gegenoffensive. Wie geht...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Umstrukturierung der Landstreitkräfte zur Stabilisierung der Lage
01.12.2024

Mit einer umfassenden Umstrukturierung ihres Heeres reagiert die Ukraine auf die bedrohliche Situation an der Front im Osten des Landes....

DWN
Finanzen
Finanzen Grundsteuer 2025: Welche Kostensteigerungen Eigentümer erwarten müssen
01.12.2024

Die Grundsteuer 2025 steht im Zeichen steigender Kosten für Immobilienbesitzer. Mit der Reform und neuen Hebesätzen drohen viele Kommunen...