Finanzen

Lira-Kurs bricht massiv ein: Erdogan feuert überraschend Zentralbank-Vizepräsidenten

Zehn Tage, nachdem er den dritten Zentralbank-Präsidenten innerhalb von zwei Jahren gefeuert hatte, entlässt der türkische Präsident dessen Vize.
30.03.2021 09:44
Aktualisiert: 30.03.2021 09:44
Lesezeit: 1 min
Lira-Kurs bricht massiv ein: Erdogan feuert überraschend Zentralbank-Vizepräsidenten
Der türkische Präsident Recep Erdogan. (Foto: dpa) Foto: Mustafa Kaya

Zehn Tage, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyib Erdogan den Zentralbank-Präsidenten Naci Agbal gefeuert hatte, wurde nun auch überraschend dessen Vize-Präsident entlassen. Wie die Financial Times berichtet, wurde die Entlassung Murat Cetinkayas kurz nach Mitternacht im staatlichen Amtsblatt veröffentlicht.

Der Kurs der Landeswährung Lira brach daraufhin stark ein und nähert sich nun wieder seinem Allzeittief vom November 2020. Derzeit müssen für einen Euro rund 9,70 Lira und für einen Dollar etwa 8, 30 Lira bezahlt werden.

Agbal hatte seit seinem Amtrsantritt den Leitzins der Zentralbank massiv um 8,75 Prozent angehoben, um dem Währungsverfall der Lira entgegenzuwirken, was auch gelang. Zudem ist die Türkei angesichts der hohen INflationsrate von über 15 Prozent und der Tatsache, dass eine starke Abhängigkeit von Kapitalimporten aus dem Ausland stattfindet, auf einen hohen Leitzins angewiesen.

Am Montag forderte Erdogan internationale Investoren auf, wieder in den türkischen Finanzmarkt zu investieren. Zudem sollten die Türken seiner Meinung nach ihr Gold und ihre Devisenbestände investieren, um die heimische Wirtschaft zu unterstützen.

Agbals Nachfolger soll Medienberichten zufolge ebenso wie Erdogan der Theorie folgen, wonach hohe Leitzinsen eine hohe Inflationsrate begünstigen.

Welle an Entlassungen

Agbal war der dritte Zentralbankchef innerhalb von weniger als zwei Jahren, den Erdogan feuerte. Zudem entließ der Staatspräsident im laufenden Monat auch den Vorsitzenden des nationalen Staatsfonds, den Präsidenten der größten Bank des Landes (der staatlichen Ziraat Bank) und den Vorsitzenden des Betreibers der türkischen Börse.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Panorama
Panorama Klimawandel verändert Deutschlands Wälder und die Forstwirtschaft grundlegend
05.04.2026

Der Wald, wie wir ihn kennen, verschwindet langsam. Steigende Temperaturen, Wassermangel und Schädlingsbefall setzen ihm zu. Fachleute...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Emissionsfreie Baumaschinen in Europa: Hohe Kosten bremsen den Markt
05.04.2026

Die Umstellung auf emissionsfreie Baumaschinen gewinnt an Dynamik, bleibt aber durch hohe Kosten und strukturelle Hürden ausgebremst....

DWN
Finanzen
Finanzen Hebel-ETF-Boom: Der Trend, den Millionen handeln – aber kaum jemand versteht
05.04.2026

Hebel-ETFs versprechen schnelle Gewinne, doch ihre Mechanik bleibt für viele Anleger ein Rätsel. Die Produkte funktionieren völlig...

DWN
Finanzen
Finanzen Riester-Rente vor dem Aus: Das plant die Regierung mit dem Riester-Nachfolger
05.04.2026

Mit dem geplanten Riester-Nachfolger wollen Union und SPD die private Altersvorsorge neu aufstellen. Mehr Rendite, weniger Bürokratie und...

DWN
Immobilien
Immobilien Gebäudesanierung: Der unterschätzte Schlüssel zur Energieeffizienz
05.04.2026

Millionen Wohnungen in Europa stammen aus einer Zeit, in der Energieeffizienz kaum eine Rolle spielte. Heute zeigt sich: Wer Gebäude...

DWN
Finanzen
Finanzen Investoren im Wettbewerb mit KI: Wer steuert Risiken besser?
05.04.2026

Künstliche Intelligenz setzt die Softwarebranche unter Druck und verschiebt die Kräfteverhältnisse in der Technologieindustrie. Welche...

DWN
Politik
Politik Top-Ökonom warnt: Superreiche gefährden die Demokratie – löst eine Vermögenssteuer das Problem?
05.04.2026

Die Reichen werden immer mächtiger und das könnte die Demokratie kippen. Ein führender Ökonom schlägt Alarm und fordert eine globale...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Energie-Startup Enpal löst Kundenservice auf: Massenentlassung ohne Vorwarnung
04.04.2026

Das hoch bewertete Berliner Energie-Startup Enpal, Marktführer in Deutschland für Photovoltaik-Anlagen sowie Wärmepumpen, hat knapp 100...