Politik

Türkische Militärstrategen loben deutsches „Kriegertum“ und Bundeswehr

In einer Sendung über die Nato und den Ukraine-Konflikt sagten türkische Militärstrategen, dass Deutschland, Russland, die Türkei und Japan nach wie vor vom Kriegertum geprägte Länder seien.
15.04.2021 10:08
Lesezeit: 1 min

Der türkische Militärstratege Dr. Mesut Hakkı Caşın hat im Verlauf einer Sendung zur Ukraine-Krise und zur Zukunft der Nato gesagt, dass es vier Nationen auf der Welt gebe, deren Soldaten das Soldatentum niemals vergessen und verlernen: Russland, die Türkei, Japan und Deutschland. „Das sind die vier Länder, die ein ausgeprägtes Kriegertum aufweisen“, so Caşın.

Der Vorwurf, dass die deutsche Bundeswehr schwach sei, sei aus der Luft gegriffen. In internationalen militärischen Kreisen sei jedem bekannt, dass Deutschland über ein starkes Heer und eine starke Luftwaffe verfüge. Deutschland verfüge über alle technischen Möglichkeiten, um beispielsweise bewaffnete und unbewaffnete Drohnen zum Einsatz zu bringen. „Unbewaffnete deutsche Drohnen sichern die gesamte Frontex-Region und die Mittelmeer-Region der EU“, so der Militärstratege.

Deutschland sei sehr beunruhigt über die Lage in der Ukraine. „Die Deutschen kennen die Welt sehr gut. Sie kennen auch diese Region sehr gut. Bei meinen Feldstudien in der Ukraine habe ich mir immer folgende Frage gestellt: ,Wie war es den deutschen Panzeroffizieren im Zweiten Weltkrieg möglich, ohne GPS und andere technische Möglichkeiten, diese fremde Region problemlos zu befahren?“, so Caşın.

Im Rahmen der Sendung ergriff anschließend der ehemalige türkische Top-Diplomat Uluç Özülker das Wort: „Ich möchte jedoch auf etwas hinweisen. Das ist sehr wichtig. Dadurch, dass im Verlauf der Nazi-Ära die Militärs eigenständige und unabhängige Entscheidungen getroffen hatten, wurde die deutsche Nachkriegsverfassung – Sie wissen, dass die Amerikaner die Nachkriegsverfassungen Deutschlands und Japans ausgearbeitet haben – komplett verändert. Kein einziger deutscher Kommandant kann irgendwelche unabhängigen Handlungen vornehmen. Sie sind gezwungen, die ,Befehle‘ des Parlaments zu befolgen. Dasselbe gilt auch für Japan. Es mag ja sein, dass die deutsche Armee gute Sachen bewerkstelligt. Doch sie befindet sich in keiner dominanten Position.“

Interessant war eine weitere Aussage von Özülker, wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel angeblich Angst haben soll vor Russland, weil sie mehr als jeder andere deutsche Politiker Russlands Stärke aufgrund ihrer Biographie kenne.

Der türkische Major a.D. Mete Yarar nahm ebenfalls an der Sendung teil.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Ifo: Deutsche Unternehmen erwarten sinkende Löhne durch KI
12.08.2026

Die Betriebe gehen sehr viel häufiger von einem Rückgang als von einem Anstieg der Löhne in den kommenden fünf Jahren aus. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflationsschock durch Energiepreise - Leben wird immer teurer
12.08.2026

Nach dem Auslaufen des Tankrabatts hat sich das Leben in Deutschland sprunghaft verteuert. Im Juli kletterte die Inflationsrate auf 2,8...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie stabilisiert sich: Rekordquartal trifft auf gekappte Umsatzprognose
12.08.2026

Rheinmetall wächst rasant und übertrifft im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen. An der Börse reicht das bislang nur für eine...

DWN
Politik
Politik Städtetags-Präsident: "Stimmung in den Rathäusern explosiv"
12.08.2026

Die Kommunen stehen finanziell unter Druck. Die Stimmung in den Rathäusern sei noch nie so schlecht gewesen, heißt es vom Städtetag. Er...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generalsanierung: Bahnchefin Palla stellt die Weichen neu
12.08.2026

Die Generalsanierungen der Bahn sollten das marode Netz retten – doch Verspätungen und neue Probleme setzen den Konzern unter Druck. Nun...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Billigfluggesellschaften stehen vor dem Absturz: Ein Gigant könnte als Einziger übrig bleiben
12.08.2026

Zwei der drei unabhängigen Billigfluggesellschaften Europas hängen in den Seilen, nachdem der Ölpreisschock die Lage zusätzlich...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall-Street-Händler halten sich vor Inflationsbericht zurück
11.08.2026

Welche Impulse jetzt die Kurse bewegen und warum Anleger gespannt auf die neuen Daten blicken

DWN
Technologie
Technologie Nvidia holt die Wall Street ins KI-Geschäft
11.08.2026

Hunderte Milliarden Dollar fließen in den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Der Chipriese Nvidia, der davon...