Finanzen

EZB-Indikator für Inflationsentwicklung wächst weiter kräftig

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge weitet sich seit Monaten stark aus - ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Inflation.
25.03.2021 11:13
Aktualisiert: 25.03.2021 11:13
Lesezeit: 2 min
EZB-Indikator für Inflationsentwicklung wächst weiter kräftig
Ein 100-Euro-Schein. (Foto: dpa) Foto: Esma Cakir

Die Geldmenge M3 nahm in der Eurozone im Februar um 12,3 Prozent zu, wie aus offiziellen Dokumenten der Europäischen Zentralbank hervorgeht. Zu M3 zählen unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten und Geldmarktpapiere. Die Kennzahl wird von Ökonomen genau beobachtet. Denn auf mittlere und lange Sicht gilt die Messgröße als ein Indikator für die Entwicklung der Inflation. Im Januar war das Wachstum noch etwas stärker ausgefallen, die Wachstumsrate hatte ein langjähriges Hoch bei 12,5 Prozent erreicht.

Die Entwicklung der Geldmenge M3 in der Eurozone (Quelle: EZB)

Das Wachstum der enger gefassten Geldmenge M1 - dabei handelt es sich um schnell verfügbares Geld wie Bargeld und Einlagen auf Tagesgeldkonten - war im Februar noch ein Stück weit stärker als das Wachstum von M3, wenngleich auch hier das Wachstum leicht abnahm. Die Wachstumsrate betrug 16,4 Prozent, nach 16,5 Prozent im Januar.

Die Entwicklung der Geldmenge M1 in der Eurozone (Quelle: EZB)

Der nach wie vor starke Anstieg der Geldmenge resultiert aus der extrem lockeren Geldpolitik der EZB, die unter anderem durch Anleihekäufe für eine Flut an frischem Kapital für das Finanzsystem sorgt. Zudem erhalten die Banken im Euroraum extrem günstige Langfristkredite, bei denen es sich faktisch um Notkredite handelt.

Auch Kreditaufnahme wächst kräftig

Die kräftige Kreditaufnahme von Unternehmen in der Euro-Zone hält auch im zweiten Corona-Krisenjahr an. Im Februar vergaben die Geldhäuser in dem gemeinsamen Währungsraum 7,1 Prozent mehr Darlehen an Firmen als vor Jahresfrist, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mitteilte. Im Januar hatte der Zuwachs bei 6,9 Prozent gelegen. An die Privathaushalte reichten die Geldhäuser im Februar 3,0 Prozent mehr Darlehen aus als ein Jahr zuvor. Der Zuwachs im Januar war genauso hoch gewesen.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise einzudämmen hatte die EZB umfassende Hilfsprogramme auf den Weg gebracht. Damit soll der Kreditfluss an die Wirtschaft während der Pandemie aufrechterhalten und günstige Finanzierungsbedingungen sichergestellt werden. Unlängst hatte sie angekündigt, dass sie das Tempo ihrer großangelegten Pandemie-Anleihenkäufe deutlich erhöhen wird. Auf diese Weise will sie einer unerwünschten Verschärfung der Finanzierungsbedingungen entgegentreten. Denn die Staatsanleihe-Renditen waren zuletzt kräftig gestiegen. Dies hatte Sorgen ausgelöst die Kreditkosten könnten sich mitten in der Pandemie erhöhen und eine Erholung beeinträchtigen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: S&P 500 erreicht Rekordhoch – Aktien steigen wegen Verlängerung der Iran-Waffenruhe und starken Quartalszahlen
22.04.2026

Spannende Entwicklungen an der Wall Street: Erfahren Sie, welche Dynamiken den Markt aktuell beherrschen und warum Investoren jetzt genau...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftswende abgesagt: Deutschland erwartet Mini-Wachstum und halbiert Konjunkturprognose
22.04.2026

Nicht nur die Folgen des Iran-Kriegs bremsen die Konjunktur in Deutschland weiter aus. Die Bundesregierung rechnet nur noch mit einem...

DWN
Politik
Politik Kein Öl mehr aus Kasachstan: Russland stoppt Lieferung nach Deutschland
22.04.2026

Ab kommender Woche wird kein Öl aus Kasachstan mehr durch die Pipeline Druschba nach Deutschland und zur PCK-Raffinerie in Schwedt...

DWN
Politik
Politik Ungarn gibt Ukraine-Blockade auf: EU-Milliarden und neue Sanktionen gegen Russland kommen
22.04.2026

Der Weg für den 90 Milliarden schweren EU-Kredit sowie für weitere Russland-Sanktionen ist frei. Die Hälfte des Geldes soll bereits in...

DWN
Immobilien
Immobilien Bund als Wohnungsbauer? Regierung plant Bundesbaugesellschaft
22.04.2026

Wenn Wohnraum knapp wird, steigen die Preise: In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen zugleich verteuern sich die Mieten vor allen in...

DWN
Politik
Politik Zwischen Datenschutz und Kontrolle: EU-App zur Altersprüfung im Internet kommt
22.04.2026

Um den Jugendschutz im Internet zu verbessern, hat die EU eine App zur Altersverifizierung entwickelt. Die Lösung, die Ursula von der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Flugstreichungen: Lufthansa streicht 20.000 Flüge bis Oktober
22.04.2026

Die Schließung der Cityline reißt Lücken ins Lufthansa-Netz. Was heißt das konkret für die nächsten Monate und ihre Urlaubspläne?

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Übernahme durch UniCredit: Welche Rolle spielt die Commerzbank-Aktie?
22.04.2026

Im Ringen um die Commerzbank-Übernahme verschärfen sich die Fronten, während UniCredit auf Kontrolle drängt und die mBank für den...