Finanzen

China kauft wieder so viel Gold wie vor Corona

Lesen Sie den zweiten und abschließenden Teil unserer Mini-Serie über Gold: Vor dem Hintergrund der boomenden Wirtschaft steigt in China die Nachfrage nach dem Edelmetall wieder rasant an.
02.05.2021 08:23
Aktualisiert: 02.05.2021 08:23
Lesezeit: 1 min
China kauft wieder so viel Gold wie vor Corona
Chinas Wirtschaft hat sich von Corona erholt. Ein Blick auf die Baustelle der Großen Yangbaoshan-Brücke im Kreis Guiding in der südwestchinesischen Provinz Guizhou. (Foto: dpa) Foto: Yang Wenbin

Chinas Goldnachfrage wird im laufenden Jahr ein Wachstum verzeichnen. Die Nachfrage wird sogar wieder auf das Niveau vor Corona zurückkehren, wenn es keine dramatischen Veränderungen in der globalen wirtschaftlichen und geopolitischen Situation gibt. Dies sagte am Donnerstag Wang Lixin, Geschäftsführer des "World Gold Council" für China.

"Für China hatten wir ein besseres Wachstum im ersten Quartal, sogar im Vergleich zu 2019", zitiert ihn Reuters. "Wenn die Dinge stabil bleiben, sind wir sicher, dass China in einem solchen positiven Wachstum bleiben kann." Wang Lixin zufolge werden dabei die Segmente Schmuck und Investitionen die chinesische Goldnachfrage antreiben.

"Die chinesischen Verbraucher sind heute zuversichtlicher als noch vor zwei Jahren, vor der Pandemie. Damals herrschte Unsicherheit im Hinblick auf die Auswirkungen des Handelskriegs." Dies hat Auswirkungen auf den globalen Goldmarkt insgesamt. Denn China ist der größte Goldkonsument der Welt vor seinem Nachbarland Indien.

Die Goldnachfrage der chinesischen Verbraucher lag im ersten Quartal des laufenden Jahres höher als im letzten Quartal 2020 und stieg laut Daten des World Gold Council auf 286,4 Tonnen. Dies ist ein starker Kontrast zum Trend der globalen Goldnachfrage, die im ersten Quartal auf ein 13-Jahres-Tief sank.

"Die boomende Schmucknachfrage wurde von drei Haupttreibern gestützt: Bessere wirtschaftliche Bedingungen, niedrigere Goldpreise und feiertagsbedingte Verkaufswelle. Mit 191,1 Tonnen markierte die Schmucknachfrage im ersten Quartal den höchsten Stand seit 2015", sagte Wang. Schmuck macht mehr als die Hälfte der chinesischen Goldnachfrage aus.

Chinas Goldverbrauch und seine Goldimporte waren im Jahr 2020 wegen der Corona-Krise eingebrochen. Doch die Nachfrage erholte sich vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Aufschwung seit der zweiten Jahreshälfte 2020. Chinas Netto-Goldimporte über Hongkong stiegen im März auf den höchsten Stand seit Dezember 2019, nachdem die Notenbank erhöhte Importquoten ausgegeben hatte.

China hat den Geschäftsbanken die Erlaubnis erteilt, große Mengen Gold ins Land zu importieren, um die Preise nach Monaten des Rückgangs zu stützen, zitiert Bloomberg mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Der Goldpreis war im August letzten Jahres auf ein neues Rekordhoch in Höhe von 2.072,50 Dollar angestiegen. Aktuell kostet das Edelmetall wieder rund 15 Prozent weniger.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl

Ein Online-Broker-Vergleich beginnt beim Wertpapierdepot: Ein Depot ist die Eintrittskarte zur Börse, nur mit einem Depot können Anleger...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Gelockerter Kündigungsschutz für Hochverdiener: Was Arbeitgeber für 2027 wissen sollten
27.09.2026

Die Bundesregierung plant eine Reform des Kündigungsschutzes, in der Hochverdiener leichter kündbar werden sollen. Arbeitgeber können...

DWN
Panorama
Panorama Auswandern nach Andalusien: „In meinem Herzen habe ich zwei Seelen“
27.09.2026

Jens Halbroth und seine Frau Claudia suchten jahrelang nach einem neuen Lebensmittelpunkt. Sie reisten mit Motorrad und Wohnmobil durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltweite Schulden mit Gold tilgen? Dann müsste es 400.000 Dollar kosten
27.09.2026

Die Goldpreise erreichen 2026 Rekordstände. Doch was wäre, wenn Staaten ihre Schulden theoretisch mit ihren Goldreserven decken wollten?...

DWN
Technologie
Technologie KI und Burnout: Warum ausgerechnet Entlastung krank machen kann
27.09.2026

KI soll Beschäftigte entlasten, Routinearbeit übernehmen und Unternehmen produktiver machen. Doch ausgerechnet die neue Effizienz schafft...

DWN
Politik
Politik Kanada und EU: Von der Leyens Plan könnte den Binnenmarkt verändern
27.09.2026

Kanada soll enger an die Europäische Union rücken als je zuvor. Ursula von der Leyen bringt dafür sogar eine "assoziierte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Horacio Pagani im Porträt: Seine Autos sind verkauft, bevor die Öffentlichkeit sie sieht
27.09.2026

Horacio Pagani baut keine Autos für den Massenmarkt. Im vergangenen Jahr sollen es gerade einmal rund 50 gewesen sein, das günstigste...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmensnachfolge: Mehr Schließungs- als Übergabepläne im Mittelstand
27.09.2026

Erstmals wollen mehr Mittelständler dichtmachen als übergeben. Betroffen sind auch profitable Betriebe mit vollen Auftragsbüchern. Oft...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI für Anwälte: Der 26-Jährige, dem Investoren Milliarden hinterhertragen
27.09.2026

Drei Gründer, drei Jahre und inzwischen eine mögliche Milliardenbewertung: Der erst 26-jährige Max Junestrand baut mit Legora eines der...