Wirtschaft

Russlands Öl- und Gasvorkommen gehen zur Neige

Die Öl- und Gasvorkommen der Russischen Föderation werden nach offiziellen Angaben bald zur Neige gehen, sagt der russische Umweltminister Alexander Kozlov. Doch Moskau arbeitet an einem strategischen Ausweg.
12.05.2021 12:32
Aktualisiert: 12.05.2021 12:32
Lesezeit: 1 min
Russlands Öl- und Gasvorkommen gehen zur Neige
Die Anlandestelle der Ostsee-Erdgaspipeline der Firma Nord Stream, aufgenommen am 26.10.2016 in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) bei Greifswald. (Foto: dpa) Foto: Stefan Sauer

Russlands riesige Ölreserven reichen aus, um bei der derzeitigen Produktion bis mindestens 2080 zu bestehen, sagte der russische Umweltminister am Dienstag. In einem Interview mit der „RBC-Nachrichtenwebsite“ sagte der russische Minister für natürliche Ressourcen, Alexander Kozlov, Russland habe Ölvorkommen, die noch über 59 Jahre hinweg, und Gasvorkommen, die noch über 103 Jahre hinweg ausreichen. Das wahre Ausmaß der fossilen Brennstofflagerstätten unter Russlands Boden könnte noch größer sein, erfordert jedoch zusätzliche staatliche Unterstützung, um die Exploration in schwer erreichbaren Gebieten wie dem arktischen Permafrost zu beschleunigen, fügte Kozlov hinzu.

Der staatlich kontrollierte Ölriese Rosneft steht an der Spitze der ehrgeizigen Pläne Russlands, seine arktischen Energieressourcen durch ein Investitionsprogramm in Höhe von 110 Milliarden US-Dollar zu entwickeln, von dem das Unternehmen hofft, dass es 100 Millionen Tonnen Öl pro Jahr liefern wird – das entspricht rund einem Fünftel der aktuellen jährlichen russischen Öl-Produktion. In einer ersten Phase sollen das Payakhskoye-Feld und das West-Irkinskoye-Feld erschlossen werden.

Insgesamt sollen 15 Fischerstädte, zwei Flugplätze und ein Hafen entstehen, so der Plan. Es sollen zudem Fernleitungen von einer Länge zwischen 800 und 7.000 Kilometer, ein Stromnetz mit einer Länge von 3.500 Kilometer und Anlagen zur Stromerzeugung mit 2.000 Megawatt gebaut werden. Es sollen 130.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Das Ministerium für natürliche Ressourcen schätzt, dass nur rund ein Drittel der bekannten Reserven Russlands mit den derzeit verfügbaren Technologien rentabel gefördert werden können. Aufgrund der Sanktionen der USA und der EU gegen den russischen Energiesektor im Zusammenhang mit der Annexion der Krim im Jahr 2014 ist es westlichen Energieunternehmen untersagt, fortschrittliche Extraktionstechnologien zu teilen, die Russland bei der Ausbeutung seiner kniffligen arktischen Lagerstätten hätten helfen können. Russlands Wirtschaft ist stark vom Verkauf von Öl und Gas abhängig. Etwa 25 Prozent des Staatshaushalts wird über die Energiesteuern finanziert. Die Bergbautätigkeit macht 40 Prozent des russischen BIP aus.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt West Transport: Mit 22 Lastwagen gegen die Krise der Transportbranche
06.11.2026

Die Transportbranche kämpft mit steigenden Kosten, Fahrermangel und wachsendem Wettbewerbsdruck. Doch ein kleines Familienunternehmen aus...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold vs. Bitcoin: Welcher Vermögenswert schützt in der Krise?
06.11.2026

Ende August bewegten sich Bitcoin und Gold so stark im Gleichlauf wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Dr. André Dragosch, Head of...

DWN
Technologie
Technologie Der größte Kryptowährungsdiebstahl der Geschichte begann mit einem gefälschten Vorstellungsgespräch
06.11.2026

Ein vermeintliches Vorstellungsgespräch, manipulierte Software und ein internes KI-System wurden der Kryptobörse Binance zum Verhängnis....

DWN
Finanzen
Finanzen Ausverkauf von Tech-Aktien: Südkoreas Börse bricht ein
06.11.2026

Der Ausverkauf von Tech-Aktien in den USA belastet auch die Börsen in Asien. Besonders betroffen ist der südkoreanische Aktienmarkt. In...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 50: Die Woche im Rückblick – KW 45
06.11.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lufthansa in der Krise: Billigflieger sollen Gewinne retten
06.11.2026

Steigende Treibstoffpreise, hohe Betriebskosten und die Folgen vergangener Streiks setzen Lufthansa zunehmend unter Druck. Trotz...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
06.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen E-Rechnung ab 2027: Wie KMU die Umstellung wirtschaftlich gestalten
06.11.2026

Die E-Rechnung wird für noch mehr Unternehmen Pflicht – doch wo lässt sich sparen? Christian Mehrtens, Geschäftsführer von Sage...